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Alternative zur Gasheizung: Heizlüfter ist nicht nur finanziell eine schlechte Idee

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Von: Simon Stock

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Heizlüfter statt Gasheizung, um Energiekosten zu sparen? Dieser Plan für Herbst und Winter geht nicht nur finanziell nach hinten los. Der Netz-Kollaps droht.

Hamm - Die Gaspreise steigen und steigen. Hausbesitzern und Mietern mit Gasheizung graut es vor der kalten Jahreszeit. Viele wollen durch den Umstieg auf elektrische Heizgeräte Kosten sparen. Der Verkauf dieser Geräte boomt. Doch der Plan mit Heizlüftern kann schwer nach hinten losgehen - nicht nur finanziell.

LandDeutschland
KanzlerOlaf Scholz
Bevölkerung:83,24 Millionen (2020)

Heizlüfter statt Gasheizung: Experten warnen vor Kosten und Netz-Kollaps

Die Verbraucherzentralen in Deutschland warnen eindringlich vor der Anschaffung von Heizlüftern, um in der aktuellen Energiekrise Geld zu sparen. „Man spart mit Heizlüftern kein Geld, ganz im Gegenteil, man treibt die Stromrechnung in die Höhe“, sagte die Vorsitzende des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes, Ramona Pop, dem rnd. Dazu komme die Gefahr, dass die Stromverteilnetze überlastet werden, wenn massig Heizlüfter angeworfen würden.

Auch Energieunternehmen und die Bundesnetzagentur raten Verbrauchern davon ab, in Sorge um einen Gas-Engpass im Winter auf strombetriebene Heizgeräte zu setzen. „Elektronische Heizgeräte wie Heizlüfter, Radiatoren und Konvektoren sind nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen und sollten daher nur mit Bedacht eingesetzt werden“, sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Geräte könnten den Stromverbrauch eines Haushalts sehr stark erhöhen.

Wenn viele Haushalte solche Geräte gleichzeitig nutzten, könne dies auch die Stromnetze überlasten, erläuterte die Sprecherin des Lobbyverbandes der Energieunternehmen weiter. „Lokale Beeinträchtigungen im Stromnetz“ könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte auch ein Sprecher der Bundesnetzagentur. An kalten Wintertagen droht der Blackout.

Heizlüfter statt Gasheizung: Wer Geld sparen will, muss Verbrauch drosseln

Die Empfehlung der Bundesbehörde angesichts der enorm gestiegenen Gaspreise ist eine unbequeme: Wer Geld sparen will, muss den Gasverbrauch drosseln - etwa durch eine Senkung der Raumtemperatur. Schon mit einer etwas geringeren Temperatur ließen sich Spareffekte erzielen.

Auch der BDEW rät zum Energiesparen. „In fast jedem Haushalt und bei öffentlichen Gebäuden gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen - zum Beispiel die Badewanne vermeiden, kürzer Duschen oder ein professioneller Heizungscheck“, erklärte eine Sprecherin.

Heizlüfter statt Gasheizung: Verbraucherschützer erweitern Beratungsangebote

Die Verbraucherzentralen kündigten angesichts der großen Sorge vieler Bürger vor der Preisexplosion beim Gasverbrauch eine Ausweitung ihres Beratungsangebotes an. „Unsere Energieberatungsangebote werden derzeit überrannt“, sagte Bundesverbands-Chefin Pop. (mit epd)

Wegen der enorm gestiegenen Energiepreise werden Photovoltaik-Anlagen wieder interessanter für private Haushalte. Dafür sorgen einige Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Vieles wird einfacher und lukrativer. Das Verbot von Gasheizungen in Deutschland soll 2024 kommen. Für eine Wärmepumpe gibt es häufig eine Förderung. Doch die Alternative ist nicht für alle sinnvoll

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