Hinweis für Verbraucher

Schon gewusst? So lange kann das MHD gefahrlos überschritten werden - Großer Irrtum

Das MHD wird oft als Verfalls- oder Verbrauchsdatum verstanden. Das ist ein großer Irrtum. So lange können Sie Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wirklich noch verzehren.

  • Bei verschlossener Verpackung und richtiger Lagerung ist das Produkt auch nach Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) oft noch problemlos zu genießen.
  • Das Verbrauchsdatum gibt den letzten Tag der Haltbarkeit an und sollte danach nicht mehr verzehrt werden.
  • Lebensmittel dürfen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) weiter verkauft werden, nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht.

Hamm - Wer im Supermarkt in NRW oder anderen Bundesländern Deutschlands ein Lebensmittel-Produkt erwirbt, dem wird auf Verpackung angegeben, bis wann er den Artikel verzehren kann. Doch aufgepasst. Es gibt Angaben, die Sie als Verbraucher nicht durcheinanderwerfen sollten. Es handelt sich um die Begriffe Mindesthaltbarkeitsdatum - abgekürzt: MHD - und Verbrauchsdatum.

KennzeichnungselementMindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
Wann zwingend anzugeben?Bei Fertigpackungen von Lebensmitteln
Was garantiert es?Verzehr ohne klare Geschmacks- und Qualitätseinbußen
Voraussetzungrichtige Lagerbedingungen, korrekter Verschluss

MHD bei Lebensmitteln: Wie lange darf ich es überschreiten? Nicht verwechseln mit Verbrauchsdatum

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es sich um zwei unterschiedliche Angaben handelt. Konkret gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantieren kann, dass das Lebensmittel seine Eigenschaften wie Geruch, Geschmack sowie Nährwert behält. Allerdings bezieht sich das immer auf ungeöffnete - also durchgehend luftdicht verpackte - und richtig gelagerte Waren.

Auf dem Etikett ist zudem angegeben, ob die Haltbarkeit etwa von bestimmten Bedingungen wie der Lagertemperatur abhängt. Ein bekanntes Beispiel sind Eier. Auf der Verpackung wird angegeben, ab wann die Eier ohne Kühlung auskommen und ab wann sie im Kühlschrank gelagert werden müssen, um weiterhin dem MHD zu entsprechen.

Wer die bereits geschilderte Definition des MHD verinnerlicht hat, weiß, dass das Produkt auch gut und gerne noch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar sein kann. Wie lange, hängt im Einzelfall vom Produkt ab. In jedem Fall darf die Ware im Supermarkt auch noch verkauft werden, wenn das MHD überschritten ist. Zur gängigen Praxis in vielen Geschäften gehört es, dass diese Artikel dann gesondert angeboten werden - manchmal auch mit einem reduzierten Preis.

MHD und Verbrauchsdatum nicht identisch - Keine genaue Vorgabe zum Mindesthaltbarkeitsdatum

Ein genaues Vorgehen ist per Gesetzgeber allerdings nicht vorgeschrieben. Der Supermarkt muss lediglich gewährleisten, dass das Produkt tatsächlich noch genießbar ist. Das ist bei Einhaltung der richtigen Lagerungsbedingungen aber auch ohnehin der Fall. Schließlich wollen die Hersteller laut Angaben der Verbraucherzentrale auch „auf Nummer sicher gehen“ und geben deshalb ein MHD an, bei dem die Kunden das Lebensmittel in jedem Fall noch gut verzehren können. Im Zweifel sollten letztlich Riechen und Schmecken über den Verzehr eines Produkts entscheiden.

Milch zählt zu den Produkten, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet werden müssen.

Das gilt im Übrigen auch für Produkte, die gar kein MHD besitzen. Dazu zählen etwa frisches Obst und Gemüse oder Brot vom Bäcker. In diesen Fällen ist potenzieller Schimmel gut bei der optischen Betrachtung erkennbar, weshalb es kein Datum als Stütze braucht. Zudem reihen sich Produkte in die Liste der nicht etikettierten Waren ein, die besonders lange haltbar sind. Dazu zählen Wein, Getränke mit einem Alkoholgehalt von 10 oder mehr Volumenprozent, Kaugummi, Zucker, Speisesalz oder Essig.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verbrauchsdatum überschritten: In diesen Fällen wird vom Verzehr abgeraten

Und dann wäre da noch das Verbrauchsdatum, das bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln eine Rolle spielt. Lebensmittel wie rohes Fleisch können bereits nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen und werden deshalb mit dem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Das Verbrauchsdatum nennt den letzten Tag, an dem das Lebensmittel noch verzehrt werden darf und äußert sich auf der Verpackung mit „zu verbrauchen bis...“.

Nach Überschreitung des jeweiligen Verbrauchsdatums dürfen Produkte im Discounter und anderen Verkaufsmärkten auch nicht mehr weiter vertrieben werden. An dieser Stelle sollten Verbraucher auch gewarnt sein. Anders als beim MHD rät die Verbraucherzentrale Kunden eindringlich davon ab, Lebensmittel zu verzehren, deren Verbrauchsdatum überschritten ist.

Anderenfalls kann es zur Gesundheitsgefahr kommen. Gleiches gilt im Übrigen bei Produkten, die zwar mit korrekten Daten (ganz gleich ob MHD oder Verbrauchsdatum) gekennzeichnet sind, aber aufgrund der fehlerhaften Herstellung beispielsweise Giftstoffe enthalten können. Das passiert gar nicht so selten und hat dann einen Rückruf zur Folge. Erst kürzlich kam es zu einem Rückruf einer Backmischung, die hochgiftige Stoffe enthielt. Auch in diesem Fall wurden die betroffenen Chargen seitens des Herstellers unmittelbar aus dem Verkehr gezogen.

Rubriklistenbild: © Inga Kjer / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare