Reservierungssystem geändert

Neue Corona-Regeln bei der Bahn: Neue Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen kommen

Neue Corona-Regeln bei der Deutschen Bahn: Das Unternehmen trifft nach einem Bund-Länder-Beschluss weitere Maßnahmen, um Ansteckungen der Reisenden zu vermeiden.

Hamm - Viele Menschen in Deutschland verbringen die Tage rund um Weihnachten im Kreise der Familie. Das ist auch im Coronavirus-Jahr 2020 nicht anders - zumal sich Bund und Länder extra für das Fest der liebe auf eine Lockerung der Regeln geeinigt haben. (News zum Coronavirus)

UnternehmenDeutsche Bahn
CEORichard Lutz (seit 22. März 2017)
HauptsitzBerlin
Umsatz42,7 Milliarden EUR (2017)

Doch nicht in jeder Familie sind die Wege so kurz, dass es mal eben mit einer Autofahrt getan ist. Rund um Weihnachten oder Silvester sind - normalerweise - die Züge der Deutschen Bahn und anderer Anbieter rappelvoll. Abstände sind dort bekanntlich kaum möglich und nicht mit den verschärften Corona-Regeln zu vereinbaren, die Bund und Länder bei ihrem jüngsten Treffen am Mittwoch, 25. November, beschlossen haben.

Corona-Regeln bei der Bahn: Mehr Platz in den Zügen gefordert

Daher gelten nun auch bei der Bahn neue Corona-Regeln, damit der Aufenthalt in den Zügen nicht zur Virenschleuder wird. Dafür gibt es jetzt einen klaren Plan.

Fahrgäste können von Freitag, 27. November, an nur noch einen Sitzplatz pro Doppelsitz reservieren, wie der Konzern mitteilte. Der jeweilige Platz daneben bleibt demnach für eine Reservierung gesperrt. Insgesamt sollen maximal 60 Prozent der Plätze pro Zug reservierbar sein. Zuerst hatte die Bild über die Pläne berichtet. 

An den Tischen in der Bahn sind demnach nur sich schräg gegenüberliegende Plätze reservierbar. Gemeinsam Reisende wie Familien und Paare können in Extra-Bereichen nebeneinander liegende Sitzplätze reservieren, wie es hieß. Einzelreisenden werden der Bahn zufolge automatisch Sitzplätze am Fenster zugewiesen, sofern diese noch frei sind. Allerdings können Fahrgäste auch weiterhin ohne Reservierung in den Zug steigen.

Corona-Regeln bei der Bahn: Mehr Züge am Mitte Dezember

„Ab Mitte Dezember bieten wir darüber hinaus mit neuen Zügen zusätzlich tausende Sitzplätze und häufigere Fahrten auf vielen Hauptstrecken an“, teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber mit. Um rund 10 Prozent will die Bahn eigenen Angaben zufolge das aktuelle Fahrplanangebot aufstocken.

Damit folgt die Bahn den Anordnungen von Bund und Ländern, die sich am Mittwochabend auf diese Maßnahmen geeinigt hatten, um soziale Kontakte zu erschweren und das Coronavirus weiter zurückzudrängen. Um eine Reservierungspflicht, wie sie zwischenzeitlich in den Vorschlägen des Bundes auftauchte, ist die Bahn vorerst herumgekommen. „Die Entscheidung von Bund und Ländern begrüßen wir“, teilte Huber mit. 

Nun sind also nur noch bestimmte Sitze in einem Zug reserviert - und volle Züge der Bahn sollen online gar nicht erst buchbar sein. Doch wer ein flexibles Ticket ohne Reservierung kauft, könne sich dennoch auf den Sitzen am Gang hinsetzen, sollte es keinen freien Fensterplatz mehr geben. 

Corona-Regeln bei der Bahn: Unternehmen hofft auf geringe Auslastung

Mit dem zusätzlichen Fahrplanangebot hofft die Bahn, die Auslastung so gering zu halten, dass solche Situationen nur selten auftreten werden. In den vergangenen Wochen ist die Nachfrage aufgrund der Corona-Lage ohnehin wieder deutlich gesunken. Die Fernzüge sind derzeit laut Bahn lediglich zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet. Im Sommer nach dem ersten Lockdown lag sie bei rund 30 bis 40 Prozent. In normalen Zeiten sind es im Schnitt 60 Prozent. 

Die Bahn hatte eine Reservierungspflicht, mit der das Fahrgastaufkommen in den Zügen möglicherweise besser gesteuert werden könnte, stets abgelehnt. Ebenso wie Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Sie wollen das „offene System“ mit viel Flexibilität unbedingt erhalten.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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