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Ab wann muss ich heizen? Welche Regeln für Mieter und Vermieter gelten

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Von: Daniel Großert

Es wird kälter in Deutschland. Doch ab wann muss ich in meiner Wohnung heizen? Sowohl Mieter als auch Vermieter müssen dabei bestimmte Regeln zu beachten.

Hamm - Die Zeit der T-Shirts, kurzen Hosen und Flip-Flops ist vorbei. Der Herbst ist da und mit ihm holen die Menschen in Deutschland die dicken Pullover und Jacken aus dem Schrank, weil die Temperaturen deutlich sinken. Für viele stellt sich jetzt die Frage: Ab wann sollte man die Heizung in seiner Wohnung eigentlich anstellen? Welche Pflichten haben Mieter und Vermieter?

VereinDeutscher Mieterbund
Gründung1900
Mitglieder300 örtliche Mietervereine mit 3 Mio. Mitgliedern

Ab wann muss die Heizung an? Diese Pflichten haben Mieter und Vermieter

Grundsätzlich muss diese Frage nach dem persönlichen Empfinden beantwortet werden. Denn: Eine gesetzliche Regelung zur Heizperiode gibt es nicht. „In der Regel beginnt sie am 1. Oktober und endet am 30. April“, erklärt Jutta Hartmann von Deutschen Mieterbund (DMB). Doch der Zeitraum kann selbstverständlich variieren: Ist es schon im September kühl, wird die Heizung schon früher angestellt. Bleibt es dagegen im Oktober, in dem die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt werden, warm, schaltet man sie eben später ein.

Was im Eigenheim einfach möglich ist, könnte in der Mietwohnung zum Problem werden. Denn häufig muss der Vermieter die Heizungsanlage nach dem Sommer erst wieder aktivieren, damit die Mieter es in ihren Wohnungen muckelig warm haben können. „Vermieter müssen dafür sorgen, dass eine Wohnung nicht zu stark auskühlt“, sagt Jutta Hartmann. Dazu sind sie prinzipiell verpflichtet, denn eine zu kalte Wohnung kann ein Anlass für eine Mietminderung sein.

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Mindesttemperatur in der eigenen Wohnung gibt es nicht. „Eine Temperatur von 20 Grad Celsius bis 22 Grad Celsius sollte tagsüber in Wohnräumen schon erreicht werden können“, meint die Expertin vom Deutschen Mieterbund. Nachts darf die Temperatur aber niedriger sein. Dadurch kann Energie und Geld gespart werden: Die Preise fürs Heizen sind 2021 nämlich auf ein Rekordhoch gestiegen.

Ab wann muss ich heizen? Tipps für den richtigen Umgang mit der Heizung

Doch nicht nur die Vermieter haben Pflichten, was die Heizung angeht. Auch Mieter müssen gewisse Regeln beachten: Sie können im Winter nicht einfach auf die Heizung verzichten. Wie Haus & Grund Deutschland erklärt, sollte die Wohnung in der kalten Jahreszeit immer so temperiert werden, dass keine Schäden auftreten. Lässt sich beispielsweise ein frostbedingter Rohrbruch auf das Verschulden des Mieters zurückführen, muss er für die Kosten aufkommen.

Aber wie heizt man überhaupt „richtig“? Dazu gibt es einige Tipps. Beispielsweise sollte man vermeiden, Gardinen über Heizkörper zu hängen oder Möbel davor zu stellen. Das behindert die Wärmeabgabe an die Raumluft. Wenn man friert, nützt es zudem nichts, die Heizung voll aufzudrehen, damit es schneller wird. Das Thermostat regelt nämlich nur, welche Temperatur im Raum erreicht werden soll. Das Heiztempo beeinflusst es nicht.

Genau so wichtig wie das Heizen ist aber auch das richtige Lüften - auch wenn dadurch die Temperatur im Raum wieder leicht absinkt. Hauptsächlich soll dadurch nämlich die Luftfeuchtigkeit gesenkt werden, die durch die Heizung meist ansteigt. Lüftet man nicht ausreichend, steigt die Gefahr, dass sich Schimmel in der Wohnung bildet. Um auch an richtig kalten Tagen nicht ständig das Fenster aufreißen zu müssen, empfehlen Experten zum Beispiel ein Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit misst. Sie sollte im Optimalfall zwischen 40 und 60 Prozent liegen. (mit dpa-Material)

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