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Öl statt Diesel tanken? Darum sollten Sie das auf keinen Fall machen

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Von: Hannah Decke

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Bei den derzeitigen Spritpreisen kann einem schwindelig werden. Speise- oder Heizöl ist für Diesel-Fahrer eine verlockende Alternative. Der ADAC warnt aber dringend davor.

Hamm - Autofahrer in Deutschland zahlen derzeit mehr als zwei Euro pro Liter Diesel. Der Kraftstoff ist sogar trotz niedrigerer Steuer teurer als Super. Die Alternative? Das Auto stehen lassen und auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen. Für Diesel-Fahrer ist aber auch die Versuchung groß, Speise- oder Heizöl in den Tank zu kippen - immerhin liegt hier der Literpreis aktuell deutlich niedriger. Aber Vorsicht! Der ADAC rät dringend davon ab und warnt.

Der Krieg in der Ukraine lässt die Spritkosten explodieren. Aber Autofahrer, die Diesel tanken, sollten definitiv die Finger von Öl als Alternative lassen. „Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führen zu Startschwierigkeiten und wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus“, sagen die Fachleute vom ADAC.

Öl statt Diesel tanken? Warum Sie das auf keinen Fall machen sollten

Gewöhnliche und vor allem moderne Dieselmotoren vertragen das Öl also nicht. Laut ADAC sind Einspritzpumpe und Einspritzdüsen der Fahrzeuge nicht für das zähflüssige Pflanzenöl ausgelegt. Die Verbrennung verlaufe dadurch nicht optimal. „Es ist nicht nur mit verminderter Motorleistung ist zu rechnen, mittelfristig kommen Motor und Kraftstoffsystem zu Schaden.“

Pflanzenöl kann durchaus als Kraftstoff für Dieselmotoren verwendet werden, meist kommt Rapsöl zum Einsatz. Es müssen allerdings hohe Qualitätsstandards eingehalten werden. Und das Wichtigste: Gewöhnliche Dieselmotoren müssen in der Regel an Pflanzenöl-Kraftstoff angepasst werden.

Das ist auch der Grund, weshalb Autohersteller keine Freigabe für die Betankung mit Pflanzenöl geben. Anders sieht das bei der Super-Alternative E10 aus: Die meisten Benziner vertragen den günstigeren Biosprit. Ob sich aufgrund der steigenden Benzinpreise ein Umstieg lohnt, muss der Autofahrer selbst wissen.

Vorsicht: Wer Pflanzenöl tankt, begeht Steuerhinterziehung!

Beim Thema Pflanzenöl im Diesel-Tank gibt der ADAC außerdem zu Bedenken: Wer Pflanzenöl aus dem Supermarkt als Kraftstoff nutzt, begeht Steuerhinterziehung. Denn das Öl wurde anders als richtiger Pflanzenölkraftstoff nicht gemäß Energiesteuergesetz besteuert.

Das Wort Diesel steht am 14.06.2017 in Kempten (Bayern) an der Innenseite des Tankdeckels eines Dieselautos.
Speise- oder Heizöl ist für Diesel-Fahrer als Alternative verlockend. Der ADAC warnt aber dringend davor. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Gesetzlich verboten ist laut ADAC übrigens die Diesel-Alternative Heizöl. Und: „Mittlerweile sind nicht nur Kraftstoffnormen, sondern auch Motoren- und Einspritztechnik so weiterentwickelt, dass auch aus technischer Sicht davon abzuraten ist, Heizöl zu tanken - auch wenn beide Brennstoffe in ihrer chemischen Zusammensetzung miteinander verwandt sind“, erklären die Fachleute.

Vorsichtig sein sollten Autofahrer übrigens auch, wenn sie Benzin oder Diesel auf Vorrat kaufen wollen. Es gibt Regeln zu beachten.

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