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Handy- und Internetvertrag: Kündigung bald einfacher möglich - so geht‘s

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Von: Daniel Großert

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Wer seinen Internet- oder Handyvertrag kündigen will, muss Laufzeiten und Fristen beachten. Doch schon bald wird die Kündigung einfacher möglich sein.

Hamm - Wissen Sie, wie lange Ihr Handyvertrag noch läuft? Oder bis wann Sie Ihren Internet-Tarif zu Hause abgeschlossen haben? Und wissen Sie auch, was Sie tun müssen, um aus den Verträgen herauszukommen? Die Kündigung wird bald unter bestimmten Voraussetzungen erleichtert. Eine Gesetzesänderung macht‘s möglich.

GesetzTelekommunikationsgesetz
AbkürzungTKG
GeltungsbereichBundesrepublik Deutschland

Handyvertrag kündigen bald einfacher möglich - so geht‘s

Schon im Mai 2021 hatte der Bundesrat ein neues Telekommunikationsgesetz (TKG) beschlossen. Die Änderungen treten nun zum 1. Dezember in Kraft. Auch wenn viele mit dem sperrigen Begriff erstmal nicht viel anfangen können: Von dieser Gesetzesänderungen können unzählige Handy- und Internet-Nutzer in Deutschland profitieren.

Bislang lief es so ab: Wenn man seinen Handyvertrag vor dem Ende der Mindestlaufzeit nicht rechtzeitig innerhalb der Kündigungsfrist kündigt, verlängert er sich automatisch um ein Jahr. Weil dann auch häufig bislang gewährte Rabatte wegfallen, wird es für den Verbraucher oft gezwungenermaßen für mindestens zwölf Monate teurer. Das Gleiche gilt auch für Telefon- oder Internetverträge.

Doch damit ist schon bald Schluss: Nach dem Ablauf der Mindestvertragslaufzeit, die in Deutschland maximal zwei Jahre betragen darf, müssen die Anbieter wie die Telekom, Vodafone oder O2 ihren Kunden eine monatliche Kündigung gewähren. Im Klartext: Verpasst ein Handynutzer die Kündigungsfrist, muss er den alten Tarif nicht mehr mindestens ein weiteres Jahr behalten, sondern kann ihn schon nach einem weiteren Monat kündigen.

Handyvertrag kündigen: Neue Regel gilt auch für alte Verträge

„Durch die neue Regelung können Verbraucher ab Dezember schneller und unkomplizierter den Tarif oder Anbieter wechseln“, erklärt Felix Flosbach, Jurist und Experte für Telekommunikationsrecht bei der Verbraucherzentrale NRW. Das gilt übrigens nicht nur für ab dem 1. Dezember neu abgeschlossene Verträge, sondern auch für alle bestehenden - also auch diejenigen, die bald möglicherweise zu speziellen Angebotspreisen am Black Friday abgeschlossen werden. Wenn Ihr Handy- oder Internetvertrag die Mindestlaufzeit überschritten hat, können Sie ihn bald zu jedem Monatsende kündigen.

Auch bei einem Umzug sollen Kunden zukünftig besser aus ihren Verträgen herauskommen. Konnte der bisherige Anbieter die gebuchten Leistungen am neuen Wohnort nicht erbringen, konnte der Vertrag bisher nicht gekündigt werden und der Kunde musste ihn auch ohne Leistung weiter bezahlen. Ab Dezember können Verbraucher in so einem Fall ebenfalls mit einmonatiger Frist kündigen - sogar dann, wenn die Mindestlaufzeit noch nicht abgelaufen ist. Das gilt auch für den Fall, wenn Personen zusammenziehen und bereits ein Vertrag in der gemeinsamen Wohnung besteht.

Ein weiterer Vorteil des neuen Telekommunikationsgesetzes für Verbraucher: Anbieter müssen ihre Kunden künftig einmal im Jahr schriftlich darüber informieren, wenn es für ihre Tarife mittlerweile bessere Konditionen gibt. Ein Wechsel kann so schnell Geld sparen.

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