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Gehören Pizzakartons in den Restmüll oder ins Altpapier? Darauf kommt es an

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Von: Daniel Großert

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Altpapier oder Restmüll? An der Entsorgung von Pizzakartons scheiden sich die Geister. Wer auf manche Dinge achtet, hat bei der Frage aber kein Problem mehr.

Hamm - Wer keine Lust oder Zeit zum Kochen hat, greift bei seiner Ernährung gerne auf den Lieferdienst zurück. Ein Klassiker beim „Essen auf Rädern“: die Pizza. Doch sobald die italienische Köstlichkeit aufgegessen ist, stellen sich viele die Frage: Muss der Pizzakarton in den Restmüll oder ins Altpapier? An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Pizzakartons entsorgen: Restmüll oder Altpapier? Darauf kommt es an

Eine einheitliche Antwort darauf gibt es auch nicht. Denn letztlich kommt es auf gewisse Parameter an, anhand derer man entscheiden muss, in welche Tonne der Pizzakarton gehört.

Entscheidend ist, in welchem Zustand die Pappe nach dem Verzehr der Pizza ist. Denn oftmals ist der Karton verschmutzt, weshalb sie laut Recherchen der Verbraucher-Initiative von manchen Recycling-Betrieben aussortiert werden. Das Entsorgungsunternehmen Awista aus Düsseldorf erklärt auf seiner Internetseite: „Ein Pizzakarton mit Speiseanhaftungen gehört in den Restmüll.“

Doch letztlich kommt es darauf an, wie sehr der Karton verschmutzt ist. Darauf weisen andere Abfallentsorger hin. Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs des Wetteraukreises (AWB) in Hessen gehören leere Pizzakartons nämlich ins Altpapier. „Natürlich ohne Speisereste, die gehören in die Biotonne. Aber Fettflecken auf dem Karton stören nicht“, erklärt AWB-Chef Dr. Jürgen Roth. Sollten noch Reste von Käse oder anderen Zutaten an der Pappe haften, sollte man diese abkratzen und im (Bio-)Müll entsorgen, bevor man den Karton selbst zum Altpapier gibt.

Restmüll oder Altpapier? Pappe von Pizzakarton wertvoll fürs Recycling

Denn Pizzakartons seien beim Recycling besonders wertvoll, wie Dr. Jürgen Roth ausführt: Das verwendete Material habe sehr lange Fasern, was bei der Herstellung von neuem Papier besonders wertvoll sei. Die Pappe für die Pizzaverpackung werde aus Zellstoff hergestellt, der direkt von Bäumen stamme. Insgesamt könnten die Fasern aus solchen Kartons sieben- bis achtmal recycelt werden, bevor sie zu kurz und unbrauchbar würden. Und wie der AWB-Chef aus einer Papierfabrik wisse, machten Fettflecken im Pizzakarton keine Probleme im Recyclingprozess.

Eine Pizza Hawaii wird in einen Pizzakarton gepackt.
Wohin mit dem Pizzakarton, wenn der Inhalt aufgegessen ist? In der Regel kann er ins Altpapier, manchmal muss er aber auch in den Restmüll. © Angelika Warmuth/dpa

Doch Vorsicht: Nicht ausnahmslos alle Pizzakartons sind aus besagter Pappe gemacht. Manche verfügen auch über eine fettabweisende Beschichtung aus Kunststoff. Ist das der Fall, gehört er nach dem Essen in den Restmüll. Zudem unterliegt die Organisation der Abfallwirtschaft in Deutschland den Kommunen. Regional gibt es also unterschiedliche Regeln. Im Zweifel sollte man lieber vor Ort nachfragen.

Im Supermarkt könnten Kunden in diesen Tagen übrigens über eine kuriose Kreation stolpern: Ein Hersteller hat eine Pizza mit Fischstäbchen auf den Markt gebracht - und damit eine Idee von Twitter umgesetzt. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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