„Giftig und krebserregend“

Rückruf bei Lidl: Essen Sie diesen Salat nicht - Chemikalien-Rückstände möglich

Ein bekannter Lebensmittelhersteller ruft seinen Salat zurück. Es besteht die Gefahr von Rückständen eines giftigen Pflanzenschutzmittels. Der Discounter Lidl verkauft den Salat.

Dissen - Die Homann Feinkost GmbH hat einen Rückruf gestartet. Betroffen ist ein Salat, der bei Lidl verkauft wird. Die Gefahr beim Verzehr des Produkts: Die Sesamsamen in dem Salat können Rückstände des Pflanzenschutzmittels Ethylenoxid enthalten.

UnternehmenHomann Feinkost GmbH
Gründung1876
SitzDissen am Teutoburger Wald
Mitarbeiterzahlca. 3.000 europaweit (2016)

Rückruf bei Lidl: Diesen Salat nicht essen - Rückstände von gefährlicher Chemikalie möglich

Von dem Rückruf betroffen ist der „Chicken Teriyaki Style Salat“ in der 150 Gramm-Packung. Laut Homann Feinkost wurde der Salat als Aktionsartikel ab 19. Oktober 2020 in bei Lidl verkauft. „Als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes reagiert Homann mit dem sofortigen Rückruf der potenziell betroffenen Produkte“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Vom Verzehr des Salats sei vorsichtshalber abzusehen.

Die Homann Feinkost GmbH spricht von „in dem Produkt nur in geringen Mengen enthaltenen Sesamsamen“, die Rückstände des Pflanzenschutzmittels aufweisen können.

Das vom Rückruf, über den auch Ruhr24.de* berichtet, betroffene Produkt hat die Mindesthaltbarkeitsdaten, Chargen- und EAN-Nummern: „MHD 15.11.2020“ und „MHD 17.11.2020“, Charge: 10583314 und 10591367, EAN: 4030800050710.

In dem Salat von Homann können sich Rückstände eines gefährlichen Pflanzenschutzmittels befinden.

Der Salat kann laut Unternehmen in die Lidl-Märkte zurückgebracht werden. Dort werde der Produktpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. „Die Homann Feinkost GmbH entschuldigt sich ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten und dankt allen Kunden und Verbrauchern für ihr Verständnis. Weitere Informationen erhalten Verbraucher unter der Telefonnummer +49 5421 9498663.“

Rückruf bei Lidl: Rückstände von Pflanzenschutzmittel im Salat? Homann Feinkost betroffen

Ethylenoxid wird als gesundheitsschädlich eingestuft und ist in der Europäischen Union nicht zulässig. Laut einer Dokumentation zum Gefahrenpotential von Ethylenoxid im Deutschen Bundestag handelt es sich um ein farbloses, hochentzündliches Gas mit süßlichem Geruch. Ethylenoxid wird als Desinfektionsmittel für Nahrungsmittel, organische Dämmstoffe (Wolle, Pflanzenfasern), Textilfasern und medizinische Geräte verwendet. In Deutschland ist der Einsatz von dem Gas im Lebensmittelbereich seit 1981 verboten. In Nicht-EU-Ländern wird es aber noch immer zur Sterilisation von Gewürzen verwendet.

Laut Angaben der GESTIS-Stoffdatenbank ist Ethylenoxid giftig und krebserregend. Wenn es zu einer Vergiftung durch das Gas kommt, können Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit/Erbrechen auftreten. Es ist für Haut und Atemwege reizend. Als mutagenes Klastogen ist Ethylenoxid ein Gift, welches Chromosomenaberrationen hervorrufen kann, also größere Veränderungen des Erbguts, die zu schwerwiegenden Krankheitsbildern führen können. Deshalb sei der Rückruf, über den auch owl24.de* und hna.de* berichten, unabdingbar gewesen.

Rückrufe wegen Ethylenoxid: Fälle von Rückständen der Chemikalie in Lebensmitteln nehmen zu

Interessant ist, dass erst vor wenigen Tagen ein Bio-Produkt von Aldi aus demselben Grund zurückgerufen wurde. In der Körner-Mischung wurden Rückstände von Ethylenoxid sogar nachgewiesen. Und auch bei dem bekannten Hersteller Lorenz Snack-World wurde die Chemikalie in einem beliebten Knabber-Snack entdeckt. Drei Produkte hat das Unternehmen zurückgerufen, nachdem auf Sesamsamen Rückstände eines Pflanzenschutzmittels gefunden wurden - auch Ethylenoxid.

Laut der Website produktrueckrufe.de lässt das europäische Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF) schon seit dem 9. September 2020 erkennen, dass (nicht nur) Europa mit einer unglaublichen Menge an indischer Sesam-Saat überflutet wurde, die erheblich mit der giftigen (und verbotenen) Substanz Ethylenoxid (in einer Menge von „up to 186 mg/kg - ppm“) belastet ist. *Ruhr24.de,*hna.de und *owl24.de sind Teil des Ippen-Digitalnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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