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Rechnung nicht bezahlt: Dann werden Gas und Strom abgestellt

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Von: Sven Schneider

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Die Sorge vor der nächsten Nebenkostenabrechnung ist groß. Was passiert, wenn man nicht bezahlen kann? Wann werden Gas und Strom abgestellt?

Hamm - Mit der kommenden Nebenkostenabrechnung kommen auf den Großteil der Verbraucher hohe Extrakosten zu. Nicht nur tritt ab Oktober die staatliche Gaszulage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde in Kraft. auch Strom und Gas sind teuer wie selten. Viele befürchten eine Extrasumme im drei- bis vierstelligen Bereich. Doch was passiert, wenn Verbraucher die Strom-und Gasrechnung schlichtweg nicht bezahlen können?

Die Strom- und Gasrechnung für das Jahr 2022 ist da. Doch so viel Geld, wie mein Energieanbieter von mir verlangt, habe ich gar nicht auf dem Konto. Darf mein Anbieter mir den Gashahn zudrehen? Verbraucher in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland können ein wenig aufatmen, denn ganz so schnell geht das nicht.

Gasrechnung nicht bezahlt: Wann Strom und Gas abgedreht werden 

Wer frühzeitig absehen kann, dass die nächste Strom- und Gasrechnung nicht bezahlt werden kann, sollte Kontakt zum Energieversorger aufnehmen, wie die Verbraucherzentrale rät. Dann kann eine zinsfreie Ratenzahlung vereinbart werden. Zudem können einige Tipps beachtet werden, um bei der Benutzung der Gasheizung zu sparen.

Allzu viel Zeit lassen sollte man nicht, ehe gehandelt wird. Bei einem Zahlungsrückstand vom Doppelten des monatlichen Abschlags drohen kalte Wohnungen, nicht funktionierendes Licht und auftauende Kühlschränke. Laut der Verbraucherzentrale droht dann der Versorgungsstopp von Strom und Gas.

Strom und Gas werden abgedreht: Wichtige Schritte müssen beachtet werden

Haben Verbraucher mit dem Energieversorger keine Abmachung über eine Abschlags- oder Vorauszahlung getroffen, muss der Rückstand ein Sechstel der Jahresrechnung betragen und ein Minimum von 100 Euro erreicht haben. Doch auch hier wird dem Verbraucher Zeit zum Handeln eingeräumt.

Denn von heute auf morgen wir der Strom oder das Gas nicht abgestellt. Denn wer es verpasst, seine Rechnung zu bezahlen, erhält zunächst eine Zahlungserinnerung vom Anbieter. Diese beinhaltet zudem eine Mahngebühr von rund zwei Euro. Erst nach der zweiten Mahnung ohne Reaktion des Verbrauchers wird es ernst.

Energieversorger muss Sperre ankündigen: Ratenzahlung möglich

Denn dann darf der Energieversorger eine Sperre ankündigen. Allerdings muss der Verbraucher hier über Möglichkeiten in Kenntnis gesetzt werden, die eine Sperre verhindern können. Dazu gehört ein Angebot zur Ratenzahlung, die sogenannte „Abwendungsvereinbarung“.

Doch auch hier endet nicht der Papierkram. Die Sperre darf frühestens vier Wochen nach der ersten Ankündigung erfolgen. Zudem muss acht Tage vor der Sperre das genaue Datum mitgeteilt werden. Anders verhält sich das mit Energieversorgern, die eigeninitiativ gewählt wurden und nicht zu den Grundversorgern gehören.

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