Kontaktnachverfolgung

Corona-Warn-App: Update bringt lang ersehnte Funktion – weitere Features folgen

Die Corona-Warn-App hat ein Update erhalten. Nutzer könnten sich jetzt in Geschäften oder bei privaten Treffen einchecken. Bald soll es noch mehr Features geben.

Hamm - „Wir müssen lernen, mit diesem Virus zu leben“, sagte einst Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Um das normale Leben trotz Corona-Pandemie irgendwann fortsetzen zu können, sind mittlerweile mehrere Corona-Apps auf dem Markt - alle mit dem Ziel, Kontakte auf Events oder in Geschäften einfach nachverfolgen zu können. Die Corona-Warn-App der Bundesregierung hat ihre Kontaktnachverfolgung jetzt noch einmal verbessert - und weitere Features sollen folgen. (News zum Coronavirus)

NameCorona-Warn-App
EntwicklerSAP SE, Deutsche Telekom
Erscheinungsjahr12. Juni 2020
BetriebssystemAndroid, iOS

Corona-Warn-App 2.0: Update bringt Check-In-Funktion zur Kontaktnachverfolgung

Als die Corona-Warn-App im vergangenen Jahr an den Start ging, ermittelte sie zunächst nur das Infektionsrisiko und warnte vor einem Kontakt zu einer infizierten Person. Bei der Analyse von Infektionsketten stellte sich aber heraus, dass dies nicht ausreicht. Denn: In geschlossenen Räumen wie Restaurants, Kaufhäusern oder Kirchen verbreiten sich die gefährlichen Luftpartikel auch über größere Entfernungen hinweg.

Außerdem sind Aerosole, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in dem neuen Update berücksichtigt.

Wie das Projektteam der Deutschen Telekom und SAP mitteilt, erhalten Nutzer nun die Möglichkeit, sich in Läden, beim Friseur-Besuch oder auf privaten Veranstaltungen einzuchecken. Wie bei anderen Corona-Apps - etwa der Luca-App - läuft die Registrierung über einen QR-Code. In der Warn-App finden Nutzer die neue Funktion unter dem Reiter „Check-In“.

Corona-Warn-App 2.0: Update bringt gleiche Funktion wie Luca-App - nur datensparsamer

Wird der QR-Code von Besuchern oder Kunden gescannt, werden Datum und Ort des Besuches laut Hersteller lokal auf dem Smartphone gespeichert und nach zwei Wochen automatisch gelöscht. Wird jemand nach dem Besuch positiv auf das Coronavirus getestet, kann derjenige dies über die App teilen. „Der Server veröffentlicht die entsprechenden Check-Ins dann als Warnungen“, so das Projektteam.

Hier besteht auch der große Unterschied zur Luca-App: Bei dem System des privaten Unternehmens Nexenio werden die Daten zwar verschlüsselt, aber zentral gespeichert und gebündelt an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Bei der Corona-Warn-App wird nur der einzelne Nutzer informiert, der seine Daten zunächst selbst in der Hand hat. Die Luca-App wurde bereits mehrfach von Datenschützern kritisiert; jüngst schlugen Experten wegen einer Sicherheitslücke bei den Schlüsselanhängern Alarm.

Corona-Warn-App 2.0: Check-In-Funktion über QR-Code - Warnung an andere Besucher

Meldet ein Nutzer über die Corona-Warn-App seine Infektion, erhalten Personen, die sich ebenfalls auf der Veranstaltung oder im selben Laden wie die positiv getestete Person waren, eine rote oder grüne Warnung - je nachdem, „ob sich ihr Aufenthalt mit dem einer infizierten Person überschneidet“, erklären die Hersteller. „Waren sie weniger als 10 Minuten vor Ort, erhalten sie eine Warnung über eine Begegnung mit geringem Risiko (grüne Kachel). Hat sich der Aufenthalt mit der später positiv auf COVID-19 getesteten Person um 10 Minuten oder länger überschnitten, erhalten Nutzer*innen eine Warnung über eine Begegnung mit erhöhtem Risiko (rote Kachel).“

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes in der neuen Version 2.0 auf einem iPhone 12 Pro. Mit einer neuen Check-in-Funktion sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

Die neue Check-In-Funktion bei der Corona-Warn-App liefert zwei Szenarien: Ein „Ad-hoc Event“ und eine „Ständige Lokation“. Beim „Ad-hoc Event“ gibt es einen definierten Anfangs- und Endzeitpunkt. Dazu zählen dann laut Hersteller private Treffen, Feiern oder kleinere Veranstaltungen.

Zu einer „Ständigen Lokation“ zählen etwa Restaurants, Geschäfte und Friseure. Hierbei gibt es keine feste Dauer. „In diesem Fall wird ein QR-Code typischerweise für einen längeren Zeitraum in einem Raum zur Verfügung gestellt“, so das Projektteam.

Corona-Warn-App 2.0: Weitere Updates mit neuen Features folgen - Schnelltests und Impfpass

Ende März kündigte der Hersteller der Corona-Warn-App an, dass bald Schnelltests integriert werden sollen. Nutzer können dann über die App das Ergebnis ihres Corona-Tests mitteilen und so Kontaktpersonen warnen.

Ein weiteres Feature: Noch vor Beginn der Sommerferien soll in der App auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach/dpa

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