Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Elektronische Krankschreibung: Wichtige Änderung gilt ab sofort

Wer krank ist, erhält eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU). Seit Oktober gibt es eine wichtige Änderung beim „gelben Schein“, also einer Krankschreibung.

Hamm - Jeder Arbeitgeber wird ihn kennen: den „gelben Schein“. Gemeint ist die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU. Wer krank ist und sich bei einem Arzt arbeitsunfähig schreiben lässt, erhält eine solche Bescheinigung, um sie an die Krankenkasse und den Arbeitgeber zu schicken. Seit dem 1. Oktober gibt es bei diesem Prozedere der Krankmeldung in Deutschland eine wichtige Änderung.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83.155.031 (31. Dezember 2020)

Elektronische Krankschreibung: Wichtige Änderung bei der AU seit 1. Oktober

Denn die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) kommt. Damit sparen sich gesetzlich Versicherte künftig viel Papierkram. Aber nicht nur das: Der Patient muss sich nicht mehr selbst drum kümmern, dass seine Krankschreibung bei der Krankenkasse landet.

Wie die Verbraucherzentrale NRW mitteilt, mussten Arbeitnehmer ihre AU bislang immer rechtzeitig an die Krankenkasse melden, um später nicht einen möglichen Krankengeldanspruch zu verlieren. Dieses Risiko entfällt jetzt.

Arztpraxen und Krankenkassen kommunizieren künftig nämlich direkt. Die Praxen werden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung online an die Krankenkassen übermitteln. Die Verbraucherzentrale NRW rät Arbeitnehmern aber, vorsichtshalber vorab bei der Arztpraxis nachzufragen, ob diese bereits tatsächlich über die notwendigen technischen Voraussetzungen zur digitalen Übertragung verfügt.

eAU kommt: Arbeitnehmer müssen vorerst nur noch eine Krankmeldung verschicken

Der Patient muss also in Zukunft nur noch dafür sorgen, dass die Krankmeldung zu seinem Arbeitgeber gelangt. Der „gelbe Schein“ bleibt also - aber nur noch eine Ausführung.

Die AU-Bescheinigung müssen Beschäftigte auch vorerst weiter als Papierausdruck vorlegen. Arbeitgeber sollen erst ab Juli 2022 in das elektronische Verfahren zum Abruf der elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) einbezogen werden. Dann werden die Krankenkassen die Krankschreibung des Patienten an den Arbeitgeber weiterleiten.

Elektronische Krankschreibung: „Gelber Schein“ halt bald gänzlich ausgesorgt

Die eAU wird also künftig viel Papierkram einsparen. Anstelle von vier „gelben Scheinen“ - für Krankenkasse, Arbeitgeber, Arzt und Versicherte - wird es ab Juli 2022 nur noch ein Exemplar für die persönlichen Unterlagen des Versicherten geben. „Dies soll Anspruchsverluste durch verspätete Weiterleitung der AU-Bescheinigung verhindern, Bürokratie und Kosten für den Papierversand einsparen und eine lückenlose Dokumentation von AU-Zeiten bei den Krankenkassen sicherstellen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

In der Regel müssen Arbeitnehmer eine Krankschreibung einreichen, sobald sie länger als drei Tage krank beziehungsweise arbeitsunfähig sind. Arbeitgeber können aber auch früher ein Attest verlangen.

Der Oktober brachte einige Änderungen für Verbraucher - nicht nur beim Thema Krankschreibung.

Rubriklistenbild: © dpa/Jens Büttner

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