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Heizen mit Kamin: Das sollten Sie beim Energiesparen mit Feuer beachten

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Von: Simon Stock

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Ein Feuer im Kaminofen ist gemütlich. Noch besser aber: Es lassen sich damit auch Heizkosten sparen. Allerdings gibt es einiges zu beachten.

Hamm - Draußen ist es dunkel, nass und kalt. Was gibt es da Schöneres, als sich vor ein prasselndes Kaminfeuer zu setzen? Kaminöfen und offene Kamine wurden in den vergangenen Jahren immer beliebter - allein in Nordrhein-Westfalen sind 1,7 Millionen sogenannte Einzelraumfeuerstätten installiert.

Jetzt zieht die Nachfrage noch einmal deutlich an, denn plötzlich geht es um mehr als nur wohligen Lifestyle: Heizen mit Holz wird wegen der extrem gestiegenen Energiepreise zu einer kostengünstigen Alternative. Angesichts extremer Energiekosten im Winter einfach die Heizung kaltlassen: Dürfen Mieter das?

Energie sparen durch Heizen mit Kamin

So verlockend die Aussicht ist, mit einem Kaminofen Heizkosten zu sparen: Wer noch keinen hat, wird kurz vor der anstehenden Heizperiode wohl keinen mehr bekommen, denn der Markt ist leer gefegt. Mit etwas Glück bekommt man hier und da noch Ausstellungsstücke“, sagte Andreas Schoßland, Technischer Landesinnungswart des Schornsteinfegerfachverbandes in NRW dem WDR.

Egal, ob man einen alten Kamin im Haus oder der Wohnung oder auf die Schnelle noch einen neuen bekommen hat: Wer eine „Einzelraumfeuerungsanlage“ betreiben möchte, muss sich an Verordnungen und Gesetze halten. Denn bestimmte Schwellen bei den Immissionen von Kohlenmonoxid und Feinstaub dürfen nicht überschritten werden.

Heizen mit Kamin: Ohne Schornsteinfeger geht nichts

Moderne Kamin- und Kachelöfen gibt es in verschiedenen technischen Ausführungen:

Welche Art von Ofen man auch hat: Ohne Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger geht nichts. Auf die sollte man allein schon im Eigeninteresse nicht verzichten, denn fehlt die Bescheinigung für die Inbetriebnahme, kann im Schadensfall die Versicherung die Kostenübernahme verweigern.

Feuer in der Wohnung ist immer mit Risiken behaftet - ganz besonders dann, wenn man auch noch Fehler bei der Bedienung des Kaminofens macht. So kann es zur Bildung von Ruß kommen, der zu etwa 70 bis 80 Prozent aus Kohlenstoff besteht und brennbar ist. Ein Rußbrand kann nur von der Feuerwehr bekämpft werden und „verursacht bei nicht ordnungsgemäßer Installation weitere Schäden am Gebäude“, warnt Schoßland.

Feuer ohne Kamin: Abenteuerliche Heiz-Versuche in der Wohnung

Feuerwehrleute wissen, dass einigen Menschen sogar alles zuzutrauen ist. Es gab Fälle, dass sie Wohnungen und ganze Häuser löschen mussten, weil Leute mit Kohle- oder Gasgrill für Wärme im Inneren sorgen wollten. Selbst wenn kein offenes Feuer ausbricht; bei der Verbrennung von Kohle und Gas entsteht Kohlenmonoxid, das in geschlossenen Räumen tödlich sein kann.

Wer angesichts der horrenden Energiepreise in diesem Jahr darüber nachdenkt, jetzt seinen alten und länger nicht genutzten Kamin zu reaktivieren, muss ganz besonders gut aufpassen und die Abgaswege unbedingt von einem Schornsteinfeger überprüfen lassen. Sonst kann es ein böses Erwachen geben.

Vor allem gehört nicht alles, was Holz ist, ins Feuer. „Ein Kamin ist keine Müllverbrennungsanlage“, sagt Schoßland. Ausgemusterte Euro-Paletten, lackiertes Holz oder alte Gartenmöbel zu verfeuern, ist eine schlechte Idee. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat in Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfeger-Verband eine Broschüre „Richtig heizen mit Holz“ herausgebracht. Wer sich daran hält, heizt sicher und effizient.

Dann lässt sich in diesem Winter mit dem günstigeren Kamin vermutlich der eine oder andere Euro sparen - vorausgesetzt, das begehrte Holz wird nicht knapp.

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