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Vier Haferflocken-Produkte im Test mit Note „ungenügend“ - Discounter reagiert

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Von: Daniel Großert

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Öko-Test hat mehrere Haferflocken untersucht. Vier Produkte erhielten die Note „ungenügend“. Ein Discounter reagiert darauf.

Hamm - Das Frühstück ist für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland eine regelrechte Glaubensfrage: Die einen mögen es süß, die anderen lieber herzhaft. Für viele, die mit einer eher süßen Mahlzeit in den Tag starten, gehören Haferflocken einfach dazu. Öko-Test hat nun zahlreiche davon unter die Lupe genommen - mit zum Teil erschreckenden Ergebnissen.

Haferflocken im Test: Viermal „ungenügend“ - Discounter reagiert

Die gute Nachricht vorab: 18 von 29 untersuchten kernigen Haferflocken haben die Note „sehr gut“ erhalten. Ein Großteil der Produkte entspricht also den höchsten Standards für Lebensmittel. Zu den Haferflocken, die im Testbericht die Bestnote bekommen haben, zählen elf Bio- und sieben herkömmliche Produkte. Unter anderem schnitten die Bio-Haferflocken von Alnatura, dm, Rossmann (Ener Bio) oder Kaufland (K-Bio) mit „sehr gut“ ab.

Aber auch die herkömmlichen Haferflocken mehrerer Supermärkte und Discounter überzeugten im Test, so zum Beispiel von Lidl (Crownfield), Edeka (Gut & Günstig) oder Kaufland (K-Classic). Das heißt im Umkehrschluss: Gut muss nicht zwangsläufig teuer sein. Die Haferflocken von Lidl und Co. gibt es bereits für 69 Cent pro 500 Gramm.

Doch nicht alle Produkte schnitten bei Öko-Test derart gut ab. Zwar bestanden sieben weitere Haferflocken die Untersuchungen mit den Noten „gut“ oder „befriedigend“, die übrigen vier fielen aber krachend durch. „Ungenügend“ lautete das Testurteil für vier getestete Haferflocken, die allesamt keine Bio-Produkte waren.

Haferflocken im Test: Produkte wegen Schimmel und Pestiziden durchgefallen

Die betroffenen Produkte gibt es bei Rewe (Ja!), Aldi Nord und Süd (Knusperone), Norma (Golden Breakfast) sowie beispielsweise bei Real, Combi oder Markant (Jeden Tag). In einem Fall müsste es allerdings „gab“ statt „gibt“ heißen: Der Discounter Norma hat die betroffene Charge nach Angaben von Öko-Test als Reaktion auf die Testergebnisse aus dem Verkauf genommen. Die anderen Händler hätten dagegen (noch) nicht reagiert.

Doch was sind die Gründe, warum die vier Haferflocken im Test so schlecht abgeschnitten haben? Zum einen wurden bei Labor-Untersuchungen erhöhte bzw. sogar stark erhöhte Werte von Schimmelpilzgiften (T-2- und HT2-2-Toxine) gefunden. „Schimmelpilzgifte in Haferflocken sind natürlich erst einmal eklig, aber eben nicht nur das. Die gefundenen Toxine können das Immunsystem schwächen und zellgiftig wirken. Und von Haferflocken verspricht man sich ja erst einmal genau das Gegenteil – dass sie gesund sind. Akut giftig sind die Haferflocken nicht. Es ist wie so oft: Die Dosis macht das Gift. Aber gerade Haferflocken essen viele Menschen, und eben auch Kinder, ja täglich“, erklärt Katja Tölle, stellvertretende Chefredakteurin von Öko-Test.

Die Schimmelpilzgifte sind aber nicht die einzigen bedenklichen Stoffe, die beim Test in den Haferflocken entdeckt wurden. In allen vier mit „ungenügend“ benoteten Produkten wies das Labor erhöhte Werte von Pesitziden wie Glyphosat, Chlormaquat oder Mepiquat vor. Glyphosat wird beispielsweise von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Zudem schädigen die Pflanzengifte die Artenvielfalt.

Öko-Test hat zuletzt weitere Produkte untersucht, die auf vielen Frühstückstischen nicht fehlen dürfen. Beim Test von Nuss-Nougat-Creme sind beispielsweise zwei der beliebtesten Marken mit „ungenügend“ durchgefallen. Auch der Test von Butter brachte für ein Marken-Produkt ein überraschend schlechtes Ergebnis.

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