Infektionsrisiko

Corona-Ansteckung durch Bargeld? Studie aus Bochum liefert neue Erkenntnisse

Lieber bargeldlos zahlen aufgrund der Corona-Pandemie? Forscher der Ruhr-Uni Bochum liefern neue Erkenntnisse über das Ansteckungsrisiko von Geld.

Hamm - Mit Karte selbst beim Bäcker: Viele Menschen zahlen seit Beginn der Corona-Pandemie lieber elektronisch statt mit Bargeld. Zu groß ist die Angst vor einer Infektion durch den Kontakt. Forscher von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben jetzt untersucht, wie hoch das Ansteckungsrisiko wirklich ist, wenn man mit Münzen und Scheinen zahlt. (News zum Coronavirus)

UniversitätRuhr-Universtität Bochum
Gründung1962
Studierende42.599 (WS 2020/21)

Corona-Ansteckungsgefahr durch Bargeld: Neue Ergebnisse von Forschern zu der Übertragung

Zusammen mit den Experten der Europäischen Zentralbank erforschten Wissenschaftler der RUB aus der Abteilung für Medizinische und Molekulare Virologie, wie lange das Coronavirus auf Bargeld ansteckend bleibt und ob man sich über den Kontakt mit den Münzen und Scheinen anstecken kann.

In der Pandemie stellten viele Geschäfte auf Kartenzahlung um, weil der Kontakt dadurch reduziert wird. Die Bundesbank meldete starke Zuwächse bei den elektronischen Zahlungsweisen, obwohl die Deutschen traditionell im internationalen Vergleich eher als Barzahler und Kartenmuffel gelten. Trotzdem greifen sie im Schnitt immer noch lieber zum Bargeld.

Mit Corona angesteckt durch Bargeld? Kartenzahlung nimmt immer mehr zu

Die Forscher der Ruhr-Uni in Bochum (Nordrhein-Westfalen) untersuchten, wie viele ansteckende Partikel des Virus vom Geld auf die Haut übertragen werden können. Und geben Entwarnung: Unter realistischen Bedingungen sei das Ansteckungsrisiko sehr gering.

Dabei bleiben die Viren für eine gar nicht so geringe Zeit auf den Geldstücken: Auf 10-Cent-Stücken halten sie sich sechs Stunden, auf 5-Cent-Stücken sind sie nach einer Stunde vollständig verschwunden. „Dass es beim 5-Cent-Stück schneller geht, liegt daran, dass es aus Kupfer besteht, worauf Viren bekanntermaßen weniger stabil sind“, erklärte Dr. Daniel Todt, der das Projekt zusammen mit Professor Dr. Eike Steinmann geleitet hat. Bei größeren Beträgen sieht es anders aus: Auf der 1-Euro-Münze hält Corona zwei Tage, auf 10-Euro-Scheinen drei Tage.

Übertragung von Coronaviren über Geld auf die Haut untersucht

Die Übertragung selbst von Geld auf die Haut ist jedoch so gut wie unmöglich: „Wir haben gesehen, dass schon, nachdem die Flüssigkeit angetrocknet war, praktisch keine Übertragung infektiöser Viren mehr stattfindet“, so Forscher Todt.

Die Wissenschaftler untersuchten das Ansteckungsrisiko von mit Coronaviren benetztem Bargeld auf künstliche Haut. Zudem machten sie Viren unschädlich und probierten aus, wie sich die Übertragung auf die Fingerspitzen von Testpersonen auswirkte.

Die Ansteckung erfolgt also in den meisten Fällen über Aerosole oder Tröpfchen. Die Studie der Europäischen Zentralbank und der RUB zeigt, dass Schmierinfektionen (Ansteckung durch die Berührung von Objekten oder Lebewesen) mit dem Coronavirus so gut wie nie vorkommen.

Rubriklistenbild: © Debarchan Chatterjee/dpa

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