Nach Corona-Lockdown

Kaufhof und Karstadt verschwinden komplett - Galeria mit neuer Strategie

Kaufhof und Karstadt soll es bald nicht mehr geben. Grund dafür ist auch die Corona-Krise, die den Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof zu einem Richtungswechsel zwingt.

Hamm - Der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas Galeria Karstadt Kaufhof will nach den großen Herausforderungen durch den Corona-Lockdown durchstarten. Das Unternehmen will dafür Investitionen in Höhe von 600 Millionen Euro tätigen und sich einen neuen Namen auferlegen. Die Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof wären dann wohl Geschichte. (News zum Coronavirus)

UnternehmenGaleria Karstadt Kaufhof
TypWarenhauskonzern
Fusion2019
Mitarbeiterzahl18.000 (2020)

Galeria Kaufhof und Karstadt verschwinden - Was aus den Kaufhäusern werden soll

Wegen des Corona-Lockdowns, der Galeria Karstadt Kaufhof hart getroffen hat, plant der Warenhauskonzern einen strategischen Neustart. Das bestätigte Unternehmenschef Miguell Müllenbach in einem Interview mit dem Handelsblatt. Dabei soll offenbar auch an den Namen der beiden Warenhäuser gerüttelt werden. Noch heißen die Häuser entweder Kaufhof oder mal Karstadt. Doch es sei an der Zeit, dass man „auch an der Marke sieht, dass wir jetzt ein Unternehmen sind“, signalisierte Müllenbach.

Bereits die Internet-Auftritte der beiden Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof wurden zusammengelegt und unter der Marke galeria.de vereint. Dort finden Kunden unter anderem den Prospekt mit aktuellen Angeboten. Es bleibt nun abzuwarten, ob der Konzern den Namen „Galeria“ generell als Marke wählt, um sich neu aufzustellen. Details sind dazu noch nicht bekannt. Allerdings betonte Müllenbach, dass der Neustart nicht mehr lange auf sich warten ließe.

„Wir werden uns Ende Oktober mit unserem Konzept Galeria 2.0 strategisch komplett neu aufstellen“, erklärte Müllenbach. Um die strategische Neuaufstellung zu realisieren, fließen rund 600 Millionen Euro in den Umbau der Firma. 131 Warenhäuser gibt es. Sie sollen allesamt modernisiert werden, was laut Galeria Karstadt Kaufhof alleine 400 Millionen Euro in Anspruch nehmen wird. 50 bis 60 Häuser sollen vollständig umgebaut werden, die übrigen Filialen zumindest teilweise. Rund 200 Millionen Euro sollen in den Ausbau des E-Commerce-Angebots, IT und Logistik fließen.

Kaufhof und Karstadt: Namen verschwinden - Galeria soll „vernetztes Herz der Innenstadt“ werden

Mit der strategischen Neuausrichtung will Galeria Karstadt Kaufhof „das vernetzte Herz der Innenstadt werden - und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind“, so Müllenbach. Konkret bedeutet das, dass die Kaufhäuser von Karstadt und Kaufhof künftig in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden. Die Warenhäuser sollen dann entweder als Weltstadthaus, als regionaler Magnet oder als lokales Forum dienen. Frankfurt, Kassel und Kleve werden Standorte für Pilotprojekte.

Kassel soll etwa zu einem regionalen Magneten werden. Die Kaufhof-Filiale in Kassel kämpfte in Corona-Zeiten besonders ums Überleben*, wie hna.de berichtet. Nun soll es darum gehen, das Angebot mit Services, Waren und Erlebnis anzureichern, die genau dort nachgefragt werden. Galeria Karstadt Kaufhof will in Kassel und anderen „regionalen Magneten“ die eigene Verkaufsfläche reduzieren. Damit soll Platz für regionale Produkte geschaffen werden, aber auch Serviceangebote wie städtische Bürgerdienste, E-Bike-Stationen und Paketschalter sollen mit einbezogen werden.

Galeria Kaufhof und Karstadt: Prospekt soll trotz Modernisierung bleiben

Die Modernisierung vollzieht sich bei Galeria Karstadt Kaufhof auch abseits des eigenen Warenhauses. Demnach soll es eine App fürs Smartphone geben, mit der Kunden Parkplätze im eigenen Parkhaus sowie Tische im Warenhaus-Restaurant reservieren können. Doch auch für Angebote von Partnern - Friseuren, Bürgerbüros, Paketstationen - sollen Terminbuchungen vorab über jene App möglich sein. Trotz der Modernisierung will das Unternehmen jedoch an beliebten Formaten wie dem Prospekt zum Blättern mit aktuellen Angeboten festhalten.

Um seinen neuen Fahrplan erfolgreich umzusetzen, ist Galeria Karstadt Kaufhof allerdings auf weitere Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie angewiesen. Aktuell gehen die Corona-Zahlen in Deutschland nach oben, was bei vielen Menschen Sorgenfalten ob einer möglichen vierten Corona-Welle ausgelöst hat.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß/wa.de

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