Schummeln beim Selbsttest

Corona-Schnelltests bei Aldi: Betrug mit negativem Ergebnis möglich

Die Corona-Schnelltests für zuhause waren bei Aldi schnell ausverkauft. Wie jetzt bekannt wurde, lässt sich mit den Selbsttests leicht schummeln.

Hamm - Wer beim Verkaufsstart einen Corona-Schnelltest für zuhause ergattert hat, konnte sich glücklich schätzen. Die Selbsttests waren bei Aldi teilweise innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Aufgrund von Lieferproblemen gibt es derzeit noch keinen Nachschub. Auch andere Discounter und Drogeriemärkte warten. Die Laien-Tests sollen helfen, zum Beispiel private Treffen sicherer zu machen. Aber: Das Testergebnis lässt sich spielend leicht fälschen. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946

Corona-Schnelltest bei Aldi: Betrug mit negativem Ergebnis möglich - aber sinnlos

Mit einer neuen Teststrategie möchten Bund und Länder den Weg raus aus dem Lockdown unterstützen. Neben kostenlosen Corona-Schnelltests sollen auch Selbsttests ein Baustein sein, das Leben mit dem Virus zu ermöglichen. Letzteres soll zwar vor allem im Bereich private Kontakte zum Einsatz kommen. In manchen Bundesländern sind die Selbsttests für zuhause aber auch bei Dienstleistungen als Nachweis erlaubt - unter einer Bedingung.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist es bis zum 1. April möglich, bei einer kosmetischen Behandlung statt eines Tests im Testzentrum oder in der Apotheke auch einen Selbsttest zu machen. Aber: Der Test muss vor Ort in Anwesenheit des Personals durchgeführt werden. Ansonsten bringt die Bescheinigung eines negativen Ergebnises des Selbsttests keine Vorteile.

Der Betrug mit den Corona-Schnelltests von Aldi ist daher relativ sinnlos - außer er findet im privaten Rahmen statt. Würde beispielsweise mit Blick auf künftige Lockerungen ein Gastgeber negative Testergebnisse verlangen, könnten die Besucher ein solches fälschen - ohne den Test gekauft zu haben.

Corona-Schnelltest bei Aldi: Betrug mit negativem Ergebnis möglich - durch den QR-Code

Denn ein negatives Ergebnis der Selbsttests von Aldi lässt sich einfach fälschen, wie die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) berichtet. Über einen QR-Code auf der Verpackung des Aesku-Antigen-Selbsttests gelangt man demnach auf eine Unterseite von „ichtestemichselbst.de“. Dort kann man sich laut des Berichts selbst ein Zertifikat ausstellen.

Dafür muss allerdings nicht einmal der Test gekauft oder Packung im eigenen Besitz sein. Die DAZ berichtet, dass sich der QR-Code auch über ein Foto von einer Verpackung scannen lässt. Auf der Internetseite werden dann zwei Fragen gestellt. Die erste Frage lautet „War der Test positiv?“ Mit „Ja“ landet man bei der Aufforderung, einen Arzt aufzusuchen. Mit „nein“ gelangt man zu der zweiten Frage: „Haben Sie den Test eigenständig durchgeführt?“

Corona-Schnelltest bei Aldi: Betrug mit negativem Ergebnis möglich - aber sinnlos

Laut DAZ scheint die Antwort bei der zweiten Frage keinen Einfluss auf das weitere Verfahren zu haben. Man gelangt demnach auf die nächste Seite, auf der sich das „Testzertifikat“ herunterladen lässt. So könnte man sich theoretisch beliebig viele Bescheinigungen über ein negatives Testergebnis ausdrucken.

In der Theorie klingt das nach einem kritischen Schlupfloch - in der Praxis wird es aber vermutlich wenig Verwendung finden, eben weil ein Selbsttest in den meisten Fällen für die eigene Sicherheit und die der Liebsten angewendet wird. Im Sinne des Allgemeinwohls sollte auch jeder selbst ein Interesse daran haben, sich ehrlich auf Corona zu testen.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/dpa

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