Kontakte verfolgen

Luca-App: Bedeutet die neue Corona-Warn-App das Ende des Lockdowns?

Können wir bald auf das Ende des Lockdowns hoffen? CDU-Chef Armin Laschet verwies auf sinkende Corona-Zahlen, mehr Tests und Impfungen und die Luca-App.

Hamm - Für mögliche Lockerungen und Öffnungen im Corona-Lockdown gibt es laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) neben sinkenden Inzidenz-Werten drei Voraussetzungen: mehr Tests, mehr Impfungen und eine verbesserte Corona-Warn-App. Dabei setzt sich der CDU-Chef Laschet für die Luca-App des Fanta-Vier-Musikers Smudo ein. Doch ist die App besser bei der Kontaktverfolgung als die Corona-Warn-App vom RKI und Bund? (Corona in NRW)

AppCorona-Warn-App
Seit16. Juni 2020
Erhältlich inAllen Staaten der EU

Luca-App besser als Corona-Warn-App? Was kann die Alternative wirklich?

Infektionen nachverfolgen, das ist das Hauptziel der Corona-Warn-App. Wer die App nutzt, schaut in den meisten Fällen auf ein grünes Bild mit dem Hinweis „Niedriges Risiko“ und „Keine Risiko-Begegnungen“. Bislang sind Lockerungen des Lockdowns noch nicht aufgrund der Corona-Warn-App möglich. Doch die Alternative Luca-App wirbt damit, dass mit ihr private Treffen und öffentliche Veranstaltungen, sowie der Besuch von Geschäften und Gastronomie möglich sei.

Die App, von einem Start-up und den Musikern von „Die Fantastischen Vier“ entwickelt wurde, will Kontaktdaten-Verwaltung und Kontakt-Nachverfolgung vereinfachen, und zwar unter Wahrung des Datenschutzes. Damit steht sie aber nicht alleine da, ein ähnliches Konzept verfolgt die VIDAgo-App und VIDAda aus Wallenhorst bei Osnabrück.

Zu Lockerungen und Lockdown-Ende tagen am Mittwoch Bund und Länder - nach großen Öffnungsschritten sieht es zunächst nicht aus. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte trotz höherer Inzidenz-Werte Hoffnung auf Lockerungen gemacht, wenn mehr getestet und schneller geimpft wird und es eine bessere Corona-Warn-App gibt.

Was ist die Luca-App? So funktioniert das Konzept

Sowohl die Luca-App als auch die VIDAgo-App funktionieren nach dem Check-In-Konzept und können so den Gesundheitsämtern helfen. Daten sollen schneller erfasst werden und Infektionsherde zügig ausgemacht werden, um die Weiterverbreitung von Corona direkt einzudämmen.

Die Luca-App ist angewiesen auf drei Faktoren: Gastgeber, die Nutzer und die Gesundheitsämter. Der Nutzer soll sich auf einem Smartphone anmelden und dabei seine Daten angeben. Die App generiert dann einen Pass in Form eines QR-Codes, der sich minütlich ändern soll - um die Daten zu verschlüsseln. Dieser wird dem Smartphone zugeordnet und der Nutzer kann jetzt mit dem Code in den verschiedenen Locations einchecken.

Die Entwickler der App gehen etwa davon aus, dass sich der Nutzer bei den Aktivitäten wie Wochenmarkt, Restaurant, Shopping oder beim Familien-Treffen eincheckt. Dafür muss die andere Partei - der Gastgeber - ebenfalls die App auf einem Handy nutzen. Die Nutzer sollen automatisch ausgeloggt werden, wenn sie den Ort verlassen.

Das bekannte Gesicht der App ist der Sänger Smudo von „Die Fantastischen Vier“. „Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird“, sagt er der dpa. Er hofft als Musiker natürlich auch, dass bald wieder größere Konzerte mit wenig Abstand möglich sind.

Sänger Smudo von den Fantastischen Vier stellt die Luca-App zur Corona-Kontaktverfolgung vor.

Luca-App als Alternative zur Corona-Warn-App - was ist mit den Daten?

Wenn sich der Nutzer jetzt mit Corona infiziert hat, werden alle anderen Menschen, die zu dem Zeitpunkt vor Ort waren, automatisch kontaktiert. Parallel sollen auch die Gesundheitsämter informiert werden und automatisch Zugriff auf die Daten der anderen Gäste erhalten.

Wie die Corona-Warn-App bietet die Luca-App eine Möglichkeit des Kontakttagebuchs. Der Virologe Christian Drosten hatte empfohlen, alle Orte und Kontakte, die man in der Pandemie hat, zu notieren. Dies wäre mit der App möglich.

Die Daten sollen laut Entwickler nie für die Veranstalter sichtbar sein. Um das automatische Ausloggen zu ermöglichen, nutzt die Luca-App Geofencing. Der Gastgeber legt den Radius seines Veranstaltungsorts (oder Geschäfts oder Raumes) an, Gäste müssen diesen nur verlassen, um ausgeloggt zu werden.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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