Wirbel um Mireille Mathieu in Russland

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Mireille Mathieu

Moskau - Die französische Sängerin Mireille Mathieu (64) hat sich in Russland Kritik von Menschenrechtlern eingehandelt, weil sie sich von der umstrittenen Justiz des Landes einspannen lässt.

Der Schlagerstar wurde vom Leiter der Sonderermittlungseinheit bei der russischen Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, zum Mitglied eines Gremiums von Ehrenamtlichen ernannt. “Es lebe Mireille Mathieu“, rief Bastrykin nach Angaben der Agentur Interfax, nachdem die Sängerin bei einer Behördenfeier auf Russisch den Hit “Moskauer Nächte“ gesungen hatte.

Regierungskritiker reagierten bestürzt. “Dass sie gut gesungen hat, bedeutet doch noch lange nicht, dass sie den Ermittlern bei der Arbeit helfen kann. Sie sollte sich besser den Menschenrechten in Russland verschreiben“, sagte die Chefin der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa (83), am Mittwoch. Kremlgegner beklagen seit langem die Unfähigkeit der russischen Justiz, politisch bedeutsame Morde etwa an Journalisten aufzuklären. Mathieu erhielt außerdem die russische Medaille für “Mut und Tapferkeit“ bei ihrem Behördenauftritt.

Mathieu sagte im vergangenen Jahr in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur über sich, dass sie unpolitisch sei. Der russische Regierungschef Wladimir Putin etwa sei seit langem ein Fan. 2008 trank sie mit Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi gemeinsam Tee, als dieser im Schlepptau von Putin in Moskau ihr Konzert besuchte. Bis zum letzten Lied blieben beide Politiker, dann ging es in Gaddafis Beduinen-Zelt im Kreml-Garten.

dpa

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