Noch nicht alltagstauglich

Neue Corona-Maske erkennt Virus: Meilenstein in der Pandemie-Bekämpfung?

Eine neue Maske aus der Wissenschaft soll der Corona-Pandemie die Stirn bieten. Der Mund-Nasen-Schutz erkennt eine Infektion mit Covid-19.

Hamm - Die Massenimpfung im Kampf gegen die Corona-Pandemie schreitet in Deutschland voran. Doch das Virus ist noch längst nicht besiegt. Zuletzt breitete sich etwa die Delta-Variante rasant aus und sorgte in vielen Ländern wieder für steigende Fallzahlen - trotz Impfung. Grund genug für Forscher und Wissenschaftler, sich nicht bloß auf die Impfungen zu verlassen, sondern auch die frühestmögliche Erkennung einer Corona-Infektion voranzutreiben. Helfen könnte dabei eine brandneue Maske. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19
ErregerSars-CoV-2, Coronavirus
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Neue Corona-Maske aus Havard erkennt Virus-Infektion über Atem

Die Delta-Variante des Coronavirus hat dafür gesorgt, dass der Impfstoff von Biontech an Wirksamkeit verloren hat. Nicht nur deshalb widmen sich Forscher nach wie vor unermüdlich der Prävention von Corona-Infektionen. Hilfreich ist es etwa, die Krankheit frühzeitig zu erkennen, um somit Infektionsketten unmittelbar zu unterbrechen, ehe sich mehr Menschen anstecken. Dazu könnte eine Gesichtsmaske beitragen, die Forschende aus Cambridge und Harvard nun entwickelt haben. Die Corona-Maske soll über den Atem einer Person herausfinden, ob diese das Virus in sich trägt.

Wie zdf-heute.de berichtet, ist in der Corona-Maske ein kleiner Sensor integriert, der die Corona-Infektion erkennen soll. Der Träger der Maske drückt einen Knopf und beginnt damit den Infektionstest. Binnen anderthalb Stunden soll das Test-Ergebnis vorliegen. Es erscheint dann in Form eines Streifens - genau wie bei einem Antigen-Schnelltest. „Wir haben im Wesentlichen ein ganzes diagnostisches Labor auf einen kleinen Sensor auf synthetischer Biologiebasis geschrumpft, der mit jeder Gesichtsmaske funktioniert“, beschreibt Peter Nguyen, Mikrobiologe an der Harvard University, die Erfindung.

Corona-Maske erkennt Virus: Das sind die Vorteile der Gesichtsmaske

  • hohe Genauigkeit von PCR-Tests
  • relativ hohe Geschwindigkeit bei Ermittlung des Ergebnisses
  • Niedrige Kosten

Forschung: Maske erkennt Coronavirus - Komplexe Technologie

Es ist nicht einfach, den technologischen Prozess, der sich hinter der neuen Corona-Maske der Havard University verbirgt, mit simplen Worten darzustellen. Denn die Technologie basiert auf sogenannten gefriergetrockneten Komponenten. Beim Knopfdruck wird eine kleine Menge an Wasser freigesetzt, das die Komponenten rehydriert. Rehydrierung bedeutet im Grunde nur, dass der Wassergehalt gesteigert wird. Der Prozess funktioniert in einem so kompakten Rahmen, dass er sich problemlos in einer einfachen Gesichtsmaske abspielen kann.

Bausteine der Technologie kamen bereits bei anderen Forschungen zum Einsatz. Diese ist nach Einschätzung von Peter Nguyen auch dazu geeignet, Substanzen wie Viren, Bakterien, Gifte und chemische Wirkstoffe zu erkennen. Dass die Technologie, die sich hinter dem Mund-Nasen-Schutz verbirgt, nun zur Idenifizierung von Krankheiten genutzt werden kann, liegt vor allem am Wyss-Institut in Cambridge. Die Forscher dort haben entscheidend zum Projekt beigetragen, indem sie den Sensor entwickelt haben, der aus der entstandenen Flüssigkeit letztlich das Coronavirus erkennt.

Neue Corona-Maske erkennt Virus: Meilenstein in der Pandemie-Bekämpfung?

Ob die Corona-Maske eine Revolution im Kampf gegen die Pandemie ist, wird sich zeigen. Zumindest vereint sie viele positive Faktoren bei der Krankheitserkennung. Im Drogerie- oder Supermarkt gibt es die Gesichtsmaske aber noch nicht zu kaufen. Aktuell ist der Mund-Nasen-Schutz lediglich eine Art Prototyp. Die Wissenschaftler halten jedoch schon Ausschau nach Partnern, um eine größer angelegte Produktion in die Wege zu leiten.

Was sich mit dem Projekt nicht unbedingt vereinen lässt, sind die immer lauter werdenden Forderungen, Geimpfte von den Corona-Regeln um die Maskenpflicht zu befreien, der sich auch längst KV-Chef Andreas Gassen angeschlossen hat. Doch das letzte Wort in dieser Debatte ist noch nicht gesprochen. Zumindest erscheint es möglich, dass Corona-Masken in bestimmten Bereichen noch notwendig bleiben. Etwa im Supermarkt. Oder bei Großveranstaltungen, Konzerten und Sport-Events, die bald wieder mit bis zu 25.000 Menschen stattfinden sollen.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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