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Capri-Sonne auf Ebay: Krasse Preise wegen entscheidendem Detail

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Für wenige Euro gibt es Capri-Sonne im Einzelhandel zu kaufen. Auf Ebay wollen Händler aber bis zu 10.000 Euro für das Kult-Getränk haben. Das steckt dahinter.

Hamm - 800 Euro für 20 Capri-Sonne mit Multivitamin-Geschmack, 3000 Euro für eine „Original“ Capri-Sonne oder doch 10.000 Euro für einen Zehnerpack mit Orangen-Geschmack - das Kult-Getränk wird im Internet für stolze Summen angeboten. Viele Menschen in NRW und Deutschland fühlen sich bei dem Gedanken an das beliebte Fruchtgetränk in ihre Kindheit zurückversetzt. Mehrere tausend Euro würde aber wohl niemand hinblättern für das Trinkpäckchen mit dem unverwechselbaren Design. Oder doch? Die Hoffnung haben einige Händler auf Ebay, die Capri-Sonne zu horrenden Preisen anbieten. Der Hintergrund: die angebotenen Trinkpäckchen gibt es so nicht mehr zu kaufen.

UnternehmenCapri Sun Group Holding
BesitzerHans-Peter Wild
Gründung1931

Capri-Sonne für 10.000 Euro angeboten - Detail macht Trinkpäckchen so teuer

Capri-Sonne gibt es seit 1969 in den Geschäften - und das Trinkpäckchen ist ein echter deutscher Bestseller. Getränkehersteller Rudolf Wild hat das Kult-Getränk erfunden und noch heute ist das Unternehmen in Familienbesitz. Ursprünglich gedacht als saisonales Getränk, weitete Wild den Verkauf schnell aus - wegen der hohen Beliebtheit. Zehn Jahre gelang Capri-Sonne ein echter Marketing-Coup: Boxer Muhammad Ali wurde Testimonial des Unternehmens. Ein Hype war entfacht.

Und der hält bis heute an. Als sich das Unternehmen 2017 internationaler ausrichtete, gefiel das den deutschen Kunden so gar nicht. Schließlich wurde das Kult-Getränk hierzulande von Capri-Sonne in Capri-Sun umbenannt. Es gab einen großen Aufschrei.

Rudolf Wild hat das Kult-Getränk erfunden. Noch heute befindet sich das Unterenehmen in Familienbesitz.
Rudolf Wild hat das Kult-Getränk erfunden. Noch heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. © Christine Cornelius

Vier Jahre später, im April 2021, folgte die nächste Produkt-Änderung - und die macht das Kult-Getränk jetzt scheinbar unheimlich wertvoll. Es geht um den Plastikstrohhalm. Der ist mittlerweile nämlich verboten. Im Juli 2021 trat ein Gesetz in Kraft, dass Einwegartikel aus Plastik grundsätzlich untersagt. Das Unternehmen reagierte, bietet seit mehreren Monaten eine Papier-Alternative an. Die missfällt aber den Konsumenten: zu viel Papiergeschmack und keine Stabilität, kritisieren diese.

Capri-Sonne für 10.000 Euro angeboten - Detail macht Trinkpäckchen so teuer

Das wollen findige Händler auf Ebay jetzt offensichtlich ausnutzen. Denn die angebotenen haben eines gemeinsam - einen Plastikstrohhalm. Hunderte bis Tausende Euros verlangen die Anbieter auf der Plattform für einen Zehnerpack. Ein Beispiel:

200 oder 249,90 Euro sollen die Angebote kosten. Es geht aber auch günstiger. 30 Euro für 1000 Plastikhalme. Den Fruchtsaft gibt es günstig dann im Laden.
200 oder 249,90 Euro sollen die Angebote kosten. Es geht aber auch günstiger. 30 Euro für 1000 Plastikhalme. Den Fruchtsaft gibt es günstig dann im Laden. © Screenshot/Hinne-Schneider

Es geht aber auch noch teurer. Bis zu 10.000 Euro verlangen die Anbieter.

30 Euro für drei Pakete? Ein Spitzenangebot oder doch lieber zuschlagen bei 1000 oder 6200 Euro.
30 Euro für drei Pakete? Ein Spitzenangebot oder doch lieber zuschlagen bei 1000 oder 6200 Euro? © Screenshot/Hinne-Schneider
Keine Sorge, es geht noch teurer. 9.999 Euro für einen Zehnerpack. Und dann steht auch noch Cari-Sun und nicht Capri-Sonne auf dem Paket, also bitte ...
Keine Sorge, es geht noch teurer. 9.999 Euro für einen Zehnerpack. Und dann steht auch noch Cari-Sun und nicht Capri-Sonne auf dem Paket, also bitte ... © Screenshot/Hinne-Schneider

Wer sein letztes Trinkpäckchen mit Plastikstrohhalm erst gestern verzerrt hat, der braucht sich aber nicht ärgern. Denn Angebote für die teuren Fruchtsäfte gibt es bislang noch nicht. Das kann sich natürlich noch ändern.

Wer sich als Hartz-IV-Empfänger bei Ebay etwas dazu verdienen möchte, muss die Einnahmen dem Jobcenter melden. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Sozialgerichts Oldenburg (AZ: S 34 AS 140/21 ER), auf die die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hinweist. „Der monatliche Bagatellbetrag liegt bei zehn Euro“, sagt Volker Gerloff, Fachanwalt für Sozialrecht und DAV-Mitglied. Alles, was darüber gehe, rechneten die Behörden auf die Bezüge an.

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