Seit der Corona-Krise

Homeoffice ist großer Irrtum: Das sind die Unterschiede zum mobilen Arbeiten

Homeoffice, Telearbeit, mobiles Arbeiten: ein und dasselbe Konzept? Nein, das stimmt nicht. Der Begriff Homeoffice wird in Corona-Zeiten oft falsch verwendet.

Hamm - Spätestens seit der Corona-Pandemie ist das Wort Homeoffice in aller Munde. Um wegen steigender Corona-Infektionszahlen Kontakte mit den Arbeitskollegen zu vermeiden, steigt die Zahl der Menschen, die in Deutschland von zuhause aus arbeiten.

Art des ArbeitensTele-Arbeit (Home-Office oder mobiles Arbeiten)
Vorteile für ArbeitnehmerFlexibilität, Ungestörtheit, Einsparung des Arbeitswegs
Nachteile für ArbeitnehmerSoziale Isolation, erschwerter Informationsfluss

Homeoffice vs. mobiles Arbeiten: Es gibt grundlegende Unterschiede

Homeoffice soll den Mitarbeitern das Arbeiten erleichtern. Nicht nur in der Corona-Krise übrigens. Wie die Zeit berichtet, plant eine Vielzahl von Unternehmen, seinen Mitarbeitern auch nach Corona das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen. Große Firmen wie Siemens gingen voran. Nach Berichten von merkur.de* wurde rund 140.000 Beschäftigten das Arbeiten von Zuhause aus genehmigt und sogar nahegelegt. Merkur.de* berichtet auch über die Herausforderungen mit Kindern im Homeoffice.

Doch bei der Verwendung des Begriffs gibt es Verwirrung, um nicht zu sagen einen großen Irrtum. Denn Heimarbeit ist nicht gleich Heimarbeit. Ob Arbeitszeit, Arbeitsschutz oder Datenschutz. Es gibt zahlreiche Unterschiede. Diese Aspekte unterscheiden Homeoffice und mobiles Arbeiten.

Unterschiede zwischen Homeoffice und mobiles Arbeiten: Heimbüro ist mehr als nur eine Übergangslösung

Klarheit schafft zunächst, dass mit dem Wort Homeoffice, was viele verwenden, eigentlich das mobile Arbeiten gemeint ist. Diese Form des Arbeitens zeichnet sich durch wechselnde Arbeitsorte aus und bezieht auch Arbeit unterwegs mit ein - etwa aus dem Zug. Sollte jemand corona-bedingt von Zuhause aus arbeiten, ist damit ebenfalls mobiles Arbeiten gemeint. Und zwar deshalb, weil das Arbeiten von Zuhause aus sich nur einen bestimmten Zeitraum - in diesem Fall die Corona-Krise - beschränkt. Auch beim Arbeiten aus einem (Internet)-Café meint mobiles Arbeiten und nicht Homeoffice.

Homeoffice und mobiles Arbeiten ist nicht das gleiche.

Die eigentliche Bedeutung des Wortes Homeoffice ist eine andere. Dort ist das „Heimbüro“ mehr als nur eine Übergangslösung. Es handelt sich um eine feste Einrichtung. Das heißt unter anderem, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern in deren eigenen vier Wänden einen vollwertigen Arbeitsplatz einrichten muss. Die Verantwortung des Arbeitgebers für die Ausstattung der Beschäftigten ist deutlich größer, eben da es keine zeitliche Einschränkung gibt.

Tagesschau.de bezeichnet diese Form des Arbeitens auch als Telearbeit. Anderen Quellen zufolge ist Telearbeit einfach nur der übergeordnete Begriff für jegliche Arbeit, die nicht im Büro bzw. eigentlichen Arbeitsplatz verrichtet wird. In diesem Fall würde Telearbeit sowohl das Homeoffice als auch das mobile Arbeiten mit einschließen.

Homeoffice vs. mobiles Arbeiten: Arbeitsschutzgesetz greift nur beim echten Homeoffice

Die sogenannte Arbeitsstättenverordnung findet beim bloßen mobilen Arbeiten keine Berücksichtigung. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber die Haftung für die Sicherheit eines privaten Heim-Computers nicht übernehmen kann. Gleiches gilt für einen Stuhl in einem (Internet)-Café. Klar ist: Die Stromkosten übernimmt der Arbeitgeber nicht. Ruhr24.de* hat Tipps zusammengefasst, um bei der Arbeit von zu Haue Strom zu sparen.

Generell helten beim Homeoffice die gleichen Regelungen wie für den Arbeitsplatz im Büro. Das bedeutet, dass sowohl Arbeitsstättenverordnung als auch Arbeitsschutzgesetz und Arbeitszeitgesetz greifen. Die Verantwortung des Arbeitgebers ist bei diesem Konzept deutlich größer - schließlich ist das Unternehmen auch dazu verpflichtet, seinen Beschäftigten Möbel und sonstige notwendige Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Somit ist die Einführung eines Homeoffice für den Arbeitgeber mit höheren Kosten verbunden als die mobile Arbeit.

Homeoffice vs. mobiles Arbeiten: Rechtliche Fragen und Steuern

Ob Homeoffice oder mobiles Arbeiten - in jedem Fall ist es sinnvoll, rechtliche Unklarheiten zu vermeiden. Regelungen zum Homeoffice sind in den meisten Firmen bereits im Arbeitsvertrag verankert. Möglichkeiten des mobilen Arbeitens sind in der Regel in Betriebsvereinbarungen oder im Tarifvertrag zu finden. Darin geht es in Einzelfällen auch um Datenschutz und Haftungsfragen.

Denn auch beim mobilen Arbeiten gibt es einen Schutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung - allerdings nur dann, wenn der Unfall in einem direkten Zusammenhang mit der Arbeit geschieht. Das bedeutet, dass der Gang ins Bad nach dem Aufstehen nicht versichert ist, während die Unfallversicherung greift, wenn man sich beim Weg ins Arbeitszimmer den Kopf stößt.

Beschäftigte, die von Zuhause aus arbeiten, umtreiben häufig auch Fragen nach der Steuer. Ist es beim mobilen Arbeiten in Corona-Zeiten möglich, einen Pauschalbetrag von 5 Euro pro Tag bei der Steuer geltend machen? Wir haben die Antwort. - *merkur.de* und Ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare