Angebote auf Amazon und Co.

Black Friday 2020: Angebote bei Amazon und Co. - Vorsicht vor diesen Tricks

Am Black Friday 2020 beginnt die Jagd nach Angeboten. Insbesondere Amazon bewirbt vermeintliche Schnäppchen an diesem Datum. Aber wie viel kann der Käufer am 27. November tatsächlich sparen?

Hamm - Der Black Friday 2020 steht vor der Tür. Am Freitag, 27. November, werden die Händler wieder mit den „besten Deals“ und „tollen Angeboten“ um sich werfen. Ein reines Marketing-Event, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit wa.de*. Also kein Ausverkauf der Superlative?

NameBlack Friday
DatumFreitag, 27. November 2020
HerkunftUSA

Black Friday 2020: Lohnt sich die Schnäppchen-Jagd? Experte gibt Tipps

Amazon Prime Day, Singles Day, Black Friday und kurz danach der Cyber Monday: Besonders in den Monaten vor Weihnachten überschlägt sich der Handel mit Aktionstagen, an denen Verbraucher vermeintlich viel Geld beim Einkauf sparen. Die Tage weiten sich immer mehr aus, aus dem Black Friday ist schon längst die Black Week geworden - und Amazon bietet schon zwei Wochen vorher „frühe Black Friday Angebote“ an. Pünktlich zum Black Friday hat die Gewerkschaft Verdi zum Streik bei Amazon aufgerufen.

„Grundsätzlich ist jeden Tag Ausverkauf im Netz“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. „Zusätzlich versuchen die Händler aber, solche Events zu schaffen. Man merkt gerade zu dieser Zeit, wie künstlich das ist.“ Vor dem Schnäppchen sei schon wieder nach dem Schnäppchen. Permanenter Ausverkauf - eine Marketing-Strategie, berichtet auch hna.de*.

Black Friday 2020: Wie viel spart der Käufer bei den Angeboten wirklich? Experte klärt auf

Laut Tryba könne sich der Käufer grundsätzlich von dem Gedanken verabschieden sich zu fragen, ob er am Black Friday 2020 wirklich das super-duper Angebot gemacht hat. „Das kann ich nie wissen. Es sind dynamische Preise, die immer sehr stark schwanken“, erklärt der Sprecher der Verbraucherzentrale.

An Aktionstagen werde mit enormen Preisnachlassen wie 50 Prozent oder mehr geworben - in Wahrheit seien es aber viel weniger. Der Grund: Laut Tryba geben die Händler oft die UVP (Unverbindliche Preisempfehlung) des Herstellers als „alten Preis“ an, von dem der sagenhafte Rabatt heruntergeht. So kosten dann zum Beispiel die Kopfhörer am Black Friday plötzlich nicht mehr 100 Euro (UVP), sondern 50 Euro.

Black Friday 2020: Händler tricksen beim Preisnachlass

In Wahrheit hat der Händler aber oft schon vorher den Artikel nicht für den empfohlenen Preis angeboten, sondern lag deutlich unter der UVP. Der Preisnachlass scheint für den Käufer enorm, ist für den Händler aber bei Weitem nicht so gravierend wie angegeben.

Stichproben der Verbraucherzentrale NRW haben laut Tryba ergeben, dass nicht etwa Bestseller und die neusten Artikel beim Black Friday angeboten werden, sondern vielmehr ältere Produkte. Übrigens: Die Deutschen suchen am ehesten nach Angeboten von Media Markt, Amazon und Saturn, berichtet merkur.de*.

Black Friday 2020: Experte gibt Tipps - darauf sollten Sie bei der Schnäppchenjagd achten

Georg Tryba möchte den Black Friday 2020 aber nicht verteufeln. „Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn man irgendetwas braucht, an dem Tag dann drauf zu schauen“, so der Sprecher. Der Verbraucher sollte sich aber darauf einstellen, dass mit vielen psychologischen Tricks gearbeitet wird, etwa Bestandsanzeigen oder Uhren, die ablaufen. „Das sind Tricks, die einen Kaufreiz erzeugen sollen.“ Davon soll man sich laut Tryba nicht blenden lassen. Oftmals würden Anmerkungen wie „Nur noch wenige verfügbar“ nicht viel über den tatsächlichen Bestand aussagen und Angebote auch nach Ablauf der Zeit noch online stehen.

Wer am Black Friday 2020 zuschlagen möchte, soll drei Regeln beachten, rät die Verbraucherzentrale NRW: Bedarf, Qualität, Preis:

  • Bedarf: Brauche ich überhaupt irgendetwas? Vor allem Kleidung und Technik werden laut Tryba häufig an Aktionstagen gekauft, obwohl kein Bedarf besteht.
  • Qualität: Georg Tryba rät, sich vor dem Kauf über die Produkte ausreichend zu informieren. Unabhängige Tests im Internet können helfen, einzuschätzen, ob sich ein Kauf lohnt.
  • Preis: Mit Hilfe von Preissuchmaschinen kann der Käufer Preise vergleichen. „Da empfehlen wir aber, nicht nur eine zu benutzen sondern mehrere“, sagt Tryba.

Black Friday 2020: Start der Weihnachtseinkauf-Saison

Der Black Friday (Schwarzer Freitag) kommt ursprünglich aus den USA. Dort handelt es sich immer um den Freitag nach Thanksgiving und gilt als Start der Weihnachtseinkauf-Saison. Da sich viele Amerikaner an dem Freitag nach Thanksgiving einen Brückentag nehmen und erste Weihnachtseinkäufe machen, machen die Geschäfte große Umsätze und locken mit Rabatten.

In den USA findet der Black Friday hauptsächlich im stationären Einzelhandel, also vor Ort in den Geschäften statt. In Deutschland werden die Angebote an dem Aktionstag vor allem online angeboten. Apple war 2006 das erste Unternehmen, das zum Black Friday mit Rabatten warb.

Die Herkunft der Bezeichnung „Black Friday“ ist etymologisch nicht abschließend geklärt. Es gibt mehrere Erklärungen - etwa, dass die Menschenmassen auf den Straßen und in den Einkaufszentren von Weitem wie eine schwarze Masse erscheinen. Es könnte aber auch daher kommen, dass an dem umsatzstarken Tag die Händler die Möglichkeit haben, schwarze statt rote Zahlen zu schreiben.

Der Singles Day hat den Black Friday übrigens mittlerweile als umsatzstärksten Rabatttag abgelöst. Die Umsätze sind höher als am Black Friday und am Cyber Monday zusammen, berichtet hna.de*. - *merkur.de und hna.de sind Teile des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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