Neue Regelungen und Gesetze

Das ist 2021 anders: Kindergeld, Soli, Mindestlohn - Sprit wird teurer

Das Jahr 2021 bringt einige Änderungen mit. Ein Jahr mit vielen Neuerungen für Verbraucher und Steuerzahler. Mindestlohn, Kindergeld, Soli - die Regeln und Gesetze im Überblick.

Hamm - Das Schreckens-Jahr 2020 ist zu Ende. Während Verbraucher im Jahr 2021 höchstwahrscheinlich weiterhin viel mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben werden, werden einige Änderungen von Gesetzen und Regelungen den Menschen in Deutschland das Leben zumindest ein Stück weit erleichtern.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
PräsidentFrank-Walter Steinmeier
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Während manche Änderungen erst im Laufe des Jahres greifen, wie etwa der Nachweis für die verpflichtende Masern-Impfung aller Kita- und Schulkinder bis zum 31. Juli oder das Aus für Plastikbesteck, Wattestäbchen und Co. ab Juli, müssen Verbraucher schon ab dem 1. Januar 2021 mit Neuerungen rechnen. Ein Überblick.

Das ändert sich im Jahr 2021: Soli für fast alle abgeschafft

Der Solidaritätszuschlag, im Volksmund „Soli“ genannt, wird ab dem 1. Januar 2021 für fast 90 Prozent aller Steuerzahler komplett wegfallen. Der Zuschlag in Höhe von 5,5 Prozent, den jeder zusätzlich zum fälligen Lohnsteuerbetrag zahlen musste, finanzierte seit 1995 den „Aufbau Ost“. Entscheidend dabei war eine Freigrenze, über die die Steuerlast liegen musste.

Mit dem „Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags 1995“ wurde diese jährliche Freigrenze im Jahr 2021 deutlich erhöht - und der Soli fällt somit für viele Steuerzahler in Deutschland weg. Während die Freigrenze bei einem Single bisher bei 972 Euro lag, steigt sie dann auf 16.956 Euro. Bei Verheirateten klettert sie von 1.944 Euro auf 33.912 Euro zu zahlender Einkommensteuer.

Das ändert sich im Jahr 2021: Mehr Kindergeld und höherer Grund- und Kinderfreibetrag

Gute Nachrichten für Eltern: Das Kindergeld steigt ab dem 1. Januar 2021 um 15 Euro pro Kind. Für das erste und zweite Kind bekommen Eltern damit 219 Euro (bisher: 204 Euro) pro Monat, für das dritte 225 Euro (bisher: 210 Euro). Ab dem vierten Kind werden es 250 Euro (bisher: 235 Euro) sein. Laut der Verbraucherzentrale wird gleichzeitig auch der Kinderfreibetrag erhöht - von aktuell 7.812 Euro auf 8.388 Euro in 2021 (je Kind für beide Elternteile).

Angehoben wird im Übrigen auch der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer. Für Ledige steigt er auf 9.744 Euro (+336), für Verheirateten auf 19.488 Euro (+672 Euro).   

Das ändert sich im Jahr 2021: Mindestlohn steigt und mehr Geld für angehende Azubis

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab dem 1. Januar 2021 von 9,35 Euro auf 9,50 Euro pro Stunde. Laut Verbraucherzentrale soll er dann zum 1. Juli noch einmal um 10 Cent auf 9,60 Euro steigen. „Auch für Minijobs gilt der neue gesetzliche Mindestlohn – unabhängig davon, ob eine Beschäftigung im gewerblichen Bereich oder Privathaushalt ausgeübt wird“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Auch angehende Azubis können sich auf das Jahr 2021 freuen: Ab dem 1. Januar gilt der neue Azubi-Mindestlohn. „Wer sich ab dem nächsten Kalenderjahr für den Beruf seiner Wahl in Handwerk und Betrieb qualifiziert, erhält im ersten Ausbildungsjahr dann mindestens 550 Euro (bisher: 515 Euro für Ausbildungsjahrgang 2020) monatlich“, informiert die Verbraucherzentrale. Wenn der Arbeitgeber tarifgebunden ist, gilt die tarifvertraglich festgesetzte Höhe der Ausbildungsvergütung.  

Das ändert sich 2021 für Autofahrer: Hoher CO2-Ausstoß macht KfZ-Steuer teurer

Ab dem 1. Januar 2021 wird es für Neuwagenbesitzer teurer, wenn sie einen „Spritschlucker“ zulassen wollen. Der CO2-Ausstoß des Autos wird gegenüber dem Hubraum deutlich stärker als bisher bei der Berechnung der Kfz-Steuer berücksichtigt.

„Dabei ist die Formel simpel: Je höher der Verbrauch und damit die CO2-Emissionen des Neuwagens, desto mehr kommt beim Steuersatz als Zuschlag obendrauf“, heißt es. Das soll Anreize zum Kauf eines spritsparenden Autos schaffen.

Das ändert sich 2021 für Autofahrer: Benzin und Diesel werden teurer - E-Autofahrer profitieren

Ab dem 1. Januar 2021 müssen Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel in den Markt bringen, einen Co²-Preis zahlen. Das Handelsblatt rechnet damit, dass der Liter Diesel und Benzin dadurch um etwa 7 bis 8 Cent teurer werden. Dazu komme die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz, wodurch die Kosten noch einmal um rund 3 Cent steigen würden.

E-Autofahrer sollen laut dem Handelsblatt allerdings im neuen Jahr 2021 profitieren. Die Kfz-Steuerbefreiung für Stromer gilt nun für Erstzulassungen bis Ende 2025. 

Das ändert sich im Jahr 2021: Neuer Personalausweis wird teurer

Wer 2021 seinen Personalausweis neu beantragen möchte, muss ab dem 1. Januar mehr zahlen. Statt 28,80 Euro wird die Ausstellung dann 37 Euro kosten - also fast 10 Euro mehr. Im Gegenzug sollen allerdings keine zusätzlichen Kosten mehr für eine nachträgliche Aktivierung der Online-Funktionen oder die Entsperrung des elektronischen Identitätsnachweises anfallen. Bislang werden hierfür jeweils 6 Euro verlangt.

Auch beim Kinderausweis wird es 2021 eine Änderung geben: Er ist ab 2021 nur noch ein Jahr gültig. Eltern können alternativ den biometriefähigen Reisepass für ihren Nachwuchs beantragen. Dieser gilt dann sechs Jahre. 

Das ändert sich im Jahr 2021: Sendungen der Post mit neuen Briefmarken verfolgen

Viele Neuerungen im Jahr 2021 betreffen das Feld Digitalisierung. So zum Beispiel auch bei der Post: Sendungen sollen voraussichtlich ab dem Frühjahr mit neuen Briefmarken verfolgbar sein. Funktionieren soll das mit einem individuellen Code auf jeder Briefmarke. „Damit der QR-Code zur kostenlosen Sendungsverfolgung funktioniert, werden die Briefe in den Sortierzentren künftig am Abgangs- und Empfängerort erfasst“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Briefkunden sollen dann über den Code per App nachverfolgen können, wo sich das Poststück gerade befindet. Auch kann die Deutsche Post damit schneller Verlustreklamationen recherchieren und herausfinden, wo der Brief festhängt oder ob er noch in der Zustellung ist.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

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