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Zu wenig Benzin in Deutschland? Engpässe beim Tanken befürchtet

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Von: Sven Schneider

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Das Tanken von Benzin könnte zu einem Problem in Deutschland werden - nicht nur, weil am 1. September der Tankrabatt endet. Lieferengpässe drohen.

Hamm - Es kommt aktuell vieles zusammen, was den Verbraucher in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland verzweifeln lässt. Auf die Coronavirus-Pandemie folgte der Ukraine-Krieg. Dessen Auswirkungen sind enorm, befinden wir uns doch inmitten einer Energiekrise. Zwar hatte die Bundesregierung mit Maßnahmen wie dem 9-Euro-Ticket oder Tankrabatt reagiert. Die jedoch laufen am 1. September ab.

Nicht nur ist mit einem krassen Preisanstieg beim Tanken zu rechnen. Aufgrund der Senkung der Energiesteuer kostete beispielsweise Benzin im Schnitt 30 Cent weniger zwischen Juni und August. Ab September jedoch könnten die Preise pro Liter erneut die Zwei-Euro-Marke übersteigen. Zwar können Autofahrer nun mit Google Maps Sprit sparen, das jedoch ändert nur minimal etwas am hohen Kostenaufwand. Ob sich Tanken in den Niederlanden, Belgien oder Rheinland-Pfalz lohnt, erklärt 24RHEIN.

Tankrabatt endet und Lieferengpässe: Hat Deutschland bald zu wenig Benzin?

Das Tanken könnte generell zum Problem werden. Der Grund: anhaltende Trockenheit. Schon seit Tagen bewegt sich der Rhein-Pegel in Richtung Tiefstwert. An der flachsten Stelle in Rheinland-Pfalz lag dieser nur noch bei rund 33 Zentimetern. Sinkt der Pegel an einigen Stellen weiter, ist der Frachtverkehr deutlich eingeschränkt bis gar kaum möglich.

Denn: Je niedriger der Wasserpegel, desto weniger Güter können die Binnenfrachter transportieren. Schon jetzt können Schiffe den südlichen Rhein und stellenweise den Oberrhein aufgrund ihres Tiefgangs nicht passieren, wie Steffen Bauer, Chef von Deutschlands größtem Binnenschiffbetreiber HGK, dem Handelsblatt erklärte.

Benzin, Diesel und Öl nicht zur richtigen Zeit und in ausreichender Menge vorhanden

Besonders betroffen könnte der Süden Deutschlands sein. „Bei der Tankstellen-Versorgung im Süden Deutschlands kann es dadurch zu Engpässen kommen“, sagte Bauer. Auch der Branchenverband En2x geht von Lieferengpässen aus. Mineralölprodukte seien derzeit genügend vorhanden. „Aber wir sehen uns mit großen Herausforderungen konfrontiert, Benzin, Diesel oder Heizöl zur rechten Zeit und in ausreichender Menge an die Zielorte zu transportieren“, so ein Sprecher des Branchenverbands.

Noch in dieser Woche sind Gewitter mit Starkregen in Teilen Deutschlands vorhergesagt. Dass diese für Entlastung des Rheinpegels sorgen, darf bezweifelt werden. Transport-Alternativen gebe es derzeit kaum. Ein Umstieg auf den Schienenverkehr ist ob der chaotischen vergangenen Wochen kaum denkbar, fielen doch ob des großen Krankheitsstandes sowie Baustellen im Netz der Deutschen Bahn zahlreiche Züge aus.

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