Was bedeuten die Hinweise?

Verwirrung um Corona-Warn-App: Kein Alarm - trotz Kontakt zu infizierter Person

Das Logo der Corona-Warn-App
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Was bedeutet es, wenn die Corona-Warn-App grün ist, obwohl ich Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

Die Corona-Warn-App soll im Kampf gegen die Pandemie helfen. Doch manche Warnungen sind für einige Nutzer unklar. Wir erklären, was dahinter steckt.

Dortmund – Der Herbst ist da und wir sind jetzt mitten drin: in der zweiten Coronavirus-Welle. Lange wurde sie von Experten und Politikern prophezeit, jetzt ist sie da, wie RUHR24.de* berichtet. Das könnten viele Menschen auch daran merken, dass ihre Corona-Warn-App plötzlich – nachdem sie monatelang geschwiegen hat – Alarm gibt. Was das aber genau heißt, wissen viele Nutzer nicht.

App:Corona-Warn-App
Lizenz:Apache-Lizenz
Entwickelt von: SAP, Deutsche Telekom

Corona-Warn-App: Kontakt zu einer infizierten Person und trotzdem grün

Denn die Corona-Warn-App spuckt mehr aus als nur grün oder rot, niedriges oder hohes Risiko. Was heißt es also, wenn die App zwar im beruhigendem grün erstrahlt, aber dennoch ein Kontakt zu einer mit dem Coronavirus* infizierten Person angezeigt wird?

Die Farbe Grün in der Corona-Warn-App zu sehen, ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Auch wenn gleichzeitig angezeigt wird, dass man Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Denn das Infektionsrisiko bleibt gering, wenn der Abstand zu der Person groß genug und die Zeit des Kontakts kurz genug war.

Corona-Warn-App merkt sich die Intensität eines Corona-Kontakts

Smartphones, auf denen die Corona-Warn-App* installiert ist, scannen alle fünf Minuten ihre Umgebung und suchen andere Smartphones, die die App installiert haben. Finden sich zwei Geräte per Bluetooth, tauschen sie einen individuellen Schlüssel aus.

Gibt eine Person nun an, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, erhalten alle Smartphones, die in den vergangenen 14 Tagen den Schlüssel getauscht haben, eine Mitteilung. Daraus geht aber nicht nur hervor, dass Kontakt zu einer infizierten Person bestand, sondern eben auch welche Intensität dieser Kontakt hatte (alle Informationen zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de*).

Corona-Warn-App: Aus einer Risiko-Begegnung wird eine Begegnung mit geringen Risiko

Dauerte die Begegnung weniger als zehn Minuten und waren die Smartphones der Personen mehr als acht Meter voneinander entfernt, wird das Risiko laut Zeit als unbedenklich eingeschätzt. Dennoch tauchen diese Begegnungen in der Corona-Warn-App auf, werden aber grün umrandet. Außerdem heißen sie nicht mehr „Risiko-Begegnungen“, sondern „Begegnung mit niedrigem Risiko“.

Zudem zeigt die App in diesem Fall folgenden Hinweis an: „Ein niedriges Risiko besteht insbesondere dann, wenn sich Ihre Begegnung auf einen kurzen Zeitraum oder einen größeren Abstand beschränkt hat. Sie müssen sich keine Sorgen machen, und es besteht kein besonderer Handlungsbedarf.“ Das heißt, wenn eine Person kurze Zeit hinter einer infizierten Person an der Supermarktkasse stand, schlägt die App keinen Alarm, es sei denn, der Kontakt bestand länger als 10 Minuten oder die Personen standen sich näher als 8 Meter.

Risikobegegnungen in der Corona-Warn-App werden weniger

Zeitweise kommt es vor, dass in der Corona-Warn-App an einem Tag drei und am nächsten Tag nur noch zwei Kontakte anzeigt. Das ist kein Fehler der App, sondern ist so gewollt. Denn die Risikobegegnungen werden aus der Statusanzeige gelöscht, wenn die Begegnung mehr als 14 Tage zurückliegt, berichtet die Zeit mit Berufung auf das Robert Koch-Institut (RKI).

Corona-Warn-App gibt Alarm und färbt sich rot: das ist zu tun

Aktuell steigen die Fallzahlen immer weiter und im Ruhrgebiet werden immer mehr Städte zu sogenannten Risikogebieten erklärt und neue Corona-Regeln* werden erlassen. Somit wird es in den nächsten Tagen wahrscheinlich auch öfter passieren, dass Nutzer der Corona-Warn-App eine Meldung darüber erhalten, dass sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten und somit erhöhtes Risiko besteht. Sie schlägt um und wird rot.

Die rote Warnung wird so lange angezeigt, bis Tag 15 nach der letzten Risikobegegnung vergangen ist. In diesem Fall wird Nutzern und Nutzerinnen empfohlen, sich nach Möglichkeit, nach Hause zu begeben, Begegnungen zu reduzieren und das weitere Vorgehen mit dem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder dem Gesundheitsamt abzustimmen.

Schlägt die Corona-Warn-App um und zeigt ein erhöhtes Risiko an, besteht Handlungsbedarf.

Corona-Warn-App wirkt auch, wenn nicht alle sie installiert haben

Bislang wurde die Corona-Warn-App laut RKI rund 18,4 Millionen Mal heruntergeladen (Stand: 22. September). Das ist von der Gesamtbevölkerung Deutschland noch weit entfernt und immer wieder werden Stimmen laut, die behaupten, die App würde nur dann sinnvoll sein, wenn mindestens 60 Prozent der Bevölkerung sie installiert haben und nutzen – auch davon sind 18 Millionen Nutzer weit entfernt.

Diese Behauptung geht zwar aus einer Studie hervor, doch wie die Zeit berichtet, sehen die Forscher und Verfasser das als Fehlinterpretation ihrer Studie an. Natürlich schlägt die App zuverlässiger an, wenn mehr Menschen die herunterladen und auch angeben, wenn sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Video: Angela Merkel mahnt zu Achtsamkeit

Trotz Corona-Warn-App nicht in falscher Sicherheit wiegen

Doch auch schon jetzt kann die Corona-Warn-App Infektionsketten unterbrechen. Sie kann Begegnungen aufzeigen, die sonst im Verborgenen geblieben wären. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen wie der Maskenpflicht kann die Corona-Warn-App einen Teil dazu beitragen, das Infektionsgeschehen in Deutschland einzudämmen.

Allerdings sollten Nutzer sich auf keinen Fall in Sicherheit wiegen, wenn ihre App dauerhaft grün bleibt und keinen Ton von sich gibt. Denn es gibt eine Vielzahl von Bürgern, die die Warn-App eben nicht installiert haben. Bei einer Begegnung mit ihnen hilft dann auch keine App. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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