Tausendsassa Kenneth Branagh wird 50

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Ob Hamlet, Wallander oder Professor Gilderoy Lockhart: Kenneth Branagh spielt alle Rollen mit Bravour.

London - Der Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh hat ein Händchen dafür, vermeintlich alten Schinken zu neuem Glanz zu verhelfen. Jetzt wird der Shakespeare-Fan 50 Jahre alt.

Der Vater arbeitete als Zimmermann, die Mutter in einer Fabrik. Dass es der Sohn einmal zu Weltruhm bringen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Mit 19 Jahren begann Kenneth Branagh seine Schauspielausbildung - der Start einer Musterkarriere auf Bühne und Leinwand. An diesem Freitag (10. Dezember) feiert der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor seinen 50. Geburtstag.

Schon zu Beginn seiner Laufbahn wusste Branagh zu begeistern: Seine Schauspielschule ehrte ihn mit der höchsten Auszeichnung; sein Debüt als Bühnenschauspieler 1982 wurde zum Theaterhit des Jahres im Londoner Westend. Weitere Engagements folgten. Bereits zwei Jahre später feierten die Kritiker den Schauspieler als den jüngsten und einen der erfolgreichsten Hamlets in der Geschichte der Royal Shakespeare Company. Eine Rolle, die Branagh inzwischen etwa 300 Mal gespielt hat.

Seine Faszination für den Dänenprinzen brachte der im nordirischen Belfast geborene Branagh im Interview mit dem Onlineportal DigitalVD auf den Punkt: “Für die einen repräsentiert das Stück all das, was sie am Theater so langweilig und dumm finden - wie Männer in Strumpfhosen und weißen Hemden. Für die anderen bedeutet es das Bewegendste und Außergewöhnlichste, was Theater zu bieten hat.“

1989 feierte Branagh mit “Heinrich V.“ sein Filmregiedebüt, der Brite übernahm auch die Hauptrolle. Branagh wurde prompt als bester Hauptdarsteller und bester Regisseur für den Oscar nominiert und erhielt die begehrte Trophäe dann in der Kategorie beste Ausstattung.

In den folgenden Jahren brachte der Schauspieler weitere Stücke von Shakespeare auf die Bühne und schließlich 1996 Hamlet ins Kino. Star-Kollegen wie Jack Lemmon, Julie Christie, Robin Williams, Gérard Depardieu, Richard Attenborough und Charlton Heston gaben sich die Ehre.

Der rastlose Brite veröffentlichte schon im Alter von 30 Jahren seine Autobiografie. Ihr Titel “Beginning“ ließ erahnen, dass der Künstler noch viel vorhatte. Branaghs Privatleben verschmolz zeitweise mit seinen Werken. So war die Schauspielerin Emma Thompson nicht nur des öfteren seine Wahl für weibliche Hauptrollen, sondern auch von 1989 bis 1995 seine Ehefrau. Nach einer längeren Beziehung mit Helena Bonham Carter, die an seiner Seite in “Frankenstein“ und “Vom Fliegen und anderen Träumen“ mitwirkte, heiratete er 2003 die Film-Designerin Lindsay Brunnock.

Ob in der Actionkomödie “Wild Wild West“, dem Nazi-Drama “Die Wannseekonferenz“ oder dem Zauberspektakel “Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ - Kenneth Branagh ist längst nicht mehr nur auf Shakespeare beschränkt. In Deutschland ist er im Fernsehen auch als Kommissar Wallander bekannt, basierend auf den Krimis des schwedischen Autors Henning Mankell. Das Multitalent ist sich seiner Vielseitigkeit bewusst, dem Fernsehsender BBC sagte Branagh einmal: “Ich weiß, dass ich unglaublich gesegnet bin - und ich bin dankbar dafür.“

dpa

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