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Chips im Test: Viele Produkte fallen durch - vernichtende Note für Klassiker

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Von: Simon Stock

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Kartoffelchips sind lecker, aber ungesund. Stiftung Warentest hat 25 Chips-Sorten auf Geschmack und Schadstoffe untersucht. Ein Klassiker bekommt „mangelhaft“.

Hamm - Kartoffelchips sind Teufelszeug. Wer einen davon isst, will mehr. Und mehr. Dass die regelmäßige Tüte Chips vor dem Fernseher kein gewinnbringender Teil der Ernährung ist, dürfte jedem klar sein. Chips enthalten Fett, Kohlenhydrate und viel Salz. Ein Testbericht der Stiftung Warentest (Ausgabe 11/2022) zeigt jetzt, dass einige Produkte noch Schlimmeres beinhalten. Ein Fünftel der untersuchten Sorten fielen mit der Note „mangelhaft“ durch.

Getestet wurden 25 Kartoffel-Knabber­erzeug­nisse, darunter 16 klassische Chips-Produkte aus der Tüte, vier Kartoffelsnacks und fünf Stapelchips-Sorten aus der Dose. Am wichtigsten war den Testern mit 45 Prozent der Gesamtbewertung das sensorische Urteil: Wie riechen und schmecken die Chips? Sind sie knusprig genug? Außerdem wurde die Qualität des verwendeten Fetts untersucht, ob Bakterien oder Keime drin sind und ob die Produkte mit Schadstoffen belastet sind.

Kartoffelchips im Test: Jedes fünfte Produkt fällt durch - Note 5 für Pringles

Das Ergebnis: Acht Produkte schneiden „gut“ ab, sechs bekamen die Note „befriedigend“ und sechs „ausreichend“. Fünf Chips-Produkte fielen wegen hoher Schadstoffbelastung mit „mangelhaft“ durch.

Meist sind es zu viel Salz und die Schadstoffnote, die ein gutes Ergebnis verhinderten. Vor allem nachgewiesenes Acrylamid stößt den Testern auf. Es entsteht beim Frittieren und Backen, wenn die Temperaturen über etwa 120 Grad steigen. Der Schadstoff kann das Erbgut verändern und löst möglicherweise Krebs aus.

Aber auch grüne Stellen mit Glykoalkaloide aus den Kartoffelschalen, das schädliche Fett-Umwandlungsprodukt Glycidol aus dem Öl sowie Mineralölkohlenwasserstoffe aus der Produktion vermiesen den unbeschwerten Chips-Genuss. Am stärksten damit belastet sind laut Stiftung Warentest die „Kettle Chips Paprika & Roasted Onion“ (Note „mangelhaft“). Auch ein Klassiker gehört wegen hoher Belastung mit Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) zu den Testverlierern: die „Pringles Classic Paprika“. Ganz vermeiden lassen sich laut Test kritische Stoffe in Chips jedoch nicht. Die Konzentration mache den Unterschied.

Kartoffelchips im Test: Stiftung Warentest untersucht auf Schadstoffe

Dass es auch mit wenigen Schadstoffhöhen geht, beweist laut Stiftung Warentest der Testsieger: Die Kartoffelchips „Krosse Kerle“ erobern mit der Note 1,8 den ersten Platz. Das Urteil der Tester: Sie schmecken aromatisch, sind knusprig und vielfältig gewürzt und haben den geringsten Fett- und Salzgehalt. Bei Kartoffelchips mit Paprikawürzung wurden diese Produkte mit „gut“ bewertet:

Bei den Kartoffelsnacks - Produkte, die nicht aus Kartoffelscheiben, sondern aus -teig bestehen - schnitten die „Pom-Bären“ am besten ab (1,99 Euro pro 100 Gramm/Note 2,2). Bei den Stapelchips setzten sich die von „Edeka Gut & Günstig Chips for Friends Paprika“ und „Rewe Ja Stapelchips“ Paprika“ (2,4, je 0,74 Euro) an die Spitze.

Von Geschmack und Schadstoff-Belastung einmal abgesehen, haben die Tester noch einen Umwelt-Tipp: Chips-Tüten sind besser recycelbar als Stapelchipdosen.

Öko-Test hat mehrere Haferflocken untersucht. Vier Produkte erhielten die Note „ungenügend“. Ein Discounter reagiert darauf. Zwei der beliebtesten Marken für Nuss-Nougat-Creme sind bei einem Test komplett durchgefallen. Für Milka und Nutella gab es die Note 6.

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