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Milch, Käse und Butter werden teurer: Molkereien kündigen neue Preiserhöhung an

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Von: Karolin Schäfer

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Rohstoffmangel und steigende Kosten in vielen Bereichen treiben die Preise für Milch weiter in die Höhe. Auch Käse soll bald teurer werden.

Kassel – Viele Menschen treibt aktuell die Sorge um, in den kommenden Monaten die eigenen Strom- und Gaskosten nicht mehr bezahlen zu können. Doch nicht nur die Energiepreise sind in den vergangenen Wochen gestiegen, auch die Verteuerung von Lebensmitteln sind für Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar.

Die Preise für Frischmilch werden künftig steigen.
Die Preise für Frischmilch steigen weiter an. © jarenwicklund/imago

Infolge des Ukraine-Krieges sind vor allem Speiseöle und Getreideprodukte teurer geworden. Für Milch, Käse und Butter müssen Verbrauchende künftig ebenfalls noch tiefer in die Tasche greifen.

Milch wird teurer: „Wir stehen vor weiteren Preiserhöhungen“

Neben den steigenden Kosten für Energie, Verpackungen, Logistik und Löhne, bringt auch der Rohstoffmangel die Milchindustrie in Bedrängnis, wie hna.de berichtet. „Wir stehen vor weiteren Preiserhöhungen“, prognostizierte Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV) und Chef von Hochland, auf der Jahrestagung des Verbandes in Berlin.

Neue Lieferverträge für Milch und Käse zwischen Molkereien und Handel würden zu harten Verhandlungen führen, weiß der Verband. „Der Schmerz wird bei den Herstellern größer sein, als beim Handel.“ Zuletzt führten die Preiserhöhungen zu heftigen Konflikten, etwa zwischen dem Molkereikonzern Müller und dem Discounter-Riesen Lidl. Der Lebensmittelzeitung zufolge litten aber auch andere Unternehmen unter Lieferstopps und leeren Regalen. Strafzahlungen für nicht eingehaltene Lieferungen würden viele Molkereien inzwischen nicht mehr akzeptieren.

Preis für Vollmilch bei über 1 Euro – und soll weiter steigen

Schon jetzt liegen die Preise für einen Liter frische Vollmilch bei über einem Euro – auch beim Discounter. Bio-Produkte sind weitaus teurer. Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands (MIV), rechnet mit weiteren Preiserhöhungen für Frischmilch im Januar. Käse soll bereits ab November teurer werden. Dabei sind die Preise erst im September enorm gestiegen:

ProduktPreiserhöhung im Vergleich zum Vorjahr
Milch37,5 Prozent
Käse und Quark39,7 Prozent
Butter72,2 Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt

Lebensmittel werden teurer: Schwierige Lage für Milcherzeuger

Dabei verdienen Milchbauern derzeit so viel wie nie. Im Schnitt bekommen sie mehr als 50 Cent pro Kilogramm Rohmilch, einige sogar mehr als 60 Cent, informierte Stahl. Anders als erwartet, geht die produzierte Milchmenge aber zurück. „In der EU haben wir den Milchpeak hinter uns“, so der MIV-Vorsitzende. Immer mehr Milcherzeuger geben ihre Höfe auf, berichtete die Lebensmittelzeitung.

Das bringt deutsche Landwirte vor allem mit Blick auf internationale Märkten in Schwierigkeiten, sagte Josef Stitzl, im Vorstand von Hochland für Einkauf und Produktion. Sie stehen bei den Verhandlungen mit dem Einzelhandel in Konkurrenz mit Molkereien aus Frankreich, die ihren Erzeugern etwa zehn Cent pro Kilo weniger zahlen.

Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen zu Kuhmilch-Alternativen greifen, etwa Soja-, Hafer- oder Kokosdrinks. So hat sich etwa der Absatz von Milchersatzprodukten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zwischen 2018 und 2020 verdoppelt, informierte der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (IWD). (kas)

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