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EC-Karte vor dem Aus - für Bank-Kunden hat das Folgen

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Von: Hannah Decke

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Das Aus der EC-Karte steht bevor. Immer mehr Banken verzichten auf die Girocard als Hauptkarte. Für Bank-Kunden hat das Folgen.

Hamm - Zahlen wir nicht mit Bargeld, nutzen wir in der Regel die Girocard, früher EC-Karte genannt. Die Deutschen zückten die Gircocard im Jahr 2021 rund 5,9 Milliarden Mal. Von Jahr zu Jahr werden die Transaktionen mehr - zuletzt vor allem auch durch die Corona-Pandemie begünstigt. Trotzdem könnte die klassische EC-Karte bald ausgedient haben.

Gircocard (früher EC-Karte)Debitkarte (Keine Kreditkarte!)
Bankkarte, die an ein deutsches Girokonto verkoppelt ist;Bankkarte der US-Konzerne Mastercard oder Visa
Nutzung im Ausland nur Co-Badging (Maestro oder V-Pay)Nutzung im Ausland möglich

EC-Karte vor dem Ende: Auswirkungen und Folgen für Bank-Kunden

Immer mehr Sparkassen, Geschäfts- und Direktbanken verlangen für die Girocard eine Gebühr. Zuletzt gingen die ING Deutschland als größte Direktbank in Deutschland sowie die DKB Bank diesen Weg. Seit März 2022 wird bei der ING pro Monat eine Gebühr von 0,99 Euro pro Monat fällig. Bei der DKB bleibt die klassische EC-Karte kostenfrei, Neukunden werden allerdings zur Kasse gebeten.

Das Aus für die EC-Karte - und das zu einer Zeit, in der alles digitaler und kontaktloser wird? Ja, denn die Banken setzen vermehrt auf Angebote der US-Konkurrenz um Visa und Mastercard. Der Wandel wurde im vergangenen Jahr beschleunigt, als Mastercard im Herbst 2021 entschied, die Kooperation mit dem deutschen Girocard-System zu beenden.

Es handelt sich dabei um das Bezahlsystem „Maestro“. Das hat es den Deutschen jahrelang ermöglicht, auch im Ausland mit ihrer EC-Karte zu zahlen. Aber das bekannte „Maestro“-Logo auf den EC-Karten verschwindet allmählich. Ab dem 1. Juli 2023 dürfen keine EC-Karten mit der Maestro-Funktion mehr ausgegeben werden.

EC-Karte in Deutschland vor dem Aus - Mastercard und Visa auf dem Vormarsch

Die Gircocard funktioniert in Deutschland natürlich auch ohne Maestro - aber eben nicht im Ausland. Auf Dauer werden Verbraucher also immer mehrere Karten im Portemonnaie haben müssen. Dazu werden nicht alle bereit sein, weshalb viele Banken in Deutschland schon jetzt anfangen, auf Visa oder Mastercard umzustellen.

Eine Bankkundin hebt mit ihrer Girokarte Bargeld von einem Geldautomaten ab. Ab 1. Juli 2023 dürfen nach einer Entscheidung des US-Kartenriesen Mastercard keine Maestro-fähigen Girokarten mehr ausgegeben werden, die den Einsatz der beliebten Zahlungskarte außerhalb Deutschlands ermöglichen.
Ab dem 1. Juli 2023 dürfen keine Maestro-fähigen Girokarten mehr ausgegeben werden, die den Einsatz der EC-Karte außerhalb Deutschlands ermöglichen. © Fabian Sommer/dpa

Eine Karte, alle Funktionen. Das klingt simpel. Es profitieren aber längst nicht alle von dieser Entwicklung. Zunächst einmal ist die Bezahlung mit einer Debitkarte von Visa oder Mastercard noch nicht überall möglich. Vor allem Apotheken und Ämter akzeptieren nur die klassische EC-Karte.

Und dann wäre da noch das Problem mit der Marktmacht, die die US-Konzerne anscheinend in Deutschland anstreben. „Visa und Mastercard können vom Handel deutlich höhere Entgelte für Transaktionen verlangen“, sagt Claudio Zeitz-Brandmeyer, Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, im Interview mit der Welt. Die Mehrkosten könnten von den Einzelhändlern an die Verbraucher weitergegeben werden.

Bei der Sparkasse ist eine Änderung für viele Kunden geplant. Millionen Nutzer in Deutschland sollen profitieren. Das Geschäftsmodell soll beeinflusst werden.

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