Geständnis in TV-Sendung

Tochter schwer krank: TV-Arzt kämpft im NDR mit den Tränen - wenig später folgt Schock - „Reise geht zu Ende“

In der NDR Talk Show erzählte TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer von der schweren Krankheit seiner Tochter.
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TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer berichtete in der NDR Talk Show über die schwere Krankheit seiner Tochter.

Er sieht täglich Leid - doch nun trifft ihn das Schicksal selbst schwer. Seine Tochter ist an einem gefährlichen Hirntumor erkrankt. Jetzt bricht ein bekannter TV-Arzt sein Schweigen über die „Tragödie".

  • TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer erklärt normalerweise humorvoll und verständlich Krankheiten und Symptome.
  • Wimmers sechs Monate alte Tochter Maximilia leidet an einem lebensbedrohlichen Hirntumor.
  • Mehr als einem Monat nach dem TV-Auftritt folgt die Gewissheit: Seine Tochter wird sterben.

Update vom 13. Oktober 2020: Diese Nachricht ist kaum in Worte zu fassen. Dennoch probierte es TV-Arzt Johannes Wimmer auf Instagram: „Nach vielen langen Wochen liegt nun ein Weg trauriger Gewissheit vor uns. Dieser Weg ist allerdings auch eine Reise, in der wir Maximilia nah bei uns haben können.“ Maximilia ist der Name seiner Tochter, die gerade mal ein halbes Jahr alt ist. Und an einem schweren Gehirntumor erkrankt ist (siehe Erstmeldung vom 1. September 2020). Jetzt ist klar: Sie wird an der Krankheit versterben. „Die Frage wie lange diese Reise dauern wird, können uns die Ärzte nicht genau beantworten“, schreibt Wimmer weiter in seiner Nachricht.

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Nach vielen langen Wochen liegt nun ein Weg trauriger Gewissheit vor uns. Dieser Weg ist allerdings auch eine Reise, in der wir Maximilia nah bei uns haben können. Die Frage wie lange diese Reise dauern wird, können uns die Ärzte nicht genau beantworten. Wir haben uns somit für unsere kleine Astronautin zunächst einmal als Reiseziel den Mars ausgesucht, zu dem man ja ein paar Monate braucht. Ich habe es mehrfach gesagt und geschrieben, doch kann ich es nicht genug betonen: Danke, für jedes kleine Wort, jedes kleine Lächeln und die vielen Wünsche die uns erreichen. Auch wenn sie den Weg, den wir gehen müssen nicht ändern, so ändern sie doch wie wir ihn gehen.

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Wie die Bild-Zeitung berichtet (hinter Bezahlschranke), wird die Familie die noch verbleibende Zeit zu Hause verbringen, um ein letztes Stück Normalität zu erleben. Unterstützung erhalten sie von einem Palliativ-Team und Krankengymnasten. 15 Spritzen soll der Säugling täglich bekommen - die erste am Morgen zum 7.30 Uhr, die letzte dann nachts zum 3 Uhr. Die Zeitung zitiert den TV-Arzt: „Mit jedem Tag wird die Bindung zum Kind stärker, und doch wissen wir: Es ist bald vorbei. Nach all den Gesprächen mit Medizinern und Therapeuten, werden wir jetzt auch mit Bestattern sprechen müssen.“

Auf Instagram bedankt sich Wimmer für die vielen Nachrichten, die ihn über die sozialen Medien erreicht haben. Stellvertretend für viele Kommentare schreibt eine Else Klötenbröhm: „Welche Worte soll man finden, wenn es keine Worte gibt. Es ist unfassbar und ich wünsche von Herzen viel Kraft, die sie alle benötigen werden. In guten Gedanken für sie alle.“

Erstmeldung vom 1. September 2020: Hamburg - Im NDR und in seinem Blog auf Youtube erklärt Johannes Wimmer normalerweise verständlich und humorvoll Krankheiten und Symptome. Auf Instagram beschreibt er sich selbst als „Mediziner mit Herz und Humor“ - und hat hier gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie* knapp 30.000 Follower. In letzter Zeit wurde es jedoch still um den beliebten TV-Arzt. In der NDR Talk Show brach er jetzt sein Schweigen und sprach erstmals über die „Tragödie“, die ihn und seine Familie gerade ereilt. Ein Stück „Normalität“ für sich selbst in dieser schweren Zeit erhofft er sich davon.

Die erst sechs Monate alte Tochter der Wimmers leidet an einer lebensbedrohlichen Erkrankung: Bei Maximilia wurde ein gefährlicher Hirntumor diagnostiziert. Wimmer selbst brachte sie in ein Hamburger Krankenhaus, als ihm das Spuckverhalten des Kindes keineswegs normal vor kam, am Tag darauf folgte der Schock. Als er in der Talkshow darüber berichtet, ringt Wimmer mit den Tränen - ebenso Moderatorin Barbara Schöneberger und Komikerin Mirja Boes, die vergangenen Freitag auch im NDR zu Gast waren.

TV-Arzt Dr. Wimmer: „Ich würde mein Leben für ihres geben"

„Wie jeder Vater auf der Welt würde ich ohne mit den Augen zu zwinkern mit ihr tauschen - und ihr das Leid abnehmen“, sagte Wimmer, der im NRD mit „Dr. Wimmer - Wissen ist die beste Medizin" seine eigene Wissenssendung hat. Als Arzt sehe er täglich Leid, jetzt stehe er selbst vor einer „Tragödie“. Das Leben der Familie Wimmer spiele sich derzeit Tag ein Tag aus auf der Intensivstation ab und sie alle hätten enorm damit zu kämpfen: Die Mutter des Babys, seine Geschwisterchen und er, der Vater. Auf Instagram erklärt Wimmer seine wochenlange Abstinenz in den Medien so:

„Es geht ihr nicht gut. Dieser Tumor ist sehr selten, hoch aggressiv und bösartig“, berichtet Wimmer vom kritischen Gesundheitszustandes seiner Tochter. Den Hirntumor des Kindes beschreibt er als „riesiges Schiff“, in dessen „Kielwasser" alles zum Stillstand komme. Im Leben aller herrsche Totenstille, so Wimmer. Er selbst habe alle Drehtermine und die Präsentation seines neuen Buches abgesagt - denn seit Wochen spielt sich das Leben der Familie an Maximilias Krankenbett ab.

Nach der ersten Operation des Kindes beschlossen Wimmer und seine Frau ihre schwer kranke Tochter taufen zu lassen - nur 60 Sekunden blieben der Priesterin dafür Zeit, denn aufgrund von Komplikationen musste eine Notoperation folgen. Das Baby lag im künstlichen Koma, wird jetzt beatmet und ist nur ganz selten wach - auch dann, erkennt Maximilia ihre Eltern nicht. Von der Möglichkeit mit einer Chemotherapie zu beginnen, sei man im Moment noch sehr weit entfernt, erzählt der Familienvater. Wimmer ist Wissenschaftler und kennt die bitteren Zahlen: 85 Prozent der Kinder überleben die Erkrankung seiner Tochter nicht.

Video: So kennt man Dr. Johannes Wimmer - mit Herz und Humor erklärt er auf Youtube Medizin

Es sind traurige Details aus dem Leben der Eltern eines totkranken Kindes, von der leidenden Mutter und von dem trostbringenden Familienhund, von denen Wimmer in der Talkrunde berichtet und die den Zuschauer zu Tränen rühren. Den Schritt in die Öffentlichkeit wagt der TV-Arzt nicht grundlos: Seinen eigenen Patienten sowie den Angehörigen Schwerkranker rate er als Arzt nach einer gewissen Zeit der Trauer und Resignation auch immer dazu, wieder einen Alltag für sich selbst zu etablieren. Wimmer kehrte nun kurz - zumindest für die Sendezeit der NRD Talk Show - in seinen Job zurück und schafft sich durch einen Termin wie diesen eine Struktur, eine Konstante im Leben.

Seine Frau und er seien sich „so nah" und auch "so fern" wie nie zuvor, denn das Familienleben der Wimmers wird nicht nur momentan auf eine harte Probe gestellt. Schon jetzt weiß Wimmer, dass seine Tochter - sollte sie überleben - durch den Tumor auch schwere, bleibende Hirnschäden haben wird. Hoffnung schöpfe er nicht nur aus Gesprächen mit seiner Familie, sondern auch mit den anderen Menschen auf der Kinderintensivstation der UKE - und gerade von den Kleinsten könne man sich vieles abschauen: „Die Kinder gehen, schieben oder rollen mit einer Würde durch die Gegend, davon können wir alle noch lernen.“ (cos) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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