Gebühren für Sparer

Millionen Bestandskunden betroffen: Commerzbank schafft kostenloses Girokonto ab

Bestandskunden der Commerzbank werden bald für ihr Girokonto zahlen müssen. Die Bank beendet das kostenlose Angebot und erhebt ab Juli Gebühren.

Hamm – Die Commerzbank nimmt deutliche Änderungen an ihrem Portfolio vor: Das kostenlose Girokonto wird abgeschafft, stattdessen müssen Bestandskunden auch in NRW ab Juli Gebühren zahlen.

UnternehmenCommerzbank Aktiengesellschaft
SitzFrankfurt am Main
Bilanzsumme463,6 Mrd. Euro (2019)

Commerzbank schafft kostenloses Girokonto ab – Kunden müssen ab Juli zahlen

Die Commerzbank schickt derzeit Kunden mit bislang kostenlosem „Vorteilskonto“ Briefe, in denen sie ankündigt, dass ab Juli Gebühren 4,90 Euro im Monat für das Konto erhoben werden. Laut Informationen von Focus ist nicht nur das „Vorteilskonto“ betroffen, sondern auch die Konten mit den Namen „0-Euro-Konto“, „0-Euro-Vorteils-Konto“, „0-Euro-Vorteil“, „PlusKonto Vorteil“ und „PlusKonto 0-Euro“.

Wer allerdings ein neues Konto eröffnet, hat noch Chancen gebührenfrei zu bleiben. Jedoch ist das neue kostenlose Girokonto der Commerzbank an Bedingungen gebunden.

Mindestens 700 Euro müssen im Monat auf das Konto eingehen, sonst wird eine Gebühr von 9,90 Euro pro Monat fällig. Weitere Karten und Bargeldauszahlungen an Fremdautomaten sind kostenpflichtig. Außerdem müssen Kunden, wenn sie am Bankschalter Geld einzahlen oder abheben, 2,50 Euro pro Vorgang zahlen. Auch weitere Karten sind nur kostenpflichtig zubuchbar.

Kontogebühren der Commerzbank: Wer zu viel spart, muss zahlen

Das Konto, so steht es auf der Seite der Commerzbank, darf nur privat benutzt werden. Außerdem werden zu fleißige Sparer bestraft. Wer mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat (oder ab dem 1. August mehr als 50.000 Euro) muss ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent des Gesamtguthabens zahlen.

Kunden, die mehr Service in Anspruch nehmen wollen oder nicht regelmäßig 700 Euro auf das Konto einzahlen möchten, müssen wieder Kontoführungsgebühren zahlen - zum Beispiel 6,90 Euro für das „Extra Klassik“ oder 12,90 Euro für „Extra Premium“, wenn noch Kreditkarten dazukommen.

Commerzbank erhebt Gebühren auf Girokonto: Banken sparen Sparkonten ein

Die Commerzbank begründete diesen Schritt mit starken Veränderungen der Rahmenbedingungen des Marktes. Viele Banken reagierten bereits auf die Änderungen auf dem Finanzmarkt. Mit normalen Einlagen auf Girokonten können viele der Geldinstitute kaum noch Geld verdienen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) eine Nullzinspolitik betreibt. Banken müssen für ihre Einlagen zahlen - und damit auch für das Gesparte ihrer Kunden.

Viele traditionelle Sparverträge mit hohen Zinsen für die Kunden wurden deswegen bereits gekündigt. Sparer werden immer öfter aus den Verträgen gedrängt - auch von der Sparkasse. Banken geben in vielen Fällen die Strafzinsen der EZB an ihre Kunden weiter.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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