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Lidl reagiert auf Hamsterkäufe: Darum dürfen Kinder kein Sonnenblumenöl kaufen

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Von: Daniel Großert

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Durch Hamsterkäufe sind in Supermärkten und Discountern manche Lebensmittel knapp. Bei Lidl durften Kinder kein Sonnenblumenöl kaufen. Was dahinter steckt.

Hamm - Die meisten Menschen hatten nach dem ersten Corona-Lockdown wohl gehofft, dass die Zeit der Hamsterkäufe vorbei ist. Doch mit Beginn des Ukraine-Kriegs wurden einige Lebensmittel in den Supermärkten und Discountern wieder knapp. Manche waren sogar kaum noch zu bekommen. Eine Lidl-Filiale hat zu einer drastischen Maßnahme gegriffen, um Hamsterkäufe zu verhindern.

Lidl reagiert auf Hamsterkäufe: Darum durften Kinder kein Sonnenblumenöl kaufen

Dass Supermärkte und Discounter zuletzt die Abgabemenge von gewissen Lebensmitteln begrenzt haben, ist nichts Neues. Durch Hamsterkäufe waren bei Mehl, Sonnenblumenöl oder Nudeln die Regale leer. Deshalb durften Kunden in der Folge oft nur noch eine Packung bzw. Flasche davon kaufen.

Diese Regelung versuchten manche Verbraucher aber, geschickt zu umgehen. Eltern schickten beispielsweise ihre Kinder einzeln an die Kasse, um jeweils eine weitere Packung oder Flasche zu kaufen. Wenn eine Mutter mit zwei Kindern einkaufen war, konnte sie also statt einer gleich drei Flaschen Speiseöl mit nach Hause bringen - und andere Kunden gingen möglicherweise leer aus oder mussten sich nach Alternativen zum Sonnenblumenöl umschauen.

Sonnenblumenöl durch Hamsterkäufe knapp: Lidl-Filiale verbietet Verkauf an Kinder

Einer Lidl-Filiale in Schleswig-Holstein ging das zu weit, wie rtl.de berichtet. Demnach verhängte der Markt in Norderstedt bei Hamburg ein striktes Verkaufsverbot für Sonnenblumenöl an Personen unter 18 Jahren. Auf diese Weise sollten Familien daran gehindert werden, mithilfe ihrer Kinder mehr vom begehrten Lebensmittel zu bekommen als andere Kunden.

Kaum noch Sonnenblumenöl ist für die Kunden in diesem Lebensmittelmarkt zu bekommen.
Durch Hamsterkäufe ist in vielen Supermärkten und Discountern Sonnenblumenöl knapp. Eine Lidl-Filiale griff daher zu einer drastischen Maßnahme. © Stefan Sauer/dpa

Die Reaktionen der Kunden ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Dem Bericht zufolge empörten sich viele Nutzer über die Ü18-Regel für den Verkauf von Sonnenblumenöl bei Lidl, wo es für Kunden bald eine große Änderung an der Kasse gibt. Andere wiederum richteten ihre Kritik gegen Hamsterkäufer und zeigten Verständnis für die Maßnahme des Discounters.

Zu denjenigen, die das Verkaufsverbot nicht besonders gut fanden, gehörten offenbar auch die Verantwortlichen von Lidl selbst. Der Konzern entschuldigte sich nämlich für die Regel: „Versehentlich kam es kurzzeitig zu dem geschilderten Vorfall ausschließlich in der genannten Filiale. Wir bitten unsere Kunden um Verständnis und möchten uns für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen“, teilte Lidl mit. Die Filiale in Norderstedt musste das Sonnenblumenöl daraufhin wieder an alle verkaufen.

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