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Streit eskaliert: Viele Produkte bei Edeka und Rewe wohl nicht mehr erhältlich

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Von: Hannah Decke

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Wieder ist ein Preiskampf zwischen Hersteller und Händler eskaliert. Bei Edeka und Rewe wird es deshalb wohl viele Produkte erst einmal nicht mehr geben.

Hamm - Es ist nicht gerade ein kleiner Lebensmittelhersteller, mit dem sich Edeka und Rewe verkracht haben. Der US-Konzern Mars liefert nicht mehr. Der Preiskampf ist einmal mehr eskaliert. Betroffen ist nicht etwa nur der bekannte Schokoriegel Mars. Auch weitere beliebte Marken wie Ben’s Original oder Whiskas gehören zu dem Lebensmittelriesen.

UnternehmenMars Incorporated
Gründung1911 in Tacoma, Washington
SitzMcLean, Virginia

Streit eskaliert: Zahlreiche Produkte nicht mehr bei Edeka und Rewe erhältlich

Edeka wird bereits seit einigen Monaten nicht mehr von Mars beliefert. Wie Echo24 unter Berufung auf die Lebensmittelzeitung berichtet, hat es jetzt auch Rewe getroffen. Laut Insidern soll es einen Lieferstopp für das gesamte Sortiment des US-Konzerns geben.

Es ist einer von vielen Preiskämpfen, die aktuell zwischen den Herstellern und dem Lebensmitteleinzelhandel herrscht. Erstere erhöhen aufgrund steigender Produktionskosten und Inflation die Preise für ihre Produkte. Die Händler wollen diese oft aber nicht zahlen und halten sie für überzogen.

Für Edeka ging es erst kürzlich in einem solchen Preiskampf vor Gericht. Coca-Cola kündigte einen Lieferstopp an, den die Supermarktkette allerdings per einstweiliger Verfügung untersagte. Dann die überraschende Wendung: Das Landgericht Hamburg wies das Lieferstopp-Verbot für Coca-Cola zurück. Jetzt drohen leere Getränke-Regale in den Edeka-Filialen.

M&M‘s, Whiskas, Airwaves: Viele Produkte werden bei Edeka und Rewe knapp

Die Regale in den Supermärkten leeren sich zunehmend. Mit dem Lieferstopp von Mars wird sich die Problematik noch weiter verschärfen. Nach der Streit-Eskalation zwischen Mars und den deutschen Supermärkten können Kunden künftig wohl lange nach Produkten von bekannten Marken suchen.

Betroffen sind neben den Schokoriegeln Mars, Bounty, M&M‘s und Snickers auch Tierfuttermarken wie Frolic, Royal Canin, Sheba und Whiskas. Und auch die beliebten Reisprodukte von Ben‘s Original, die Kaugummi-Markeen Airwaves und Hubba Bubba sowie Skittles gehören zu Mars.

Preiskampf mit Mars: Edeka und Netto schießen öffentlich gegen US-Konzern

Sowohl Edeka als auch Rewe haben sich auf Anfrage der Lebensmittelzeitung nicht zu den Lieferstopps geäußert. Allerdings stichelte Edeka bereits im August gegen Mars - und zwar öffentlich. Bei Facebook veröffentlichte das Unternehmen ein Bild mit dem Slogan „Marsfinsternis? Unsere Sterne stehen weiter günstig!“ Dazu heißt es außerdem: „Die Preisvorstellungen des Herstellers Mars sind auf dem Weg zum Mond.“ In den Kommentaren hagelt es Kritik an dem Vorgehen von Edeka.

Auch das Tochterunternehmen Netto sprang auf den Zug mit auf und veröffentlichte auf Facebook ein Bild, auf dem steht: „Keine Lust auf Mondpreise vom Mars? Dann geh doch zu Netto!“. Im Beschreibungstext heißt es weiter: „Der Hersteller Mars fordert eine unangemessene Preiserhöhung. Wir von Netto kämpfen für euch und bieten dir mit unseren Eigenmarken eine mindestens 64% günstigere Alternative, die aber 100% genauso gut schmeckt.“

Der Einzelhandel kommt nicht zur Ruhe. Nach zwei Corona-Jahren mit teils leer gefegte Regalen und strikten Auflagen, sorgen jetzt explodierte Energiekosten und damit verbundene Preiskämpfe mit den Produzenten für Ärger. Auch Weihnachten 2022 drohen Lieferengpässe in Deutschland. Wer das gewünschte Geschenk haben möchte, sollte früh zuschlagen. Vor allem ein Bereich ist betroffen.

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