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Autofahrer aufgepasst: Tempo-Überwachung im Auto ist ab Juli 2022 Pflicht

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Von: Julian Kaiser

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Autofahren soll sicherer werden - unter anderem mit einem Geschwindigkeitsassistenten. Doch das System ISA hat einen Haken. Was Autofahrer wissen sollten.

NRW – Ob Sonntagsfahrer oder Bleifuß: Die EU hat bereits im Jahr 2019 eine Verordnung auf den Weg gebracht, die den Straßenverkehr ab Juni dieses Jahres für alle sicherer machen soll. Doch die ist nicht ohne Fehler.

Europäische UnionStaatenbund aus 27 Mitgliedsstaaten
Gründung1951 als EGKS, in heutiger Form seit 1993 bestehend
WährungEuro

ISA: EU will durch Geschwindigkeitsassistenten mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Ab dem 6. Juli dieses Jahres müssen neue Fahrzeugtypen, darunter fallen Pkw, Lkw, Transporter und Busse, laut tz zwingend mit dem intelligenten Geschwindigkeitsassistenten ISA (Intelligent Speed Assistant) ausgestattet sein. Durch die Neuerung im Cockpit erhoffen sich die Initiatoren weniger Verkehrstote und weniger Schwerverletzte.

Der Geschwindigkeitsassistent ist nicht die einzige Neuerung, die ab 2022 in allen Fahrzeugtypen vorgeschrieben ist. Hinzu kommen technische Neuerungen wie ein Rückfahrt-, Notbrems- oder Notfall-Spurhalteassistent, eine Müdigkeitserkennung, eine Alkohol-Wegfahrsperre, ein Sicherheitsgurt-Warnsystem sowie eine Unfalldatenspeicherbox (Black Box). Teilweise sind diese Vorrichtungen bereits jetzt schon in den Cockpits vieler Fahrzeuge verbaut.

ISA: Geschwindigkeitsassistent warnt Autofahrer und reguliert das Tempo

Der Geschwindigkeitsassistent ISA ist ein System, das verschiedene Sicherheitsassistenten miteinander verknüpft: Dazu gehören ein Tempobegrenzer, eine Verkehrszeichenerkennung sowie ein Tempomat.

Das System erkennt über Kameras, Sensoren und digitale Karten, wenn das Auto zu schnell unterwegs ist. Im Ernstfall kann ISA die Leistung des Motors drosseln oder ihn sogar abschalten.

ISA: Probleme rufen Kritiker auf den Plan

Wer in Waldgebieten trotz Wildunfall-Risiko zu schnell fährt oder meint, zu schnell durch Spielstraßen fahren zu müssen, wird mit dem Geschwindigkeitsassistenten ISA schnell Bekanntschaft machen. Durch verschiedenste Signale kann das System den Autofahrer darüber informieren, dass er zu schnell unterwegs ist. Das kann über einen Warnton, einen Warnhinweis im Cockpit oder auch durch Gegendruck am Gaspedal geschehen.

Wer zu schnell fährt, bekommt es zukünftig mit dem neuen Geschwindigkeitsassistenten ISA zu tun.
Autofahrer müssen sich ab spätestens 2024 auf Neurungen im Cockpit gefasst machen. © Udo Herrmann/Imago

Doch es gibt auch Kritik am neuen System. Es bestehen Zweifel, so zum Beispiel vonseiten des ADAC, ob ISA wirklich schon ausgereift sei. Andere Stimmen merken kritisch an, dass die Autolobby an der Konzeptionierung des neuen Systems stark mitgewirkt habe, berichtet RUHR24.

ISA: Autofahrer können System überstimmen

Wem der Geschwindigkeitsassistent auf die Nerven geht, kann das System einfach durch festes Drücken auf das Gaspedal überstimmen. Ebenso lässt sich ISA einfach ausschalten, wenngleich es sich bei jedem Start des Autos neustartet.

Ab dem 6. Juli dieses Jahres soll ISA also in allen neuen Fahrzeugtypen verbaut sein. Ab dem 7. Juli 2024 sollen dann aber auch Modelle, die vor diesem 6. Juli 2022 zugelassen wurden und noch kein ISA vorweisen können, nur noch mit dem Geschwindigkeitsassistenten verkauft werden. Eine Pflicht, die eine grundsätzliche Nachrüstung aktueller Modelle vorsieht, gibt es nach jetzigem Stand also nicht.

Auch zur Pflicht im Auto wird der Erweiterung des Verbandskastens mit zwei Corona-Masken. Dabei gibt es noch weitere Änderungen.

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