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Ab welcher Temperatur muss der Vermieter die Heizung anstellen?

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Von: Simon Stock

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Der Herbst hat begonnen - es wird kühler. Wann beginnt die Heizperiode und wann die Heizpflicht? Ab wann muss der Vermieter die Heizung anstellen? 

Hamm (NRW) - Der lange, heiße Sommer 2022 ist Geschichte, der kühle Herbst hat begonnen. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit stellt sich die Frage: Ab wann muss der Vermieter eigentlich die Heizung anstellen? Wann beginnt also die Heizpflicht und wann die Heizperiode?

Wer im eigenen Haus wohnt, hat es leicht. Die Heizung schaltet sich bei vielen Anlagen automatisch ein, sobald die Heizgrenztemperatur unterschritten wird. In Mehrfamilienhäusern muss die Heizung jedoch von einer externen Person manuell in Betrieb genommen werden.

Heizpflicht und Heizperiode: Ab wann muss der Vermieter die Heizung anstellen?

Grundsätzlich haben Mieter Anspruch auf den ordnungsgemäßen Betrieb ihrer Heizung. So weit, so klar. Die Frage nach der Heizperiode ist jedoch nicht so einfach zu beantworten, denn es gibt keine allgemeingültige Antwort. Wohl aber finden sich in der Rechtsprechung Urteile, die den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April des nächsten Jahres als Heizperiode bezeichnen. Und an dieser Zeitspanne orientieren sich die meisten Hausverwaltungen und Vermieter.

Wer als Mieter genau wissen will, wie die Betriebszeiten der Heizanlage im Haus sind, sollte im Mietvertrag nachschauen. Er enthält in der Regel die Daten. An dem dort genannten Stichtag müssen die Heizkörper Wärme liefern, sobald der Mieter sie aufdreht. Fehlen die Daten im Mietvertrag, gilt als Orientierung für die Heizperiode der oben genannte Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende April.

Heizperiode ab Oktober: Vermieter muss mindestens 20 Grad ermöglichen - tagsüber

Als Grundlage für die Bewertung, ob der Wohnraum ausreichend warm ist, kommt die DIN 4701 zur Berechnung des Wärmebedarfs zur Anwendung. Davon abgeleitet hat der Mieter während der Heizperiode in seiner Wohnung Anspruch auf 20 Grad bis 22 Grad von 6 bis 23 Uhr und 18 Grad in der Nacht. Diese sogenannte Nachtabsenkung soll Energie sparen. Ein Thema, das angesichts der explodierenden Heizkosten immer wichtiger wird.

Auch außerhalb der Heizperiode hat der Vermieter übrigens die Pflicht, die Heizanlage des Gebäudes in betriebsfähigem Zustand zu halten. Der Vermieter muss die Heizung einschalten, wenn die Außentemperaturen unter 16 Grad liegen bzw. länger als zwei Tage unter 18 Grad. Werden die genannten Temperaturen in der Wohnung nicht erreicht, haben Verbraucher das Recht zur Mietminderung um zehn bis 20 Prozent, bei längerer Dauer sogar deutlich mehr. Allerdings sollte der Vermieter zuvor informiert werden.

Im Übrigen haben nicht nur Vermieter, sondern auch Mieter gewisse Pflichten beim Heizen. Mieter müssen die Heizung nicht einschalten, auch wenn es in der Wohnung kalt ist. Wer es also gerne kühl mag oder Heizkosten sparen möchte, der kann die Finger vom Regler lassen. Wichtig ist allerdings, dass das Unterlassen des Heizens bzw. dass zu kühle Temperaturen nicht zu Schäden an der Mietsache führen dürfen. Sorgen zu niedrige Temperaturen für Feuchtigkeit in der Wohnung oder für Schimmelbildung, kann die Beseitigung auf Kosten des Mieters gehen, wenn das Heizverhalten Grund für diese Schäden sind.

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