1. wa.de
  2. Verbraucher

Rekord-Spritpreise: Darf ich Benzin und Diesel auf Vorrat kaufen?

Erstellt:

Von: Daniel Großert

Kommentare

Die Spritpreise erreichen neue Rekordwerte. Darf man Diesel und Benzin auch auf Vorrat kaufen? Diese Regeln gelten für die Lagerung von Kraftstoff.

Hamm - Die Fahrt zur Tankstelle ist aktuell ein absoluter Horror: Die Spritpreise in Deutschland sind wegen des Ukraine-Konflikts so hoch wie nie zuvor. Weil die Preise für Benzin und Diesel aber wahrscheinlich noch weiter steigen werden, haben einige Autofahrer sicher schon darüber nachgedacht, Kraftstoff auf Vorrat zu kaufen. Aber ist das überhaupt erlaubt?

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,24 Millionen (2020)

Hohe Spritpreise: Darf man Benzin und Diesel auf Vorrat kaufen?

Mehr als 2 Euro kostet der Liter Benzin oder Diesel aktuell quasi überall in Deutschland. Greenpeace fordert bereits ein Tempolimit, um den Verbrauch und die Abhängigkeit von Russland zu senken. Das Ende der Fahnenstange scheint auch noch nicht erreicht: Experten rechnen damit, dass auch die 3-Euro-Marke bei den Spritpreisen bald geknackt werden könnte. Da würde es sich doch eigentlich lohnen, sich jetzt schon einen Vorrat anzuschaffen.

Wer Kraftstoff zu Hause oder in seinem Auto lagern will, kann das grundsätzlich tun. Dabei müssen aber Regeln und Vorschriften beachtet werden. Denn man darf nicht überall und unbegrenzt Benzin und Diesel aufbewahren.

Ein möglicher Ort für einen Sprit-Vorrat ist die Garage. Nach der in Nordrhein-Westfalen gültigen Verordnung dürfen in Kleingaragen bis zu 20 Liter Benzin und maximal 200 Liter Diesel in geeigneten Behältern (DIN-Norm 7274 oder 16904) gelagert werden. Die unterschiedlichen Mengen lassen sich damit erklären, dass Diesel weniger entzündlich als Benzin ist. Als Kleingaragen gelten übrigens solche, die maximal 100 Quadratmeter groß sind. In Mittel- (100 bis 1000 Quadratmeter) und Großgaragen (über 1000 Quadratmeter) ist die Lagerung von Kraftstoff dagegen komplett verboten.

Benzin und Diesel auf Vorrat kaufen: So viel Sprit darf man lagern

Auch im Keller darf Sprit gelagert werden. Hier ist die Menge auf 20 Liter begrenzt - egal ob Benzin oder Diesel im Kanister ist. Das gilt übrigens für den gesamten Keller und nicht für jeden einzelnen Raum, wie die Autozeitung berichtet. In Mehrfamilienhäusern könnte es also zu Problemen kommen. Zudem ist die Aufbewahrung von Gefahrstoffen manchmal im Mietvertrag verboten.

In der eigenen Wohnung ist die Lagermenge von Benzin und Diesel gesetzlich auf maximal einen Liter beschränkt. Ein großer Vorrat kann hier also nicht angelegt werden. Gänzlich verboten ist die Aufbewahrung von Kraftstoffen dagegen in öffentlich zugänglichen Durchgängen, Treppen(häusern) oder Fluren.

Ein Mann tankt an einer Tankstelle Benzin in einen Kanister.
Benzin und Diesel darf man in geeigneten Behältern lagern - doch dafür gelten gewisse Regeln. © Christophe Gateau/dpa

Doch um den Sprit von der Tankstelle nach Hause zu bekommen, muss er ja erstmal im Auto transportiert werden. Und auch dafür gibt es Regeln, die im „Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ - kurz ADR - zu finden sind. Danach darf die Gesamtmenge von entzündbaren flüssigen Stoffen „60 Liter je Behälter und 240 Liter je Beförderungseinheit nicht überschreiten“.

Kraftstoff im Auto transportieren: Bis zu 240 Liter möglich - doch ADAC warnt

Als Beförderungseinheit definiert die Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt „ein Kraftfahrzeug ohne Anhänger oder eine Einheit aus einem Kraftfahrzeug mit Anhänger“. Im Auto dürfen innerhalb von Deutschland also maximal 240 Liter Benzin und Diesel aufbewahrt und transportiert werden. Voraussetzung dafür ist laut ADR, dass Privatpersonen für „den persönlichen oder häuslichen Gebrauch oder für Freizeit und Sport“ nutzen. Im Ausland gelten wiederum andere Regeln, die an der Grenze zu Problemen führen könnten.

Doch sollten Autofahrer lieber darauf verzichten, dauerhaft mit so viel Sprit durch die Gegend zu fahren. Denn schließlich handelt es sich um ein Gefahrgut. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen, nicht mehr als zehn Liter Benzin oder Diesel im Auto zu transportieren. Der Kanister sollte dabei immer so weit wie möglich von den Insassen entfernt - also am besten im Kofferraum - und gut gesichert sein.

Übrigens kann man auch selbst dafür sorgen, nicht zu viel Benzin oder Diesel zu verbrauchen: Mit diesen Tipps kann man ganz einfach Kraftstoff sparen - und die hohen Spritpreise werden zumindest ein wenig erträglicher.

Auch interessant

Kommentare