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Deutschlandticket: Was Reisende über das 49-Euro-Ticket der Bahn wissen müssen

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Von: Hannah Decke

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Gute Nachricht für alle Reisenden und Pendler: Das 49-Euro-Ticket kommt. Das sogenannte „Deutschlandticket“ gilt bald bundesweit. Was Sie wissen müssen.

Hamm - Dass es eine Nachfolge für das beliebte 9-Euro-Ticket geben soll, steht schon lange fest. Doch lange wurde über das „Was“, „Wie“ und „Wann“ diskutiert. Jetzt haben sich Bund und Länder auf ein Nachfolgemodell geeinigt. Das 49-Euro-Ticket, auch „Deutschlandticket genannt, kommt.

Seit dem Sommer diskutierten Politik und Verkehrsverbünde über einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. Im Raum standen mehrere Modelle: ein 365-Euro-Jahresticket sowie Monatsfahrkarten für 69 oder 49 Euro. Die Verkehrsminister entschieden sich für letztere Variante. Ungeklärt blieb lange die Frage der Finanzierung. Doch auch hier wurden sich Bund und Länder jetzt einig.

Das 49-Euro-Ticket kommt: Die wichtigsten Infos im Überblick

Das digitale „Deutschlandticket“ kommt. Hier die wichtigsten Fakten:

Das 49-Euro-Ticket wird für Pendler und Reisende vieles vereinfachen. Sie werden sich keine Gedanken um Verbundgrenzen und unterschiedliche Tarife machen müssen. Auch fällt der Gang zum Ticketautomaten sowie die Entwertung weg. Wer möchte, kann mit dem „Deutschlandticket“ überall in die Regionalbahn oder den Bus steigen und losfahren.

„Deutschlandticket“ ab 2023: Einführungspreis 49 Euro im Monat - und dann?

Das „Deutschlandticket“ ist zunächst für 49 Euro im monatlich kündbaren Abo erhältlich - deshalb auch „49-Euro-Ticket“. Wichtig aber an dieser Stelle: Die 49 Euro im Monat sind ein Einführungspreis.

Die Verkehrsminister planen für das Ticket eine Einführungsphase von zwei Jahren. Ab dem zweiten Jahr könnte das „Deutschlandticket“ teurer werden. Geplant ist eine „Dynamisierung“ in Form eines automatischen Inflationsausgleichs.

49-Euro-Ticket: Wann kommt das „Deutschlandticket“?

Aber wann kommt das „Deutschlandticket“? Vorgesehen war ursprünglich der 1. Januar 2023 als Startpunkt. Allerdings bezweifelte manch einer bereits im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens, dass der Termin eingehalten werden kann. Im Beschluss ist die Rede von „schnellstmöglich“. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, das Ticket soll „so schnell wie technisch möglich“ eingeführt werden.

Die Verkehrsunternehmen halten einen Start im Januar, wie von Bundesverkehrsminister Volker Wissing angestrebt, jedoch für nicht machbar. Realistisch sei eine Einführung am 1. März, sagte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der dpa.

Der Fahrgastverband Pro Bahn rechnet derweil erst im April 2023 mit der Einführung des 49-Euro-Tickets in Deutschland. Viele Fragen rund um das Deutschlandticket seien ungeklärt, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, Rheinischen Post (Dienstag, 22. November): „Es muss mehr Geld zugeschossen werden. Das ist völlig klar.“ Einen Start zum 1. April halte er daher für sicherer, der 1. März sei „eher unwahrscheinlich“.

Dabei hatte Stephan Weil (SPD), Niedersachsens Ministerpräsident und aktueller Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), bereits direkt nach dem Bund-Länder-Treffen angedeutet, dass das 49-Euro-Ticket in manchen Verkehrsverbünden eher starten könnte als in anderen. Im ZDF sagte er auf die Frage, wann das „Deutschlandticket“ eingeführt werde: „Nach Möglichkeit überall da, wo es geht, ab 1. Januar 2023 – ansonsten so schnell wie möglich in 2023. Das ist vielleicht durchaus unterschiedlich von Verkehrsverband zu Verkehrsverband.“

Zeitlich begrenzt ist das 49-Euro-Ticket übrigens nicht, machte Weil deutlich. Es gebe keine Zeitgrenze für das „Deutschlandticket“, sagte auf die Frage, wie lange es das Angebot geben werde.

Kommt das 49-Euro-Ticket auch für Studenten und Schüler?

Laut Stephan Weil soll es beim „Deutschlandticket“ auch für Studenten und Schüler je nach Bundesland spezielle Angebote geben. Nährere Informationen dazu gab es aber noch nicht.

49-Euro-Ticket: Viele Fragen noch ungeklärt

Ob das „Deutschlandticket“ übertragbar sein wird und wie es mit der Mitnahme von Fahrrädern oder anderen Personen aussieht ist noch unklar. Auch ist nicht bekannt, ob auch private Verkehrsunternehmen wie Flix (Flixbus/Flixtrain) eingebunden werden. Das Fernbusunternehmen hatte sich früh in die Diskussion um einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger eingeklinkt. Flix wolle die Lücke zwischen Regional- und Fernverkehr schließen.

Weitere Informationen wird es vermutlich in den kommenden Wochen geben, wenn die Einführung in den ersten Verkehrsverbünden bevorsteht.

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