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Nudeln im Test: Erdöl und Pestizide in Fusilli vom Discounter - diese schneiden gut ab

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Von: Daniel Großert

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Nudeln sind das Lieblingsgericht von vielen Deutschen. Doch Öko-Test hat aber Beunruhigendes festgestellt: Die Fusilli einiger Discounter sind gefährlich.

Hamm - In vielen Haushalten in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland gehören Nudeln zum wöchentlichen Speiseplan und nehmen damit einen großen Anteil der Ernährung bei vielen Verbrauchern ein. Besonders beliebt bei den Deutschen ist die Fusilli. Öko-Test hat jetzt ausgewählte Spiralnudeln, die hierzulande auch als Spirelli bezeichnet werden, untersucht - mit zum Teil unappetitlichen Ergebnissen.

PastasorteFusilli
ZutatenHartweizengrieß
Kochzeit10 bis 13 Minuten

Fusilli im Test: Pestizide und Erdöl in Discounter-Nudeln entdeckt

Aber die gute Nachricht vorweg: 16 von 20 untersuchten Fusilli-Produkten erhielten von Öko-Test die Note „sehr gut“. Allerdings wurde in vier der untersuchten Nudeln Spuren des Pestizids Glyphosat entdeckt, das die Internationale Agentur für Krebsforschung laut Öko-Test als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft. Bei den mit dem Spritzgift verunreinigten Fusilli handelt es sich ausschließlich um Discounter-Produkte - und zwar von Edeka (Gut & Günstig), Netto (Mondo Italiano), Aldi Süd (Cucina Nobile) und Norma (Villa Gusto).

Doch das Pestizid war nicht die einzige Verunreinigung der Nudeln, die das Labor nachgewiesen hat. In drei Fusilli-Produkten wurden „leicht erhöhte“ (Aldi Süd) oder sogar „erhöhte“ Mineralölbestandteile (Edeka und Netto) gefunden, wie aus dem Testbericht hervorgeht. Konkret handelt es sich dabei um gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), wie Öko-Test im Magazin 3/2022 berichtet.

Diese sammeln sich demnach im menschlichen Körper an. „Welche Folgen das auf Dauer hat, ist noch unklar, weshalb die Belastung von Lebensmitteln so gering wie möglich gehalten werden sollte“, heißt es. Gesetzliche Grenzwerte gebe es nicht, doch immerhin überschreiten die Werte in den verunreinigten Fusilli nicht die Orientierungswerte des Lebensmittelverbands Deutschland.

Öko-Test untersucht Fusilli: Welche Nudeln mit „sehr gut“ benotet wurden

Der Fusilli-Test hat aber auch erfreuliche Ergebnisse geliefert: Laut Öko-Test wurden im Gegensatz zu früheren Spaghetti-Untersuchungen keine Probleme mit Schimmelpilzgiften festgestellt. Davon seien maximal Spuren in manchen Nudeln gefunden worden.

Für die Untersuchung hat Öko-Test insgesamt 20 Produkte von einem Labor analysieren - sowohl auf synthetische Pestizide und gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen als auch auf Mineralölbestandteile oder Rückstände von Desinfektionsmitteln.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert bei einem Nudelhersteller die Produktion von Fusilli.
Öko-Test hat viele Fusilli mit „sehr gut“ benotet. Doch in manchen Nudeln wurden Pestizide und Mineralölrückstände gefunden. © Bernd Wüstneck/dpa

Unter den 20 untersuchten Fusilli waren sieben Bio-Produkte. Diese benotete Öko-Test allesamt mit „sehr gut“ - darunter auch die günstigen Nudeln von dm (0,75 Euro pro 500 Gramm), Dennree (0,89 Euro) und Alnatura (0,99 Euro). Von den 13 getesteten Fusilli ohne Bio-Label erhielten neun die Bestnote. So bekamen sowohl Marken-Produkte beispielsweise von Barilla oder Buitoni ebenso eine „Eins“ wie die Discounter-Nudeln von Lidl (Combino), Aldi Nord (Cucina Nobile), Rewe (ja!), Kaufland (K-Classic) oder Penny.

Wer zu den Nudeln eine leckere Tomatensoße kochen möchte, sollte ebenfalls aufpassen: Laut Öko-Test ist fast jedes zweite Tomatenmark mit Schimmelpilzgiften und Pestiziden belastet. Den Testsieger gibt es bei einem Discounter. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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