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Recht auf Homeoffice wegen hoher Spritpreise? Was ein Experte sagt

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Von: Simon Stock

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Die Homeoffice-Pflicht wegen Corona endet bald. Aber darf man wegen der hohen Spritpreise trotzdem weiter zu Hause arbeiten? Ein Experte gibt Antworten.

Hamm - Die Preise für Benzin und Diesel steigen rasant. Einen Liter unter 2 Euro wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Wer sein Auto stehen lässt, spart also gerade viel Geld. Da liegt der Gedanke nahe, sich den teuren Weg zur Arbeit zu sparen. Das Heimbüro ist wegen Corona ja ohnehin eingerichtet. Doch am 20. März fällt die entsprechende Homeoffice-Pflicht. Können Pendler mit Verweis auf die hohen Spritkosten weiter Arbeit von Zuhause einfordern?

Homeoffice wegen hoher Benzinpreise: Habe ich ein Recht darauf? Experte gibt Antwort

Noch bis einschließlich 19. März (Samstag) sind Arbeitgeber wegen des Infektionsschutzgesetzes dazu verpflichtet, ihren Angestellten Homeoffice anzubieten, sofern es die Tätigkeit zulässt. Diese Regelung soll am 20. März auslaufen - im Rahmen eines weiteren großen Lockerungschrittes. Was der im Zeiten erneut steigender Corona-Zahlen noch beinhaltet, darüber beraten am Donnerstag (17. März) Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder. Die Maskenpflicht wird uns aber noch weiter begleiten. Hier gilt sie aktuell und auch künftig.

Die sogenannte Homeoffice-Pflicht wird fallen. So viel scheint sicher. Pendler müssen also ab dem 20. März wieder täglich in ihre Autos steigen und zur Arbeit fahren. Und viel Geld für Benzin bezahlen. Kann man beim Chef auch nach dem Auslaufen dieser speziellen Corona-Regelung noch Homeoffice einfordern?

Experte Silvio Lindemann hat keine guten Nachrichten für Arbeitnehmer. „Das ist das Wegerisiko, was hier betroffen ist“, sagte der Fachanwalt für Arbeitsrecht dem MDR. Arbeitnehmer müssen sich selbst darum kümmern, wie sie zu ihrem Arbeitgeber kommen. Ob zu Fuß, per Fahrrad, mit der Bahn oder eben dem Auto, ist seine oder ihre Sache. Hauptsache pünktlich.

Homeoffice wegen hoher Benzinpreise? Experte macht wenig Hoffnung

„Egal, ob jetzt die Bahn ausfällt, ob die Preise zu hoch sind oder ob sonstige Katastrophen entstehen. Was die Anfahrt zum Arbeitgeber behindert oder erschwert, das Risiko trägt immer der Arbeitnehmer selbst. Und er kann allein deshalb kein Homeoffice verlangen, und darauf lässt sich auch keine Homeoffice-Pflicht stützen“, sagt Silvio Lindemann dem MDR. Bei der entsprechenden Corona-Regel ging es darum, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen - und nicht ihren Geldbeutel. Und der genießt keinen besonderen Schutz.

Mit einigen Tipps lässt sich Benzin oder Diesel sparen, doch irgendwann ist der Tank leer - und muss neu aufgefüllt werden. Diese Apps für das Smartphone zeigen, an welchen Tankstellen in der Nähe es die niedrigsten Preise gibt.

Was Angestellten bleibt, ist die Hoffnung auf Verständnis der Chefs und ihr Vertrauen, dass die Arbeit - wie während der Zeit der Corona-Regelung - auch von Zuhause aus erledigt wird.

Illustration - Homeoffice
Benzin ist teuer. Wer nicht ins Büro fährt, spart viel Geld. Hat man wegen der hohen Preise einen Anspruch auf Homeoffice? © Sina Schuldt/dpa

Wichtig: Homeoffice-Regelungen, die bereits vor der Corona-bedingten Änderung des Infektionsschutzgesetzes zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertraglich vereinbart waren, werden natürlich nicht zurückgenommen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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