1. wa.de
  2. Verbraucher

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: Neues Modell schon ab September?

Erstellt:

Von: Simon Stock

Kommentare

Das 9-Euro-Ticket ist ein Erfolg, allerdings läuft es Ende August aus. Kommt eine Nachfolge-Regelung? Die oberste Verbraucherschützerin hat eine Forderung.

Hamm - Das 9-Euro-Ticket ist ein großer Erfolg. Allein im Juni 2022 wurde es 21 Millionen Mal verkauft. Noch bis Ende August kann man mit dem günstigen Tarif bundesweit Busse und Bahnen nutzen. Danach gelten wieder die üblichen Preise. Oder doch nicht? Die Diskussion um eine Verlängerung des günstigen Bahntickets ist in vollem Gange. Jetzt bringt Deutschlands oberste Verbraucherschützerin eine neue Idee ins Spiel.

Ticket9-Euro-Ticket
GültigkeitsbereichDeutschland
MonateJuni, Juli, August 2022

9-Euro-Ticket: Nachfolger im September für 29 Euro?

Deutschland fährt Bus und Bahn. Das 9-Euro-Ticket hat bewiesen, dass sich die Autofahrer-Nation Deutschland für den ÖPNV erwärmen kann. Neben dem enorm günstigen Preis bringt das Sparticket einen weiteren großen Vorteil: Es löst das Tarif-Wirrwarr. Kunden müssen nicht mehr über Grenzen regionaler Verkehrsverbünde, Nahverkehrswaben oder Innenstadt-Radien nachdenken. Einmal im Monat Ticket kaufen, einsteigen, losfahren, fertig.

Ramona Pop, neue Vorständin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, will diese Vorzüge auch nach dem Ende des auf drei Monate begrenzten 9-Euro-Tickets erhalten. Sie fordert eine „Fortführung mit einem 29-Euro-Ticket ab September“.

Die Verkaufszahlen und volle Züge zeigten, dass die Menschen das Ticket wirklich nutzen. „Ein großer Vorteil ist die Einfachheit, man muss nicht mehr die komplizierten Tarifstrukturen verschiedener Verkehrsverbünde verstehen, um das richtige Ticket zu kaufen“, sagte die frühere Berliner Wirtschaftssenatorin der Funke Mediengruppe.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Vorteil Einfachheit und Preis

Mit einem günstigen Preis sei es für viele Menschen bezahlbar, klimaverträglich unterwegs zu sein. Zugleich müsse das Angebot vor allem im ländlichen Raum ausgebaut werden. „Der Abbau von Bahnstrecken in den vergangenen Jahrzehnten war eine Fehlentscheidung“, kritisierte Pop.

Das 9-Euro-Ticket ist Teil des Energie-Entlastungspakets, das die Bundesregierung im Frühjahr beschlossen hat und mit 2,5 Milliarden Euro Steuergeld kostet. Eine politische Entscheidung über eine wie auch immer geartete Fortsetzung eines bundesweit einheitlichen Tickets steht noch aus. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat sich zu einem Zeitplan für ein neues Monatsticket geäußert.

An Vorschlägen mangelt es nicht. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen wirbt für die Einführung eines 69 Euro teuren dauerhaften „ÖPNV-Klimaticket“. Nicht alle sind für eine Fortführung des Monatstickets - zumindest nicht unter den aktuellen Personalbedingungen. Die Bahngewerkschaften haben sich gegen eine Fortführung des 9-Euro-Tickets ausgesprochen. Der mächtige Bahngewerkschafter Claus Weselsky (GDL) fand deutliche Worte: „Wir tun so, als wäre Nahverkehr umsonst.“ Das System fahre schon auf Verschleiß.

Auch interessant

Kommentare