Wo Strafen drohen

Musik, Handy, Alkohol: Die wichtigsten Regeln und Bußgelder für Radfahrer

Auch wegen Corona steigen immer mehr Menschen in Deutschland aufs Fahrrad. Doch auch Fahrradfahrer müssen sich an Regeln halten. Strafen und Bußgelder im Überblick.

Hamm - Die Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten ist aufgrund der vielen Beschränkungen, die der Eindämmung des Coronavirus dienen sollen, arg beschränkt. Reisen - vor allem mit Übernachtungen - sind weitgehend verboten.

Mit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr stieg auch die Nachfrage für Fahrräder enorm an - was sogar für arge Lieferprobleme sorgt. Und mit steigenden Temperaturen und der Zahl der freien Tage wie etwa über Ostern 2021 steigt auch die Zahl der Personen, die aufs Rad steigen. Darüber hinaus wechseln aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus viele von öffentlichen Nahverkehrsmitteln aufs Fahrrad. Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen schließlich weiter an.

Musik, Handy, Alkohol: Die wichtigsten Regeln und Bußgelder für Radfahrer

Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2019 445 Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, darunter 118 auf einem Pedelec, und 63 mit einem Kleinkraftrad.

Klar ist: Auch Fahrradfahrer haben sich im Straßenverkehr an Regeln zu halten. Bei Missachtung drohen teils hohe Strafen, wie aus dem Bußgeldkatalog hervorgeht.

Mit Alkohol auf dem Fahrrad unterwegs gilt als Straftat - Entzug des Führerscheins droht

Wer zum Beispiel glaubt, nach ein paar Gläsern Bier oder anderen alkoholischen Getränken das Auto stehen lassen und problemlos aufs Fahrrad umsteigen zu können, der irrt.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) heißt es: „Betrunkene Radfahrende begehen keine Ordnungswidrigkeit aus dem Bußgeldkatalog, sondern eine Straftat: Wegen absoluter Fahrunsicherheit – ab 1,6 Promille – oder geringerer Alkoholisierung in Verbindung mit Ausfallerscheinungen (Fahrfehler, Unfall) können Radfahrende angeklagt werden. Sie können ihren Führerschein verlieren, auch Radfahrverbote sind möglich.“ Genauso drohen Punkte in Flensburg.

Handy und Musik hören beim Fahrradfahren: Das müssen Sie beachten

Für das Handy bzw. Smartphone gibt es für das Fahrrad ebenfalls keinen Freifahrtschein. Telefonieren oder Nachrichten schreiben ist nicht erlaubt, Musik oder einen Podcast per Kopfhörer hören nur unter der Bedingung,  dass der Verkehr beziehungsweise die Umgebung noch wahrgenommen werden kann. Unbedingt sollte man eine Hupe, ein Martinshorn oder eine Klingel noch hören können. 

Regeln für Fahrradfahrer: Für diese Vergehen gibt es Strafen - Maßnahmen aus Bußgeldkatalog

Welche Strafen gibt es für Fahrradfahrer? Ein Überblick der Vergehen aus dem offiziellen Bußgeldkatalog.

VergehenBußgeld oder StrafanzeigePunkte in Flensburg
Handynutzung auf dem Fahrrad 55 Euro-
Zu laut Musik gehört (eine Gefährdung ist entstanden) 15 Euro-
Fahren ohne oder mit defektem Licht20 bis 35 Euro-
Missachtung des Rotlichts an der Ampel60 bis 120 Euro1
Die Ampel war bereits län­ger als eine Sekunde rot100 bis 180 Euro 1
Fahren mit mehr als 1,6 PromilleGeldstrafe und Anordnung zur MPU3
Mit mehr als 0,3 Promille auffällig gefahren oder Unfall verursachtStrafanzeige-
Bahn­über­gang trotz geschlossener (Halb-)Schranke überquert350 Euro2
Beschilderten Radweg nicht benutzt20 bis 35 Euro-
Auf dem Gehweg fahren10 bis 25 Euro-
Freihändig fahren5 Euro-
Beförderung einer über 7 Jahre alten Person auf einem ein­sitzigen Fahr­rad oder im Anhänger5 Euro-
Nebeneinander gefahren und dabei andere behindert20 bis 30 Euro-

Rubriklistenbild: © Emily Wabitsch/dpa

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