Möglichkeit auf der Steuererklärung

Homeoffice-Pauschale kommt: Lohnt sie sich? Und für wen? Antworten auf die wichtigsten Fragen

Homeoffice gehört für Millionen Arbeitnehmer zum Alltag. Jetzt lässt es sich von der Steuer absetzen. Aber bei der neuen Pauschale gibt es einen Haken.

Hamm - Die Corona-Pandemie hat alles verändert: wie wir einkaufen, mit wem wir uns treffen - und wie wir arbeiten. Für Millionen Deutsche ist Homeoffice in diesem Jahr zum Alltag geworden. Jetzt soll sich durch eine Homeoffice-Pauschale auch bei den Steuern auswirken - allerdings nur befristet und auch nicht für alle. (News zum Coronavirus)

HomeofficeTelearbeit
Vorteileeinfach Verbindung von Familie und Beruf, freie Zeiteinteilung, kein Arbeitsweg, weniger Störungen
NachteileGefahr sozialer Isolation, schlechterer Informationsfluss, schwierige Trennung von Berufs- und Privatleben

Homeoffice-Pauschale: Arbeitnehmer können über Steuererklärung Geld zurückholen

Homeoffice bietet eine Menge Vorteile. Die Chance, sich bei Arbeitskollegen mit dem Coronavirus anzustecken, ist gleich null, der Weg zur Arbeit nicht existent, und der eigene Kaffee schmeckt auch oft besser als der aus der Büromaschine. Viele schätzen auch die Ruhe. Homeoffice hat jedoch auch Nachteile. Einer davon ist besonders groß: Die Tele-Heimarbeit, der offizielle Name für Homeoffice, führt zu höheren Stromkosten und Heizkosten, vor allem in den Wintermonaten. Die Wohnung kann während der Arbeitszeit ja nicht kalt bleiben.

Von einem Tag auf den anderen wurde in der Corona-Krise der Küchentisch zum Schreibtisch, das Kinderzimmer zum Arbeitsplatz. Manch einer kaufte Schreibtisch und Bürostuhl und musste in eine schnellere Internetverbindung investieren. Einen Teil des Geldes soll es jetzt über die Steuererklärung zurückgeben - das hat der Bundestag am Mittwoch (16. Dezember) beschlossen. Doch längst nicht alle werden profitieren.

Homeoffice-Pauschale: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Steuer-Möglichkeit

Wie kann ich Homeoffice von der Steuer absetzen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Homeoffice-Pauschale:

Kann ich mein Arbeitszimmer zuhause nicht ohnehin schon absetzen?
Ja. Doch das gilt nur, wenn in diesem Arbeitszimmer fast ausschließlich gearbeitet wird. Den Schreibtisch im Flur, die Arbeitsecke im Wohnzimmer oder den Laptop auf dem Küchentisch akzeptiert das Finanzamt nicht als häusliches Arbeitszimmer. Genau so mussten aber viele zuletzt arbeiten - nur wenige Arbeitnehmer haben zuhause so viel Platz, dass sie ein eigenes Arbeitszimmer einrichten können, das nicht auch privat genutzt wird. 
Was ist dann jetzt konkret geplant? 
Für jeden Tag Homeoffice gibt es eine Steuerpauschale von 5 Euro - allerdings nur für maximal 120 Tage, also insgesamt höchstens 600 Euro. Wer mehr als 120 Tage zuhause gearbeitet hat, hat Pech gehabt. Dieser Betrag wird bei der Steuerberechnung vom Einkommen abgezogen. Das zu versteuernde Einkommen wird dadurch kleiner und die fälligen Steuern sinken. 
Auf der Steuererklärung lässt sich eine Homeoffice-Pauschale einsetzen. Lohnt sich das?

Homeoffice-Pauschale: Lohnt sie sich? Und muss ich die Zeit beim Finanzamt nachweisen?

Muss ich meine Zeit im Homeoffice nachweisen?
Das ist noch nicht ganz klar. Experten raten aber dazu, sich eine Homeoffice-Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen. Das gilt besonders, wenn jemand mal im Büro und mal von zuhause aus gearbeitet hat. In der Regel aber müssen Arbeitnehmer für simple Steuererklärungen keine Nachweise mehr beim Finanzamt einreichen.
Lohnt sich die Pauschale für alle? 
Das kommt auf den Einzelfall an. Denn die Homeoffice-Pauschale zählt ähnlich wie die Pendlerpauschale zu den Werbungskosten. Das sind Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa auch Arbeitskleidung oder Weiterbildungen. 1000 Euro werden dafür pauschal bei allen angerechnet - egal, ob sie diese Ausgaben nachweisen können oder nicht. Nur wer mit seinen Werbungskosten inklusive Homeoffice-Pauschale über 1000 Euro kommt, wird also extra entlastet. Bei allen anderen verpufft sie. Doch ohne die Einschränkung wäre die Pauschale wohl zu teuer geworden, heißt es in Koalitionskreisen. 

Homeoffice-Pauschale: Wer profitiert und wer nicht?

Wer profitiert denn eher und wer nicht? 
Das hängt etwa davon ab, wie weit man früher zur Arbeit fahren musste. Denn je mehr Tage jemand von daheim gearbeitet hat, desto weniger Pendlerpauschale kann er anrechnen. Die beträgt 0,30 Euro pro Kilometer Arbeitsweg (eine Strecke) - ab rund 17 Kilometern Arbeitsweg lohnt sich die Pendlerpauschale also rechnerisch mehr als die Homeoffice-Pauschale. Zwar fallen beim Pendeln noch Kosten für Sprit oder Fahrkarten an, dafür können beim Homeoffice etwa Strom-, Heiz- und Internetkosten steigen. 
Soll die Pauschale dauerhaft gelten?
Nein, sie wird auf zwei Jahre befristet, gilt also für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021. Danach hofft man, dass die Corona-Pandemie überwunden ist und wieder alle an ihrem normalen Arbeitsplatz arbeiten können. Die Befristung könnte auch mit dem Geld zu tun haben: Die Bundesregierung rechnet mit Mehrkosten knapp unter einer Milliarde Euro. 

Homeoffice-Pauschale: Was kann ich noch in der Steuererklärung angeben?

Was kann man im Homeoffice noch steuerlich geltend machen?
Auch Anschaffungen wie einen Schreibtisch, Drucker, Bürostuhl oder Laptop kann man absetzen, wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt. Wer seinen eigenen Telefon- und Internetanschluss dienstlich nutzt, kann das ebenfalls angeben - allerdings in der Regel nur mit etwa 20 Prozent der Monatsrechnung. Auch das zählt alles zu den Werbungskosten.

Im Lockdown gelten bis in den Januar 2021 hinein strenge Corona-Regeln in NRW. Es kann sogar zu Ausgangssperren kommen. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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