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Achtung im Supermarkt: Warum Kunden den Kassenbon kontrollieren sollten

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach dem Einkauf im Supermarkt sollten Sie sich den Kassenbon genau anschauen - aus guten Gründen.

Hamm - Der Einkauf im Supermarkt oder Discounter ist erledigt, die Ware eingepackt, das Geld bezahlt - dann kommt von der Kasse oft die Frage: „Wollen Sie den Kassenbon?“ Mitnehmen oder wegschmeißen: Der Umgang mit der Quittung ist von Kunde zu Kunde verschieden.

VereinVerbraucherzentrale
HauptstandortDüsseldorf

Die einen verlassen sich darauf, dass die von der Kasse ausgespuckte Summe stimmt und verzichten auf den Beleg. Viele Kunden haben zudem wenig Lust, ihr Portemonnaie mit Quittungen zuzumüllen. Andere dagegen studieren das kleingedruckte Zahlenwerk noch an der Kasse. Es gibt einige Gründe, warum man sich die Mühe machen sollte, den Kassenbon nicht nur zu kontrollieren, sondern ihn auch aufzubewahren - und zwar richtig.

Kassenbon kontrollieren: Warum das wichtig ist

Immer wieder kommt es vor, dass der ausgezeichnete Preis am Regal nicht mit dem Preis übereinstimmt, der im Kassensystem hinterlegt ist. So kann aus dem vermeintlichen Schnäppchen leicht ein Vollpreis-Kauf werden. Wer den Kassenzettel nicht liest, dem wird das nicht auffallen und der kann entsprechend nicht reklamieren. Ab Mai 2022 müssen Supermärkte ihre Preisschilder ändern. Kunden profitieren davon.

Übrigens: Streng nach Gesetz muss eine Reklamation bereits direkt beim Einscannen moniert werden. In der Praxis ist es jedoch üblich, dass es auch nach dem Einkauf noch möglich ist, wenn man direkt auf den Kassenbon verweist.

Kassenbon: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Bei der Kontrolle des Kassenbons fällt auch auf, wenn ein Artikel an der Kasse versehentlich zweimal über den Scanner gezogen wurde. Das passiert schneller, als man denkt. Zählen Sie also lieber schon einmal im Laden durch, wie viele (zum Beispiel) Joghurts sie im Einkaufswagen haben - und wie viele davon auf dem Kassenbon aufgelistet werden. Fallen Ihnen Fehler erst nach Verlassen des Supermarkts auf, werden Sie Probleme haben, diese zu beweisen. Darauf weisen auch die Verbraucherzentralen hin.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Kunden grundsätzlich ein Umtauschrecht haben, wenn Sie eine Ware erwerben. Im stationären Handel gilt das nicht. Einige Händler haben diesbezüglich jedoch eigene Regeln und schreiben das auch auf den Kassenbon. Auch deshalb: Anschauen!

Lebensmittelpreise
Auf dem Kassenbon eines Discounters sind Preise für verschiedene Lebensmittel zu lesen. Die Kontrolle lohnt sich. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kaufland testet ein neues Bezahlsystem an der Kasse. Kunden können die Ware während des Einkaufs selbst scannen. In NRW gibt es bereits eine Test-Filiale für „K-Scan“.

Kassenbon: Nicht nur kontrollieren, sondern auch aufbewahren

Es gibt also gute Gründe, den Kassenbon zu kontrollieren. Und weitere, die Quittung auch mitzunehmen und aufzubewahren. Einer davon ist die Garantie, die bei gekauften Produkten besteht. Um das Produkt etwa bei einem Defekt reparieren zu lassen, benötigen Sie den Kassenbon. Auch wenn Sie ein Produkt zurückgeben wollen, wird meist der Kassenbon verlangt.

Das Problem bei der Aufbewahrung von Kassenbons: Viele werden auf Thermopapier gedruckt. Das hat zur Folge hat, dass Licht den Bon angreift. Lagern Sie ihn deshalb an einer dunklen Stelle. Außerdem sollten Sie vermeiden, Kassenbons im Portemonnaie aufzubewahren, da das Gerbmittel des Leders die Quittung zerstören kann. Auch auf Klarsichthüllen sollten Sie wegen der enthaltenen Weichmacher verzichten. Es macht deshalb Sinn, Kassenzettel in einem Ordner aufzubewahren, direkt eine Kopie anzufertigen oder sie einzuscannen.

Viele kennen es: Man steht vor dem Supermarkt, hat weder Kleingeld noch einen Chip für den Einkaufswagen. Kein Grund, sich zu ärgern - es gibt andere Möglichkeiten.

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