Infektionsrisiko

Corona-Ansteckungen zuhause: So vermeiden Sie eine Infektion im privaten Haushalt

Das größte Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, besteht aktuell im privaten Umfeld. Auch zuhause sollte man daher einige Regeln beachten.

Hamm - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt und steigt. Deutschland befindet sich im zweiten Lockdown. Wir gehen wieder mehr auf Abstand, meiden Kontakte und bleiben zuhause. Doch in den eigenen vier Wänden sollte man sich nicht zu sicher fühlen - gerade wenn mehrere Menschen in einem Haushalt leben. Denn auch daheim gibt es ein Ansteckungsrisiko. Mit einigen Regeln können Sie dem aber gut entgegenwirken. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Corona-Gefahr zuhause? Wie Sie Ansteckungen in den eigenen vier Wänden vermeiden

Mit Beginn des Herbstes steigen die Corona-Zahlen in Deutschland wieder. Größere Ausbrüche hängen laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit unterschiedlichen Situation zusammen, unter anderem mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis. Aber auch jenseits von Feiern stecken sich laut RKI die meisten Menschen im privaten Umfeld an. Hat sich ein Mitglied eines Haushalts mit dem Coronavirus infiziert, ist die Gefahr groß, dass sich auch weitere Personen zuhause anstecken - und prompt steckt man in häuslicher Quarantäne.

Der Grund liegt auf der Hand: Man verbringt viel Zeit auf engem Raum miteinander. Laut RKI ist der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 die „respiratorische Aufnahme virushaltiger Partikel“, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen. Dabei unterscheidet das Institut zwischen größeren Tröpfen, die schnell zu Boden sinken, und Aerosole, die über eine längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. „Beim Atmen und Sprechen, aber noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden; beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich vermehrt größere Partikel“, heißt es beim RKI.

Corona-Gefahr zuhause? Ansteckungsrisiko durch Abstand und Lüften senken

Ist eine Person in einem privaten Haushalt nachweislich mit dem Coronavirus infiziert oder besteht die Gefahr einer akuten Infektionen, ist Abstand also das Gebot der Stunde. Andere Haushaltsmitglieder sollten sich zuhause möglichst nicht in demselben Raum mit dieser Person aufhalten.

Und: Lüften, Lüften, Lüften. „Intensives, fachgerechtes Lüften von Gebäudeinnenräumen bewirkt eine wirksame Abfuhr bzw. Verringerung der Konzentration ausgeschiedener Viren und senkt damit das Infektionsrisiko in Räumen, die von mehreren Personen genutzt werden, heißt es in der von der Bundesregierung veröffentlichten Empfehlung „Infektionsschutzgerechtes Lüften“.

Corona-Gefahr: Hygieneregeln auch zuhause einhalten - vor allem Händewaschen

Ebenfalls zuhause wichtig: Hygieneregeln einhalten. Die sollten wir während der Corona-Pandemie sowieso immer befolgen, auch wenn keine akute Gefahr einer Infektion besteht. Das A und O ist hierbei Händewaschen. Ständig kommen unsere Hände mit Keimen und Viren in Kontakt, und ständig fassen wir uns bewusst oder unbewusst ins Gesicht. Jedes Kind weiß seit Beginn der Pandemie: 20 bis 30 Sekunden Händewaschen und das Risiko ist um ein Vielfaches gesenkt.

Während wir in öffentlichen Gebäuden überall die Möglichkeit haben, uns die Hände zu desinfizieren, fragen sich viele, ob das auch zuhause notwendig ist. Aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es nur im Ausnahmefall notwendig, Desinfektionsmittel zuhause zu verwenden. Die Grundregeln der Hygiene seien ausreichend. Eine Ausnahme wäre beispielsweise, wenn bei einer ansteckenden Infektion ein abwehrgeschwächtes Familienmitglied mit im Haushalt wohnt.

Sorgfältig einseifen, lautet die Devise beim gründlichen Händewaschen - auch zuhause. (Symbolbild)

Corona-Gefahr zuhause: Spezielle Reinigungsmittel sinnvoll?

Mittlerweile werden überall Reinigungs- und Waschmittel angeboten, die biozide Wirkstoffe enthalten können. Die Produkte werden laut BfR häufig damit beworben, eine antimikrobielle Wirkung zu haben und so schädliche Mikroorganismen zu beseitigen. Ein gesundheitlicher Nutzen sei damit nicht immer verbunden oder zweifelsfrei belegt.

„Zu bedenken sind gesundheitliche Risiken, die von den Produkten ausgehen können. Diskutiert wird zudem das Risiko einer Resistenzbildung von Mikroorganismen gegen die eingesetzten bioziden Wirkstoffe“, warnt das Bundesinstitut.

Corona-Gefahr zuhause: Kontaktflächen reinigen, unterschiedliche Handtücher nutzen

Ein Ansteckungsrisiko zuhause besteht auch durch eine Schmierinfektion. Laut BfR gibt es zwar derzeit keine Fälle, bei denen nachweislich eine Übertragung durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen und Gegenständen stattgefunden hat. Das Institut schließt das Risiko aber nicht aus, vor allem, wenn sich eine infektiöse Person in unmittelbarer Umgebung befinden. Coronaviren können etwa durch Niesen oder Husten auf Oberflächen gelangen und durch die Hände auf die Schleimhäute der Nase oder Augen einer anderen Person übertragen werden. (Deshalb: in die Armbeuge niesen und husten!)

Eine neue Studie zeigt: Das Coronavirus überlebt auf glatten Oberflächen länger als gedacht. Mehr Desinfektionsmittel hält ein Experte aber für überflüssig, berichtet Ruhr24.de.

Um eine Ansteckung über Flächen zu verhindern, gilt auch hier: Händewäschen! Wer in einem Haushalt mit einer infizierten Person lebt, sollte regelmäßig Kontaktflächen wie Türgriffe, Lichtschalter und Waschbecken reinigen. Dazu muss allerdings nicht zwingend auf spezielles Reinigungsmittel zurückgegriffen werden.

Es reichen zuhause tensidhaltige Reiniger, die die Fettschicht (Lipiden) der Coronaviren zerstören. Ein Beispiel: Spülmittel. Auch alkoholhaltige Reiniger zerstören die fetthaltige Virushülle.

Die Putzlappen sollten anschließend bei 60 Grad gewaschen werden, ebenso wie Handtücher. Wer mit einer infizierten Person zusammenlebt, sollte darauf achten, dass diese Person eigene Handtücher nutzt. Auch hier ist kein spezieller Hygienereiniger notwendig.

Rubriklistenbild: © Kai Remmers/dpa/tmn

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