Ab 2. Januar

Wegen Mehrwertsteuer-Erhöhung: Aldi und Lidl vor Preis-Schlacht - Lösen Discounter Kettenreaktion aus?

Aldi und Lidl: Die Discounter gehen wohl in die nächste Preisschlacht. Grund ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die Konkurrenz wartet gespannt auf die Reaktionen.

Hamm - Ein kurzer Rückblick: Als Teil des Corona-Konjunkturpakets entschied sich die Bundesregierung im Juli dazu, die Mehrwertsteuer bis zum 31. Dezember 2020 zu senken. Die meisten Händler gaben diese Ersparnis (16 statt 19 beziehungsweise 5 statt 7 Prozent) an die Kunden weiter. Doch bald ist der übliche Satz zurück.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Ab dem 2. Januar 2021 gelten bei der Mehrwertsteuer wieder die üblichen Sätze. Die Supermärkte heben ihre Preise wieder an - oder doch nicht? Vor allem die Discounter-Riesen Aldi und Lidl werden sich wohl wieder eine Preis-Schlacht liefern.

Aldi und Lidl im Preis-Duell: Discounter bereitet sich auf Mehrwertsteuer-Erhöhung - wer legt vor?

Sowohl Lidl wie auch Aldi haben für sich den Anspruch, der Günstigste unter den Discountern in Deutschland zu sein. Die Mehrwertsteuer-Rückerhöhung wirft daher die Frage auf: Wer erhöht wann und wie viel? Die „Lebensmittelzeitung berichtet jetzt, dass sich die Branchen-Riesen längst mit einem Plan beschäftigen, um den jeweiligen Konkurrenten auszutauschen und den Vergleich bei den Preisen zu gewinnen.

Die erste Runde war im Sommer an Aldi gegangen: Nachdem Lidl vorgeprescht war, setzte Aldi mit einem Pauschalrabatt von drei Prozent zum Konter an. Dafür habe das Unternehmen nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag investiert, berichtet die Lebensmittelzeitung.

Und diesmal? Dem Bericht zufolge sei klar, dass alle Händler ihre Preise wieder anheben wollen. Mitarbeiter und Lieferanten hätten bereits die Information erhalten, dass die Preisschilder an den Waren zum 2. Januar 2021 ausgetauscht werden - mit der wieder darauf gerechneten Mehrwertsteuer.

Preis-Schlacht zwischen Aldi und Lidl erwartet -

Doch sollte nur einer des Discounter - Lidl oder Aldi - da nicht mitziehen, wird wohl auch die Konkurrenz mitziehen (müssen), um weiterhin in der gleichen Liga zu spielen - und, um keine Kunden zu verlieren. Daher würden die jeweiligen Chefetagen bereits mögliche Szenarien für den Fall des Falles durchspielen. Preiserhöhungen würden dann wohl erst einmal zu den Akten gelegt werden.

Doch die Preis-Schlacht betrifft nicht nur die Discounter-Riesen. Es wäre eine Ketten-Reaktion, die auch Auswirkungen auf die Planungen von Edeka oder Rewe haben könnten.

Der Einkauf - auch bei Lidl und Aldi - wird nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 2. Januar 2021 wieder teurer.

Laut Lebensmittelzeitung habe Edeka vor, die Preise nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer schrittweise wieder anzupassen. Die Mitarbeiter sollten nicht zusätzlich belastet werden - der 2. Januar 2021 fällt auf einen Samstag. Daher soll die Preisumstellung mit Werbung begleitet werden.

Mehrwertsteuer wird wieder erhöht: Hohe Kosten für alle Ketten

Weniger Umstände sollte Rewe haben. Statt alle Preise anzupassen, hatte die Kette in den vergangenen Wochen und Monaten mit speziellen Angeboten geworben.

Doch allzu sehr werden die Preise wohl nicht purzeln. Die Lebensmittelzeitung zitiert den Manager eines Vollsortimenters: „Auch Aldi und Lidl werden es sich nicht leisten, die Preise dauerhaft auf dem jetzigen Stand zu belassen. Mit Marketing-Gags zu Beginn der Umstellung ist aber zu rechnen.“ 

Mehrwertsteuer wird wieder erhöht: Auch Drogerie-Ketten wie dm und Rossmann betroffen

Ohnehin ist die erneute Umstellung der Preise mit großen Kosten für Lidl und Aldi, aber auch für Edeka und Rewe sowie alle anderen Supermarkt-Ketten verbunden: Denn alle Märkte müssen bis zu 2000 Etikette austauschen. Dafür soll Netto eine Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich eingeplant haben, heißt es. Penny und Aldi Süd ließen ihre Preisschilder unverändert, der Rabatt wurde lediglich auf den Kassenbons ausgewiesen.

Die Mehrwertsteuer-Anpassung betrifft auch die Drogerie-Ketten, wo die Branchenreisen dm und Rossmann den Rabatt ebenfalls an der Kasse abgezogen haben, die Etiketten blieben unverändert. Dennoch hatten sie einiges zu tun. So gab es bei dm zuletzt einen Rückruf von Lebkuchen. Beim Mitkonkurrenten Rossmann wurde ein Desinfektionsmittel zurückgerufen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Armin Weigel

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