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Rückruf von Reis: Krebsrisiko wegen giftigem Schimmelpilz - Organschäden drohen

Bundesweiter Lebensmittel-Rückruf: Weil schwerwiegende gesundheitliche Schäden drohen, muss der Reis zurückgerufen werden. Fünf Bundesländer sind besonders betroffen.

Hamm - Da lebensgefährliche Folgen beim Verzehr nicht ausgeschlossen werden können, hat es einen Lebensmittel-Rückruf gegeben. Konkret geht es um Basmatireis, vor dessen Verzehr auch das Bundesamt für Risikobewertung warnt.

FirmaGrell Nachf. Naturkost GmbH
SitzKaltenkirchen (Schleswig-Holstein)
Gründung2001
Mitarbeiterca. 170

Das Produkt stammt von der Firma Grell Nachf. Naturkost aus Schleswig-Holstein. Im Zuge einer allgemeinen Warnung für jenen Basmatireis hat das Unternehmen mit Sitz in Kaltenkirchen das Produkt zurückgerufen.

Reis-Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost: Schimmelpilzgift kann Organschäden bewirken

Grund für den Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost ist eine „Grenzwertüberschreitung von Aflatoxinen“ im Basmatireis, wie der Bio-Lebensmittel-mitteilt. Aflatoxine sind besser bekannt als Schimmelpilzgift, das zu schweren Organschäden führen kann.

Auch Merkur.de* berichtet über den Rückruf und beruft sich auch auf das Bundesamt für Risikobewertung, das Aflatoxine als Stoffwechselprodukte beschreibt, „die von verschiedenen Schimmelpilzen wie Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet werden“.

Es gibt viele Beispiele von Lebensmitteln aus dem regelmäßigen Gebrauch, die von diesem Schimmelpilz befallen sein können. Zum Beispiel Trockenfrüchte, Pistazien, Erdnüsse und Maiskörner können die Aflatoxine bilden.

Reis-Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost: Rückruf wegen Grenzwertüberschreitung unabdingbar

Problematisch wird erst dann, wenn der kritische Grenzwert an Aflatoxinen überschritten wird. Das ist meistens nicht der Fall, allerdings ist die Firma Grell Nachf. Naturkost eben genau von so einer Situation betroffen, in der sie die Unbedenklichkeit beim Verzehr nicht mehr gewährleisten kann. Deshalb sei dieser Reis-Rückruf unabdingbar gewesen.

Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, wie es zu der Grenzüberschreitung kommen konnte. Klar ist jedoch, dass der Konzern und auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dringlichst von einem Verzehr des betroffenen Basmatireis abraten.

Reis-Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost: Erhöhtes Krebsrisiko und Einfluss auf Erbgut

Unterschätzt werden sollte das Risiko durch Aflatoxine unter keinen Umständen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung weisen diese „ein hohes krebserzeugendes Potenzial auf“. Insbesondere bei einer oralen Einnahme können Aflatoxine in höheren Konzentrationen in die Organe gelangen und etwa Nieren und Leber nachhaltig schädigen.

Es besteht ein enormes Risiko: Die Firma Grell Nachf. Naturkost hat ihren Basmatireis zurückgerufen.

Zudem könnten die Schimmelpilze ungeborenes Leben schädigen. Aflatoxine wirken des Weiteren „genotoxisch“. Das bedeutet, dass sie das Erbgut des Betroffenen schädigen können. Zu groß sind die gesundheitlichen Bedenken also, um vom Reis-Rückruf abzusehen, findet Grell Nachf. Naturkost.

Reis-Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost: Nur bestimmte Charge betroffen

Immerhin gibt es eine Entwarnung, da nur eine ganz bestimmte Charge des Basmatireis von dem Schimmelpilzbefall betroffen ist bzw. betroffen sein kann. Der Lebensmittel-Rückruf bezieht sich lediglich auf den braunen Basmatireis mit der Aufschrift „Basmatireis, echter Basmatireis, braun“.

Es handelt sich um einen 500-Gramm-Beutel mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) „15.11.2021“ sowie den drei Los-Kennzeichnungen 901584, 901665 und 901722. Sowohl das MHD als auch die Kennzeichnungen befinden sich laut Grell Nachf. Naturkost auf der Rückseite der Verpackung.

Reis-Rückruf bei Grell Nachf. Naturkost: Bundesweite Betroffenheit - Aber Schwerpunkt auf fünf Bundesländer

Über den Rückruf berichtet auch hna.de*. Wenn Sie zu den Käufern des Basmatireis gehören, können Sie diesen im Geschäft zurückgeben und bekommen den Kaufpreis zurückerstattet. Allerdings bietet die Firma Grell Nachf. Naturkost ihre Ware auch online an. Eine bundesweite Betroffenheit dieses Rückrufes ist daher möglich.

Fünf Bundesländer sind jedoch besonders vom Rückruf betroffen, da die Firma in diesen Ländern Standorte betreibt. Nordrhein-Westfalen und Bayern zählen nicht dazu, stattdessen gilt die Warnung insbesondere für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und eben Schleswig-Holstein, wo Grell Nachf. Naturkost ihren Hauptsitz hat.

Ein Rückruf von Lebensmitteln ist keine Seltenheit. Erst jüngst musste ein Bio-Produkt zurückgerufen werden, da für eine bestimmte Verbraucher-Gruppe Lebensgefahr bestand. Doch nicht nur Nischenprodukte sind betroffen. Auch ein Rückruf beim Markenschlager Almighurt des Molkerei-Großbetriebs Ehrmann sorgte vor einer Woche für Aufsehen. *Merkur.de und hna.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke / dpa

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