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Kartoffeln mit Keimen: Wegwerfen oder essen? Worauf Sie achten sollten

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Von: Daniel Großert

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An Kartoffeln können sich e nach Lagerung Keime bilden. Sind die Knollen dann noch essbar oder muss man sie wegwerfen? Worauf Sie achten sollten.

Hamm - Das hat wohl fast jeder schon einmal erlebt: Man möchte fürs Essen Kartoffeln schälen und merkt, dass sich an den Knollen Keime gebildet haben. Sind sie trotzdem essbar? Oder muss man sie in den Müll werfen? Darauf müssen Verbraucher achten.

PflanzeKartoffel
Wissenschaftlicher NameSolanum tuberosum
FamilieNachtschattengewächse

Kartoffeln mit Keimen: Essen oder wegwerfen? Darauf sollten Sie achten

Ob man keimende Kartoffeln noch verzehren kann, hängt von der Art und Anzahl der Keime ab. Sind sie nicht länger als ein Zentimeter, kann man sie großzügig herausschneiden und die Kartoffel bedenkenlos essen, berichtet Reiner Ley, Obst- und Gemüse-Experte bei Edeka. Erdäpfel mit längeren und dickeren Keimen sollten dagegen lieber direkt in den Müll oder auf den Kompost wandern. Ist eine Knolle von Keimen übersät, bleibt nach dem Wegschneiden entsprechend wenig von ihr übrig. Auch hier ist wegwerfen wohl die sinnvollere Variante.

Doch warum sind die kleinen Auswüchse an Kartoffeln eigentlich bedenklich? Beim Keimvorgang entstehe darin der schwach giftige Stoff Solanin, erklärt Reiner Ley. Diese chemische Verbindung schützt Kartoffeln und andere Pflanzen normalerweise vor Fressfeinden. Nimmt ein Mensch sie in zu großer Dosis zu sich, können Vergiftungserscheinungen auftreten, wie t-online berichtet. Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Brechreiz können die Folge sein, im schlimmsten Fall sogar Nierenschäden.

So können Sie Keimen von Kartoffeln verhindern - Tipps für Lagerung

Der giftige Stoff ist aber nicht nur in den Keimen, sondern auch in der Schale von Kartoffeln zu finden. Dabei gilt: Je mehr grüne Stellen eine Kartoffel hat, desto mehr Solanin enthält sie. Daher sollten Verbraucher solche Erdäpfel keinesfalls mit Schale essen. Das sollte man ohnehin nur tun, wenn sie gerade frisch aus der Erde kommen, wie Experten sagen. Ansonsten sollten grüne Stellen ebenso wie Keime großzügig abgeschnitten werden. Im Zweifel sollte man Kartoffeln aber lieber aussortieren. Beim Kochen der übriggebliebenen Kartoffeln kann man jedoch einige Fehler machen, wie merkur.de* berichtet.

Doch kann man überhaupt verhindern, dass sich Keime oder grüne Stellen an Kartoffeln bilden? Kann man: „Durch eine Lagerung bei kühlen Temperaturen zwischen drei und fünf Grad Celsius lässt sich das Auskeimen verhindern“, berichtet Edeka-Experte Reiner Ley. Lagert man die Knollen zumindest kühl, dunkel und trocken, lässt sich der Keimvorgang immerhin verlangsamen. Dazu empfiehlt es sich, Kartoffeln nicht im Netz zu lagern, sondern beispielsweise in einer Holzkiste im Keller.

Kartoffeln mit Keimen liegen mit einem Netz auf einem Tisch.
Haben sich an einer Kartoffel wenige Keime gebildet, kann sie nach der Entfernung bedenkenlos gegessen werden. © Daniel Großert/wa.de

Bei Kaufland können Kunden seit einiger Zeit besondere Kartoffeln kaufen: „Linella“ soll weniger Kohlenhydrate enthalten und damit ideal für Low-Carb-Fans sein. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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