Produktionsfehler

Rückruf: Lebensgefahr droht bei Verzehr von Bio-Produkt

Ein Unternehmen für Bio-Lebensmittel muss aus gegebenem Anlass ein Produkt zurückrufen. Kunden sollten diesen Rückruf als Warnung verstehen. Denn es besteht Lebensgefahr.

Hamm - Bio-Produkte gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Doch jetzt müssen Kunden höllisch aufpassen. Denn wegen eines fatalen Fehlers in der Produktion musste eine Firma für Bio-Lebensmittel ihr Produkt zurückrufen. Der Rückruf war alternativlos, es besteht Lebensgefahr.

Doch es gibt zumindest eine kleine Entwarnung - denn nicht für alle Kunden ist ein Verzehr lebensbedrohlich. Die Lebensmittelwarnung richtet sich gezielt an Allergiker, für die das Produkt eine reelle Gefahr darstellt.

UnternehmenDennree GmbH
BrancheBiolebensmittelbranche
Gründung1074
Mitarbeiterzahl6.600 (2020)

Genauer gesagt sind es Menschen mit einer Nussallergie, die den Rückruf des Bio-Produkts als Warnung verstehen sollten. „Bitte verzehren Sie das Produkt nicht, wenn Sie von einer Erdnussallergie betroffen“, lautet der ausdrückliche Appell des Herstellers in einer offiziellen Pressemitteilung.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Kunden mit Nussallergie müssen gewappnet sein

Doch um was für ein Produkt handelt es sich? Und was genau war schiefgelaufen und hat für den Rückruf gesorgt? Eigentlich ist auf betroffenen Produkten doch der klare Vermerk „kann Spuren von Nüssen enthalten“, an dem sich Verbraucher - insbesondere solche mit einer Nussallergie orientieren können.

Bei dem Produkt handelt es sich um Cashewmus der Firma „dennree“, die vermehrt Bio-Produkte herstellt. Die Dennree GmbH ist eine deutsche Großhandelfirma und stellt neben Bio-Lebensmitteln auch Naturkosmetik her.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Erdnussmus statt Cashewmus?

Der Konzern sah sich wegen eines Fehlers in der Produktion zu einem Lebensmittel-Rückruf gezwungen. Grund für den Rückruf sei laut „dennree“ die mögliche falsche Auslobung als Cashewmus.

Cashewmus der Firma „dennree“ ist von einem Lebensmittel-Rückruf betroffen.

In den betroffenen Gläsern könne es sich möglicherweise um Erdnussmus statt Cashewmuss befinden, warnte die Firma, die das Produkt vorsorglich aus dem Verkauf nahm.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Verzehr könnte für Allergiker lebensbedrohlich sein

Zugleich wies das Unternehmen nach dem Rückruf darauf hin, dass sich Optik und Geruch deutlich unterschieden würden. Menschen mit einer Erdnussallergie könnten bei einem Verzehr gesundheitlich benachteiligt werden.

Wie „Ruhr 24“ berichtet, kann ein Verzehr von Erdnuss-Produkten bei Menschen mit einer einschlägigen Allergie zum Anschwellen der Zunge und der Schleimhäute führen. Im Extremfall könne der Konsum gar zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks führen.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Nur eine bestimmte Charge betroffen

Der Rückruf aus Gründen des Verbraucherschutzes betrifft nur die Charge mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), das auf den 31. Dezember 2021 datiert ist. Es handelt sich um einen Artikel im 350-Gramm-Glas.

Die Ware ist bei „denn‘s Biomarkt“ und bei ausgewählten Naturkostfachmärkten erhältlich. Eine Aufschrift mit „100% Cashewnüsse“ ziert das Glas. Doch eben genau das kann der Hersteller aktuell nicht gewährleisten.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Kaufbetrag wird bei Rückgabe erstattet

Nach dem Rückruf hat die Firma ausdrücklich darauf hingewiesen, dass betroffene Kunden das Produkt zur Verkaufsstelle zurückbringen können. „Der Kaufbetrag wird Ihnen bei Vorlage des Produkts auch ohne Kassenbeleg zurückerstattet“, erklärte „dennree“ in seiner Pressemitteilung.

Eine Nahrungsmittelallergie ist übrigens von Person zu Person unterschiedlich. Das Ausmaß der allergischen Reaktionen auf den Verzehr eines bestimmten Produktes kann stark variieren.

Rückruf von Bio-Produkt wegen Lebensgefahr: Auch Übelkeit und Durchfall zählen bei Allergikern zu den Symptomen

Zwischen den bereits beschriebenen Reaktionen der Schleimhaut und einem potenziell lebensgefährlichen Schock liegen noch viele weitere Symptome. Dazu zählen etwa Symptome im Magen-Darm-Bereich wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall. Außerdem kann es zu einer Verengung der Bronchen kommen.

Ein Lebensmittel-Rückruf ist keine Seltenheit. Erst vor wenigen Tagen war der Molkerei-Riese Ehrmann von einem Rückruf betroffen. Ein Produkt-Schlager musste zwischenzeitlich aus dem Sortiment genommen werden.

Zuletzt berichtete wa.de* auch über einen Fehler in der Käse-Produktion, von dem der Discounter Aldi besonders betroffen war. Ein weiterer Rückruf ereignete sich bei Netto, Lidl und Rewe - in diesem Fall lauerte in Pizzateig eine große Gefahr. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd / dpa

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