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Heizöl: Tank jetzt schon voll machen - oder besser noch warten?

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Von: Katharina Bellgardt

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Der Heizöl-Preis ist stark angestiegen. Viele Verbraucher sind verunsichert: Lohnt es sich, den Tank jetzt vollzumachen? Oder sollte man noch abzuwarten?

Hamm - Seit Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet hat, sind die Öl- und Sprit-Preise deutlich gestiegen. Die Lage ist weiterhin unklar. Wird sich die EU zum Öl-Embargo entschließen? Wird Russlands Präsident Wladimir Putin die Öl-Lieferungen stoppen? Die aktuellen politischen Entwicklungen können sich auf den Heizölpreis auswirken. Deswegen stellen sich viele Verbraucher die Frage, ob man lieber jetzt bei relativ hohen Preisen den Öl-Tank füllen solle oder lieber abwarten.

Heizöl schon jetzt kaufen oder lieber abwarten?

Der Heizölpreis ist abhängig vom Ölpreis an der Börse. Dementsprechend sind Prognosen schwierig. Jedoch waren die Preise bereits Anfang März mit 204,5 Euro pro 100 Liter ihren absoluten Höchstwert. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Heizöl-Preis laut Tecson-Statistik bei 50,7 Euro.

Mittlerweile sind die Preise wieder deutlich gesunken, sind aber immer noch deutlich höher als in den Vorjahren. Mit dem Krieg in der Ukraine ist die Entwicklung derzeit nicht vorhersehbar.

Russland ist (noch) der größte Öllieferant für Deutschland. Doch laut Wirtschaftsmagazin Forbes treiben zwei weitere Faktoren den Heizöl-Preis in die Höhe. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) fördern derzeit weniger Öl. Laut Forbes begründen sie diesen Schritt mit der Angst vor einer weiteren Corona-Welle: Die Pandemie drückte die Preise nach unten, weil die Menschen weniger mobil waren. Covid-Ausbrüche wie etwa in China senken den weltweiten Bedarf an Öl.

Ukraine-Krieg, Corona und Ölpreise: Das müssen Verbraucher beachten

Zudem steigt laut Forbes die Nachfrage nach Erdöl. Auch hier liege der Grund in der Corona-Pandemie. Es ist wieder mehr möglich und die Menschen kehren ins Büro zurück oder fahren in den Urlaub. Benzin und Diesel sollen jedoch bald billiger werden. Dazu führt der Tankrabatt ab dem 1. Juni. Vergünstigungen bietet jetzt schon Lidl, der Discounter ist eine Kooperation mit Shell eingegangen.

Von dem Entlastungspaket der Bundesregierung ab Juni profitieren Verbraucher beim Heizöl zunächst nur indirekt. Sie können die Energiepauschale erhalten und sollen damit einmal 300 Euro erhalten, die jedoch versteuert werden müssen. Die derzeitigen Preise für Heizöl werden damit wohl nicht gedeckt werden.

Das Portal heizoel24 rät Verbrauchern die Preisentwicklung weiterhin zu beobachten. Wer jetzt tanken muss, habe zumindest den absoluten Höchstpreis für dieses Jahr ausgespart.

Leerlaufen sollte man seinen Heizöl-Tank auf keinen Fall, denn wie Martin Brandis vom Energieberatungsteam beim Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber Focus Online mitteilte, kann es immer wieder zu längeren Lieferfristen kommen.

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