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Passierte Tomaten im Test: In jedem fünften Produkt Gift aus schwarzem Schimmel

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Von: Hannah Decke

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Passierte Tomaten sind eine gute Grundlage für Suppen und Saucen. Doch es gibt Grund zur Vorsicht: Öko-Test hat Schimmelpilzgifte in jeder fünften Passata entdeckt.

Hamm - Passierte Tomaten gehören in jede Küche. Sie sind eine gute Grundlage für Saucen und Suppen und oft lange haltbar. Verbraucher sollten aber demnächst genau hinschauen, von welcher Marke sie die Passata im Supermarkt oder Discounter kaufen. Ökotest hat 50 fein passierte Tomaten unter anderem auf Rückstände von Pestiziden und Schimmelpilzgiften untersucht. Das unappetitliche Ergebnis: In jeder fünften Passata wurden Schimmelpilzgifte gefunden, das heißt, bei der Herstellung sind schimmelige Tomaten in Gläser und Dosen gewandert. Vor allem Bio-Produkte schnitten schlecht ab.

Entdeckt wurden Schimmelpilzgifte, die zu den Alternariatoxinen zählen. „Die Schwärzepilze der Gattung Alternaria, die auf Pflanzen weit verbreitet sind, produzieren diese Gifte“, heißt es im Testbericht. Das von Ökotest beauftragte Labor stellte sechsmal Gehalte fest, die als „erhöht“ bewertet wurden.

Passierte Tomaten im Test: Gift aus schwarzem Schimmel in jeder fünften Passata

In drei passierten Tomaten sind die Gehalte der Schimmelpilzgifte sogar „stark erhöht“, so das Urteil von Ökotest. Darunter befinden sich auch zwei Bio-Produkte: Rewe Bio Passata, Bio Zentrale Tomaten Passata und San Fabio Passata Di Pomodoro Klassisch von Penny. Auch in Tomatenmark fand Ökotest bei einer Untersuchung Gift.

Laut Ökotest fand das beauftragte Labor in den Mondo Italiano Passierte Tomaten von Netto das in der Europäischen Union längst verbotene Pestizid Chlorfenapyr. „Der Wert liegt klar oberhalb des gesetzlichen Rückstandshöchstgehalts“, schreibt das Verbrauchermagazin. Zudem konnten in der Passata Spuren von sechs weiteren Pestiziden nachgewiesen werden. Ökotest bewertet die passierten Tomaten mit „ungenügend“.

Passierte Tomaten im Test: Diese Passatas haben mit „sehr gut“ abgeschnitten

Wer jetzt abgeschreckt ist und beim nächsten Einkauf zögerlich wird, dem sei gesagt: Es gibt auch viele Passatas, die mit „sehr gut“ abgeschnitten haben:

Passierte Tomaten im Test: Auch Anbau und Transparenz wurden bewertet

Passierte Tomaten in einer Glasschale, dekoriert mit Cocktailtomaten und Basilikum (Symbolbild)
Passierte Tomaten sind eine beliebte Grundlage für Saucen und Suppen. (Symbolbild) © Shotshop/IMAGO IMAGES

Der Rest der getesteten passierten Tomaten erhielt die Noten „gut“ bis „ausreichend“. In die Bewertung floss neben den Inhaltsstoffen auch der Anbau der Tomaten und Transparenz der Herstellers herein. „Weil im Geschäft mit den Tomaten weltweit viel im Argen liegt, was Arbeitsrecht, Transparenz und Transportwege betrifft, haben wir den Herstellern auch Fragen zu ihren Lieferketten und zum Anbau der Tomaten geschickt“, so Ökotest.

In den meisten Fällen, so das Verbrauchermagazin, konnten die Hersteller tatsächlich mit Lieferdokumenten den Anbau der Tomaten in Italien darlegen. Sogar für die neun Produkte ohne konkrete Hinweise zur Herkunft habe Ökotest Belege für eine Herkunft aus italienischen Betrieben erhalten.

Wer mit passierten Tomaten eine leckere Tomatensoße machen möchte, muss auch bei den Nudeln aufpassen: Es wurden Erdöl und Pestizide in Fusilli vom Discounter gefunden.

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